Zu Fuß von Fribourg nach Berlin

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 07. November 2016

Ettenheim

Filmdoku in Ettenheim.

ETTENHEIM. Die junge Performancekünstlerin Marinka Limat, die im Namen der Kunst im Sommer 2013 zu Fuß von ihrem Heimatort Fribourg in der Schweiz nach Berlin gepilgert ist, zeigt am Samstag, 12. November, um 18 Uhr in der Kunsthalle in Altdorf bei Ettenheim eine Filmdoku ihrer Tour. Es war ein Marsch von 1100 Kilometern in 65 Tagen. Auf ihrem Weg sprach sie mit Menschen in Museen, Kunstinstitutionen und Ateliers. Ihre Erlebnisse hielt sie fest in Zeichnungen, Bildern und Ton.

Pilgerreisen gehören weltweit zu den Gepflogenheiten der Gläubigen aller Religionen. Erste Berichte stammen aus dem 4. Jahrhundert nach Christus, kaum ein Kirchenmann von Bedeutung, der sich nicht auf den Weg gemacht hat. Und gerade auch Frauen nahmen die Gelegenheit wahr, auszubrechen aus der Enge ihrer Bestimmung und einmal im Leben diese große und gefährliche Reise zu wagen. Pilgern heißt wochen- und monatelang lang draußen zu sein, bei Wind und Wetter oder sengender Hitze durch Ebenen und Schluchten, über Berge und Felsen zu wandern, sein Bündel zu tragen und nie zu wissen, wo man nachts sein müdes Haupt hinlegen kann. Von Hunden verfolgt, aus Gärten verjagt, von Hunger, Durst und Wegelagerern bedroht, pilgerte man früher in der Gemeinschaft, dem Camino folgend. Marinka war allein auf ihrem selbstgewählten Pilgerweg durch das Deutschland des 21. Jahrhunderts. Ihr Refugio hatte sie im Rucksack, Museen und Kunsthallen waren ihre Etappen. Pilgern bedeutete Ablass der Sünden, Erfüllung eines Gelübdes, Läuterung der Seele.

Was also veranlasst eine junge Künstlerin, sich derart auf die Socken zu machen? Zur Aufführung ihres Films "Kunstpilgerreise1" in der Kunsthalle Altdorf kann man es erfahren. Der Eintritt zur Filmdokumentation in Altdorf ist frei.

Info: Kunsthalle Altdorf, Eugen-Lacroix-Straße 2, 77055 Ettenheim