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10. Juli 2012 11:24 Uhr

Basel

Eurokrise belastet Pharmakonzerne – Medizin nur nach Barzahlung

Die fehlende Zahlungsmoral einiger hoch verschuldeter Eurostaaten setzt die Basler Pharmakonzerne unter Druck. Novartis liefert nur noch, wenn sofort bar bezahlt wird.

  1. Medikamente gibt es für Krisenländer nur noch gegen Barzahlung. Foto: dpa

BASEL/DARMSTADT. Die Schuldenkrise in Südeuropa setzt zunehmend der Privatwirtschaft in Deutschland und in der Schweiz zu. Betroffen sind unter anderem die Pharmakonzerne in der Region, die staatlich finanzierte Gesundheitsversorger in den Krisenstaaten beliefern.

Ein Blick in die Bilanz des Basler Pharmariesen Novartis verrät: Die Forderungen aus bereits getätigten Lieferungen lagen im Jahr 2007 noch bei rund 7,0 Milliarden Dollar. Heute sind es mehr als 10,3 Milliarden Dollar. Novartis bestätigt auf Nachfrage, dass wegen des schwierigen Marktumfelds Rechnungen in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien immer später bezahlt würden. Um einem Zahlungsausfall vorzubeugen, beliefert Novartis die öffentlichen Krankenhäuser mit der schlechtesten Zahlungshistorie nur noch per "Cash on delivery". Geliefert wird also nur noch, wenn sofort bar bezahlt wird. Gleichzeitig stehe Novartis im Austausch mit den Behörden in den betroffenen Ländern. Ziel sei es, Versorgungsrisiken zu minimieren, die für Patienten durch Zahlungsschwierigkeiten im Versorgungssystem entstehen könnten.

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Keine Medikamente mehr auf Kredit

Wegen der fehlenden Zahlungsmoral in den hoch verschuldeten Staaten habe auch Roche den kreditfinanzierten Medikamentenverkauf eingestellt, schreibt die Financial Times Deutschland (FTD).

Derweil will der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck die schlechte Zahlungsmoral der staatlichen Krankenhäuser in Portugal nicht länger hinnehmen. Das Dax-Unternehmen hat der Regierung in Lissabon gedroht, Forschungsprojekte in zweistelliger Millionenhöhe abzuziehen, wenn sich die Krankenhäuser nicht an Abmachungen zur Schuldentilgung halten. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens. Wie hoch die ausstehenden Forderungen sind, wollte er nicht sagen. Nach Angaben der FTD schulden die staatlichen Krankenhäuser in Portugal der Pharmaindustrie mehr als 1,5 Milliarden Euro. Im Durchschnitt müssten die Unternehmen 550 Tage warten, bevor ihre Rechnungen bezahlt werden.

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Autor: Simon Stortz und dpa


2 Kommentare

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Pat Gra  

Pat Gra

Registriert seit: 12.07.2011

Kommentare: 140

10. Juli 2012 - 13:55 Uhr

super das dies gerade Heute durch die Medien zieht. Sollen dadurch die Karlsruher Richter in ihrer Entscheidungsfindung *pro* gestimmt werden? So nach dem Motto, "nicht das wir schuld sind, wenn in den ärmeren Euroländern Menschen sterben, weil sich der Staat keine Medis mehr leisten kann!"

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Bodo Weis  

Bodo Weis

Registriert seit: 26.05.2009

Kommentare: 868

10. Juli 2012 - 19:29 Uhr

Aber nein Herr Joachim Math,
dieser Artikel ist doch viel effektiver
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/wirtschaft/ende-der-gemeinschaftswaehrung-koennte-deutsche-billionen-kosten

Sie haben es erkannt, hier wird ganz bewusst mit Hilfe der Presse manipuliert.
Es wird selbst die sonst so gern beschworene „Unabhängigkeit“ des Gerichts in Frage gestellt, ja sogar die Urteilsfähigkeit der Richter bezweifelt.

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