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08. Februar 2012
Zahn der Zeit nagt unerbittlich
Frost und Wasser haben der Treppenanlage hinauf zur Stadtkirche arg zugesetzt / Sanierung wird rund 270 000 Euro kosten.
ETTENHEIM. Gerade erst hat die katholische Kirchengemeinde Ettenheim mit der Glockenstuhlsanierung an der barocken St. Bartholomäus-Kirche ein Großprojekt für 100 000 Euro abgeschlossen, schon muss das nächste Projekt in Angriff genommen werden. Es handelt sich um die barocke Treppenanlage vor dem Hauptportal. Sie besteht aus Sandstein, und der hat mittlerweile unter Witterungseinflüssen arg gelitten, oft durch stehendes Wasser oder Frost verstärkt.
Der Projektplaner Dietmar Bader aus St. Georgen hat drei mögliche Sanierungsvarianten entwickelt, davon wurde sowohl eine optische Teilrestaurierung für 30 000 Euro als auch eine solche mit zusätzlichem Brüstungsabbau für 95 000 Euro als nicht ausreichend und dauerhaft genug angesehen. Entschieden hat sich der Stiftungsrat der Pfarrgemeinde deshalb, wie sein Vorsitzender, Pfarrer Jörg Christian Seburschenich und sein Stellvertreter Gerd Kostanzer jetzt der Presse erläuterten, für die teuerste, aber nachhaltigste Lösung: 270 000 Euro muss die Kirchengemeinde Ettenheim voraussichtlich investieren, so jedenfalls die Kostenschätzung des Freiburger erzbischöflichen Bauamtes.Werbung
Dabei wird die Treppe komplett abgebaut und erhält eine neue, solide Unterkonstruktion aus Stahlbeton, später natürlich unsichtbar. Darauf werden dann alle in Werkstätten restaurierten Platten, Stufen, Brüstungsteile und Skulpturen wieder angebracht, im Gegensatz zum bisherigen Zustand mit ausreichendem Gefälle zu den Wasserspeiern und der Straße hin.
Ein Drittel der Kosten in Höhe von 270 000 Euro davon wird vom erzbischöflichen Ordinariat übernommen, über die restliche Finanzierung hat jetzt der Stiftungsrat Beschluss gefasst. Danach werden je 15 000 Euro in diesem und dem nächsten Jahr von der Stadt fließen, übrigens unter der Maßgabe einer gründlichen, großen Lösung. 40 000 Euro sollen aus den Rücklagen der Kirchengemeinde entnommen werden, weitere 50 000 per Darlehensaufnahme zur Finanzierung beitragen. Die fehlenden 60 000 Euro sollen durch Spenden und Zuschüsse abgedeckt werden. Zum einen laufen erste Gespräche mit dem Denkmalschutzamt, zum anderen soll eine groß angelegte Sponsorenaktion Geld in die Baukasse spülen. So sollen die 180 Stufen für je 100 Euro einen Paten finden, ebenso die 133 Platten für je 50 Euro. Im besten Falle kommen so rund 25 000 Euro an Spendengeldern zusammen. Jeder Pate könnte dann seine eigene Stufe oder Platte am genau angegebenen Ort finden.
Nebeneffekt des Treppenabbaus. Man hofft, darunter den Grundstein der Kirche zu finden, wie er früher oft vor dem Hauptportal gesetzt worden war. Dann aber sollen für die nächsten 40 Jahre Rutschgefahr und Moosbewuchs gebannt und der Sandstein, sofern nötig, repariert und neu verfugt sein. Am 16. März wird das Sanierungsprojekt auf einer Pfarrversammlung vorgestellt werden.
Autor: Michael Masson


