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22. Dezember 2008
Viel Schwung und gute Arrangements
Die Ettenheimer Stadtkapelle gab vor mehr als 400 Zuhörern in der Stadthalle ihr Jahreskonzert / Jugendorchester beeindruckte
ETTENHEIM. Die Ettenheimer Stadtkapelle hat ihr zweites großes Ereignis innerhalb weniger Wochen – nach der Einweihung des sanierten Probenlokals (die BZ berichtete) – hinter sich: Das Jahreskonzert in der Stadthalle. Das Interesse war immens: Kaum einer der mehr als 400 Stühle blieb unbesetzt.
Das Jugendorchester begann: Die jungen Musiker um Dirigent Günter Krieg wirkten unglaublich routiniert und unaufgeregt, sie zelebrierten den "Soul bossa nova" von Altmeister Quincy Jones, als hätten sie nie etwas anderes getan. Satter Klang, saubere Intonation, sogar ein Solo war zu hören. Max Broßmer stellte dann mit einem Virtuosenstückchen von Dieter Herborg ("Unser Tenorhornist") die Neuerwerbung des Vereins, ein Euphonium, vor. Broßmer ist ein ausgezeichneter, virtuoser Bläser, der mühelos das knifflig schwere Stück bewältigte, vor dem mancher Profimusiker gewiss Respekt hätte.Mit etwas nachlassender Intonation, mächtig Power und gut arrangiert folgte dann ein Abba-Medley, das Johan de Meij zusammengestellt hat. Die Melodien der Schweden haben noch immer nichts von ihrem Reiz verloren – als die Gruppe aktuell war, dürften die meisten der Musikerinnen und Musiker noch gar nicht geboren gewesen sein. Viel Beifall, zwei Zugaben.
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Einige der Jugendlichen nahmen auch im großen Orchester Platz: Da blieb, was die Instrumente angeht, kaum ein Wunsch offen; sogar Englischhorn und Fagott – dank mitspielender Gastmusikerinnen – waren vertreten. Das große Ensemble entführte sein Publikum nach einem "Wedding March" in die Welt des Bestsellers "Der Herr der Ringe" mit drei Sätzen aus Johan de Meijs Vertonung und nach der Pause in die "Unterwelt" zu Andrew Lloyd Webbers "Phantom der Oper". Im Tuttiklang, den ganz großen, auch lauten "Gefühlen", war die Stadtkapelle sehr gut, zuweilen hervorragend. Ging es um leise Töne, fielen an einigen Stellen Ansatzprobleme und Intonationsschwierigkeiten auf.
Doch zurück zur Musik. "Der Herr der Ringe" zeichnet in sehr anspruchsvollen, nicht einfach nachhörbaren Klängen die Geschichte des Buchs nach – Vorstand Hans-Georg Dietrich, der den Abend moderierte, gab jeweils kurze Einführungen. Viele Tempo- und Taktwechsel, sich aufbauende Spannungen bis hin zu großen Entladungen – all das kennzeichnet "Gandalf", "Journey in the dark" und "Hobbits".
Nach der Pause dann schön amerikanisch klingende Musik: "Curtain up" von Alfred Reed – da fühlte man sich als Hörer in die Filmwelt der fünfziger Jahre versetzt. Die Stadtkapelle spielte etwas befreiter und gelöster auf – Dirigent Jürgen Burmeister nutzte, als sein Orchester ihm nicht mehr folgen wollte, eine überdimensionale Anlasserkurbel, um den Musikern wieder Beine zu machen; ein nett platzierter Gag. Etwas souveräner als "Der Herr der Ringe" kamen auch die Klänge aus dem "Phantom der Oper" daher. "A German Christmas", eine Mischung aus weihnachtlichen Klängen (Arrangement von Jan Huderman) bildete den Abschluss des offiziellen Programms, zwei Zugaben schlossen sich an.
Am Rand des kurzweiligen, mit viel Erfahrung gestalteten Abends gab es Dankesworte für Dirigenten und Musiker durch Moderator Hans-Georg Dietrich und zwei Jugendliche aus dem Orchester, die sich mit einem Gedicht bei ihrem Dirigenten und den Betreuern bedankten. Auch die Leistungsabzeichen wurden bekanntgegeben: Silber haben Michael Geppert, Fabiola Pappke bestanden, Bronze Jennifer Rutsch, Lea Oberle, Jana Band, Teresa Geppert, Louisa Krieg, Anna Haßler, Maximilian Schmidt und Isabel Jäger.
Autor: unsere Mitarbeiter Frank Berno Timm
