Pfiffige Idee überzeugt Lotto-Jury

Bertold Obergföll

Von Bertold Obergföll

Mo, 08. Mai 2017

Ettenheim

Das Projekt "Clubmobil" des FV Ettenheim gewinnt den Hauptpreis beim Toto-Lotto-Award / Sonderpreis für den MSC Münstertal.

ETTENHEIM/RUST. Der FV Ettenheim und der MSC Münstertal sind in diesem Jahr Preisträger beim landesweiten Sportjugend-Förderpreis, dem sogenannten Lotto-Award, der staatlichen Toto-Lotto-Gesellschaft. Ein besonderer Coup gelang dabei dem FV Ettenheim, der mit seinem Projekt "FVE-Clubmobil" den mit 2000 Euro dotierten Hauptpreis gewann. Der MSC Münstertal erhielt gemeinsam mit dem MSRT Freiamt für die Ausrichtung eines großen internationalen Trial-Wettbewerbs einen Anerkennungspreis. Die Preisverleihung fand am Samstag im Europa-Park-Dome statt.

"Der Preis gehört dem Team", kommentierte Jürgen Schrempp, der stellvertretende Jugendleiter des FV Ettenheim, spontan. "Der Ball ist im richtigen Netz gelandet, ein richtiger Volltreffer", befand der Vereinsvorsitzende Conrad Gast, der sich über die Anerkennung der Vereinsinitiative im Jugendbereich riesig freute. Auch deren Begleiter empfanden es als "Hammer", dass die Jury die im Leitbild des Vereins verankerten Werte auf diese Weise anerkannte.

Zum Symbol dieser Werte wurde das FVE-Clubmobil. Hinter der Kirche in Ettenheimweiler hatten Jugendbetreuer einen Anhänger aufgetan, der schon bessere Zeiten gesehen hatte und dereinst wohl als Verkaufswagen eingesetzt worden war. Den Wagen baute die Jugendabteilung zu einem Multifunktionsmobil um, mit dem seit Sommer vergangenen Jahres das komplette technische Equipment wie Musikanlage oder Drucker beim Jugendturnier ans Spielfeld gebracht werden kann. Der Wagen wurde so Teil eines Projekts, an dem in der Jugendabteilung seit einigen Jahren schon kontinuierlich gearbeitet wird und das Ziel verfolgt, die Jugendlichen sukzessive stärker in die ehrenamtliche Arbeit im Verein einzubinden.

Dass dieser Geist über den Aktivitäten und Wettbewerbsbeiträgen aller Vereine, die zur Preisverleihung in den Dome gekommen waren, schwebt, war spürbar: Teamgeist, Solidarität, "weniger Ich, mehr Wir", dafür standen die Jugendlichen und die Funktionsträger aus den Vereinen.

Preis für Ausrichtung der Trial-Weltjugendspiele

Dieses Kredo fand sich auf T-Shirts, aber auch in den anerkennenden Worten von Kultusstaatssekretär Volker Schebesta und der Geschäftsführerin der Staatliche Toto-Lotto GmbH Marion Caspers-Merk. Alleine zu gewinnen sei toll, im Team und im Verein mache es aber noch mehr Spaß und helfe sicherlich zu zusätzlicher Motivation. Das war auch der Tenor der Interviews an Stelle von Reden mit der Präsidentin des Landessportverbands Baden-Württemberg Elvira Menzer-Haasis, mit Tobias Müller von der Badischen Sportjugend oder auch von Klaus Bös, dem Juryvorsitzenden. Dazu passten auch die prominenten Spitzensportler von einst und heute wie Guido Buchwald, Fabian Rießle oder der "Hero von Janeiro", Andreas Toba. Letzterer hatte bekanntlich bei den Olympischen Spielen in Brasilien trotz gerissenem Kreuzband zum Erfolg der deutschen Turner beigetragen.

Ein Sonderpreis der Jury ging übrigens gemeinsam an den MSC Münstertal und den MSRT Freiamt. Der "Kleine aus dem Münstertal und der Große aus Freiamt" hatten 2016 die UCI Trials World Youth Games veranstaltet, eine Art Weltjugendspiele für Trialfahrer. Jugendliche im Alter zwischen neun und sechzehn Jahren hatten an diesem internationalen Turnier teilgenommen. Die Veranstaltung gilt als WM der Trial-Jugend. Dabei geht es mit dem Fahrrad über künstlich errichtete Felsenformationen, über Baumaschinen und andere heftige Hindernisse. "Das Turnier war ein voller Erfolg, mit begeisterten Fahrern, schweren, aber machbaren Sektionen, letztlich gut für unseren Namen als Veranstalter", erklärte Dominik Oswald aus Münchweier, Aushängeschild des MSC Münstertal und einer der weltbesten Trialfahrer.

Die "Schlagzeugmafia" aus Mannheim, Träger des Kleinkunstpreises des Landes Baden-Württemberg 2016, hatte die Veranstaltung schlagkräftig und rhythmisch anregend eröffnet. Moderator Lennert Brinkhoff führte souverän und zügig durch die Preisverleihung.