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02. Februar 2012
"Die Jungs sollten sich warm anziehen"
Am Wochenende wird die Bundesliga zum Gefrierschrank.
BERLIN (sid). Handschuhe, Langarmtrikots, Thermounterwäsche und Vitamine in der Kabine: Die Profis aus der Fußball-Bundesliga rüsten sich für den kältesten Spieltag der Saison. Bei Temperaturen bis zu minus 15 Grad wird der Fußball am Wochenende für Spieler und auch Zuschauer zur echten Herausforderung. "Das ist eine grenzwertige Situation", sagte Mannschaftsarzt Tim Meyer von der Nationalmannschaft. Bei minus 15 Grad sei bezüglich der Verletzungsgefahr "ein leicht erhöhtes Risiko vorhanden", betonte der Sportmediziner aus dem Saarland.
Zum Auftakt des Frost-Spieltages tritt der deutsche Meister Borussia Dortmund Freitag beim 1. FC Nürnberg an. BVB-Mannschaftsarzt Markus Braun mahnte zur Disziplin. "Die Jungs sollten sich warm anziehen. Sie besitzen Funktionswäsche, die dafür sorgt, dass die Feuchtigkeit nach außen abgegeben wird." Braun wollte noch nicht von einer Extremsituation sprechen, da alle Spieler seit Tagen bei niedrigen Temperaturen trainieren. "Ich werde auf jeden Fall eine lange Hose anziehen und einiges unter das Trikot", kündigte BVB-Keeper Roman Weidenfeller an. In der Kabine wartet frisches Obst auf die Spieler, damit die nötige Vitaminzufuhr geregelt ist. Nürnbergs Sportchef Martin Bader sieht dem ausverkauften Frostgipfel gelassen entgegen. "Wir hatten schon andere kalte Spiele, und wenn das Stadion voll ist, wärmen sich die Fans gegenseitig", sagte er der Berliner Morgenpost. Der Boden werde per Rasenheizung seit Tagen bearbeitet. Jeder Klub in der Bundesliga muss seit der Saison 2007/2008 eine Rasenheizung haben.
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Nationalmannschafts-Arzt Meyer wies darauf hin, dass Muskulatur und Durchblutung bei der Eiseskälte nur langsam auf Touren kämen. Ein weiteres Problem: Die Spieler atmen permanent die trocken-kalte Luft ein. Das führt zur Reizung der Atemwege und kann bei anfälligen Profis schnell zu asthmatypischen Reaktionen führen. Im Osten der Republik sollen die gefühlten Temperaturen durch den eisigen Wind sogar bei minus 40 Grad liegen. Beim Deutschen Fußball-Bund gab es bislang noch keine Anzeichen auf mögliche Spielabsagen. Der DFB und die Deutsche Fußball Liga sahen wegen der Bespielbarkeit der Plätze für die 1. Liga bislang noch keinen Handlungsbedarf und entscheiden von Fall zu Fall. Platzkommissionen inspizieren die Spielfelder. Eine Temperatur-Grenze im Frostbereich, die eine Spielabsage nach sich zieht, gibt es nicht.
Autor: sid
