Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

29. November 2010

Wie eine große Pralinenschachtel

Der Ettenheimer Weihnachtsmarkt bietet für jeden Geschmack etwas / Einsetzender Schneefall wirkte wie ein süßer Zuckerguss.

  1. An die jüngsten Weihnachtsmarktbesucher verteilte der Nikolaus kleine Weihnachtsmänner. Foto: Stefan Merkle

  2. Im Prinzengarten machte sich Frau Holle an die Arbeit. Foto: Stefan Merkle

  3. Die Bläserklasse der Heimschule sorgte für Stimmung Foto: Stefan Merkle

  4. Hoher Besuch auf dem Ettenheimer Weihnachtsmarkt: Bischof Nikolaus höchst persönlich schaute vorbei. Foto: Stefan Merkle

  5. Selbst gemachte Pralinen gab’s bei Ulrike Baumann. Foto: Stefan Merkle

ETTENHEIM. Frau Holle hatte im Knusperhaus im Prinzengarten fleißig die Betten ausgeschüttelt: Schnee war der Zuckerguss für den Weihnachtsmarkt der Werbegemeinschaft Unternehmen Ettenheim am Freitagabend. Winterzauber, Kunsthandwerk und ein Rahmenprogramm mit Musik und Theater lockten die Besucher in Massen, die sich mit Waffeln, Glühwein und anderen dampfenden Leckereien Körper und Geist wärmten.

"Es gibt mehr Not unter uns, als man gemeinhin sieht", sagte Frank Schleifer während der Eröffnung, an welcher der evangelische Stadtpfarrer gemeinsam mit seinem katholischen Kollegen Jörg Christian Seburschenich teilnahm. "Wir als Kirchen wissen das, weil die Menschen in Not zu uns kommen", so Schleifer. Deshalb vertraut die Werbegemeinschaft den Erlös der traditionellen Spendenaktion den Kirchen an, die diesen an bedürftige Familien verteilen. Wer spenden wollte, kaufte von Schülern der Klasse W 6a des August-Ruf-Bildungszentrums ein Stück von dem Riesenweihnachtsmann, den die Bäckerei Käufer gebacken und gespendet hatte.

Kleine Weckmänner erhielten die Kinder vom Nikolaus, der den Markt ebenfalls besuchte und sich vor dem Ansturm kaum retten konnte. Ein Programmpunkt von vielen: Der Freundeskreis des Prinzengartens führte in dem Barockgarten das Märchen "Frau Holle" auf und im Bürgersaal gab es ein Puppentheater. Weihnachtsklänge spielten und sangen die Bläserklasse der Heimschule, der Grundschulchor und mehrere Straßenmusikgruppen.

Werbung


An den rund 80 Ständen boten Händler weihnachtliche Handwerkskunst wie Adventskränze, Christbaum- und Fensterschmuck, der Renner waren Selbstgebasteltes, -gekochtes oder -gebackenes, wie beispielsweise die Pralinen von Ulrike Baumann. Die Auswahl mit "kandierte Ananas", "Basilikum-Limette", "Butter-Zimt-Trüffel" war symbolisch für den gesamten Markt, der wie eine große Pralinenschachtel war: Es gab viel zu entdecken und für jeden Geschmack etwas.

Neben den Berufshändlern klappten auch viele Vereine und Schulklassen Stände auf, um mit heißen Würstchen, Losen oder Bastelwerk die Vereins- und Klassenkassen aufzubessern, letztere oft für einen anstehenden Schullandheimaufenthalt. Aus der Reihe fiel da die Heimschulklasse G 8c mit ihrem Flammenkuchenstand: "Wir kaufen von den Einnahmen spezielle Taschenrechner", sagte Schüler Jonathan Stulz. "Die können mathematische Kurven darstellen und kosten 60 Euro das Stück und jeder in der Klasse soll einen bekommen", erklärte sein Klassenkamerad Manuel Zimmermann.

Für Bürgermeister Bruno Metz und Gewerbevereinsvorsitzenden Thomas Breyer-Mayländer ist der Weihnachtsmarkt auch der Start in die Adventszeit für die Ettenheimer Geschäftsleute. "Wir haben eine wunderbar dekorierte Stadt, ein Städtchen das einladen will", sagte Metz zur Eröffnung. Denn auch wenn die Stände am Samstag schon wieder verschwunden waren, der Weihnachtsschmuck über den Straßen und Gassen der Altstadt und die Christbäume auf den Plätzen werden noch bis Heiligabend zum romantischen Bummeln einladen, und in den angestammten Läden findet sich ebenfalls für jeden ein passendes Weihnachtsgeschenk.

Weitere Fotos und Informationen im Fotoalbum zum Ettenheimer Weihnachtsmarkt unter http://www.badische-zeitung.de/ettenheim


Autor: Stefan Merkle