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04. Februar 2012
UNTER UNS: Eisspiele
Hunde sind ja wirklich ein Völkchen für sich. Sie brauchen auch bei dieser klirrenden Kälte keine Skijacke, keinen Schal, keinen heißen Tee mit Rum. Sie sind auch so ganz winterfest. Am Apostelsee gab es jetzt hierzu tierisch guten Anschauungsunterricht. Da hatte doch ein Labrador einen Holzklotz am vereisten Uferrand ins Visier genommen. Der Kerl mit den schönen braunen Augen schaute noch schnell zum Herrchen hoch, nahm sich dann aber keine Zeit mehr, auf ein Kommando zu warten. Mit Karacho raste er auf seinen Ganzjahres-Pfoten die Böschung hinunter und rutschte zielsicher auf den Klotz zu. Der Hund zerrte und zerrte. Dann hatte er gewonnen und den Balken im Maul. Das Herrchen zu mir: "Das ist eine seiner leichtesten Übungen. Im Sommer jagt er gerne Schlauchboote". Wir haben uns verabredet.
Gestern hat sich eine ältere Dame per Telefon in der Redaktion gemeldet. In höflichem Ton erklärte sie mir, dass sie seit Jahrzehnten Abonnentin unserer BZ-Ausgabe sei. Ein Tag ohne die BZ könne sie sich nicht vorstellen. Die Zeitung sei für sie nicht nur erste Informationsquelle, sie freue sich auch immer über die Fotografien mit Ansichten ihrer Heimatstadt Ettenheim, alldieweil sie die Fotos dann ausschneide und verbunden mit einem Gruß an ihre alte Freundin in der Ferne schicke. Bei so viel Lob wendet man sich gerne für in paar Minuten vom PC ab, lehnt sich entspannt zurück und lobt sich dabei gleich auch ein wenig selbst. Aber bekanntlich soll man den Tag ja nicht vor dem Abend loben. Plötzlich waren der älteren Dame der höflichen Worte genug. "Sind Sie eigentlich ein Ettenheimer", fragte sie mich spitzbübisch mit einem spürbaren Unterton von Bedauern. "Nein" antworte ich wahrheitsgetreu und fügte noch herzlich gemeint "aber seid ich hier arbeite schon gefühlter Ettenheimer" hinzu. "Das hab’ ich mir denkt, denn die Beschreibung von ihrem schönen Stadtbild heute ist nämlich grottenfalsch. Wenn des wirklich vom Krankenhaus aus aufgenommen ist, dann ist der Kirchturm auf der falschen Seite. Wenn’s die richtige Seite ist, dann ist’s die Kirche von Altdorf," versetzte die alte Dame mir verbal einen mittelschweren Haken. Uff. Die Dame hatte Recht – es war nicht St. Bartholomäus, sondern St. Nikolaus in Altdorf. "Gell, s’isch halt Fasent," zeigte die höfliche alte Dame dann schon wieder Mitleid mit dem Redakteur. Danke!
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Autor: Klaus Fischer
