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22. Januar 2010 15:07 Uhr

Spezialisten im Einsatz

Experten untersuchen Risse am Münsterturm

Woher kommen die Risse am Turmhelm des Münsterturm? Dieser Frage gehen derzeit auf der Turmbaustelle zwei Experten aus München nach. Abseits der Risse brachten erste Messungen ein interessantes Details ans Tageslicht: Der Turm steht nicht ganz waagrecht.

  1. Jörg Rehm (links) und Christian Kayser nehmen die Risse am Münsterturmhelm unter die Lupe. Foto: Thomas Kunz

Die Fachingenieure Christian Kayser und Jörg Rehm aus München haben in den vergangenen Tagen die Risse in Strebesteinen am Münsterturm unter die Lupe genommen. Die Risse sind bei den derzeitigen Sanierungsarbeiten entdeckt worden.

Sie sind vermutlich aber bereits mehrere Jahrhunderte alt, sagen die Experten vom auf historische Bauwerke spezialisierten Büro für Tragswerksplanung Barthel und Maus. Eine nähere Einschätzung über die Schäden könnten sie erst nach weiteren Untersuchungen geben, sagten sie gestern, nach einer Besprechung auf der Turmbaustelle mit Thomas Laubscher, dem Projektleiter der Turmsanierung.

Eine interessante Entdeckung können die beiden Ingenieure bereits vorweisen. Sie haben mit einem Nivelliergerät und einem sogenannten Rotationslaser den Turm vermessen. Dabei stellten sie fest, dass der Turm nicht ganz waagrecht steht, sondern drei bis vier Zentimeter zur Südweste-Ecke hin tiefer liegt. Ob sich diese "Inhomogenität" auch auf die vertikale Linie auswirkt, müssten weitere Messungen ergeben. "Auch die Eckholme sind ja nicht ganz gerade, das sieht man schon von unten", berichten sie hoch droben auf Freiburgs höchster Baustelle: "Das macht die Konstruktion noch komplizierter".

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Dennoch: Die beiden Spezialisten sind voll des Lobes für die mittelalterlichen Baumeister und deren Leistung vor allem beim wagemutigen Bau des durchbrochenen Turmhelms. "Dem Bauwerk vom Gerüst aus von innen und außen so nahe zu kommen, solch eine Gelegenheit gbt es in 100 Jahren nur einmal", schwärmt Christian Kayser vom Münsterturm. Auch gebe es noch sehr viel gut erhaltene Bausubstanz aus dem 13. Jahrhundert: "Diese Steine sind oft im besseren Zustand, als die, die später eingebaut wurden", sagt Christian Kayser.

Autor: Joachim Röderer