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30. Januar 2012

Drei Punkte – und sonst nicht viel

Der FC Bayern München besiegt Wolfsburg mit 2:0 und sieht sich wieder auf Kurs / VfL-Coach Magath einmal mehr enttäuscht.

  1. Höhepunkt einer spielerisch armen Partie: Münchens Spieler David Alaba (rechts) und der Wolfsburger Giovanni tauschen die Trikots. Foto: dapd

MÜNCHEN (sid). Meisterlich sieht anders aus – doch nach dem verpatzten Rückrunden-Start bei Borussia Mönchengladbach und der jüngsten "Facebook-Affäre" zählte für Bayern München letztlich nur der Sieg. "Wenn man eine Niederlage im Nacken hat, spielt man natürlich nicht so befreit auf. Aber wichtig war, dass wir gewonnen haben und weiter Tabellenführer sind", sagte Kapitän Philipp Lahm nach dem schwer erkämpften und glanzlosen 2:0 (0:0)-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg, der die zuletzt angespannte Lage beim deutschen Fußball-Rekordmeister wieder etwas beruhigt hat.

Dass das Ganze allenfalls ein erster kleiner Schritt nach vorne war, war den Bayern-Stars bewusst. "Dass wir besser spielen können, ist allen klar", meinte Lahm. "Man kann nicht erwarten, dass es von null auf hundert geht. Fußballerisch hat nicht alles geklappt", ergänzte der blass gebliebene Arjen Robben. Der Niederländer sorgte mit seinem Tor zum 2:0 in der Nachspielzeit (90.+2), als er nach einem heber von Ivica Olic auf der Linie angeschossen wurde, wenigstens für die Entscheidung. Zuvor hatte Torjäger Mario Gomez die Bayern mit seinem 17. Saisontor (60.) nach zähem Kampf auf die Siegerstraße gebracht. Robben hofft nun, dass die Münchner, die weiterhin die um vier Treffer bessere Tordifferenz zum Tabellenzweiten Borussia Dortmund aufweisen, analog zur Hinrunde eine Serie starten können. Rückkehrer Franck Ribéry war schon einmal froh, "dass wir jetzt ruhig weiterarbeiten können. Wir hatten in dieser Woche viel Druck, viel Stress, viel Negatives. Es war wichtig, dass wir gewonnen haben", sagte der Franzose, der das Bayern-Spiel zumindest in der ersten Hälfte beleben konnte.

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Trainer Jupp Heynckes, der am kommenden Samstag in Hamburg wegen der Gelbsperre von Rafinha erneut seine Abwehr umbauen muss, zeigte sogar Verständnis, dass sein Team vor 69 000 Zuschauern nicht geglänzt hatte. "Wenn man in die Rückrunde mit einer Niederlage startet, strotzt man nicht gerade vor Selbstvertrauen", meinte er.

Immerhin hatte Heynckes bei seinem 282. Sieg als Bundesliga-Coach in Bezug auf das Engagement diesmal nichts zu bemängeln, nachdem er noch nach dem 1:3 in Gladbach die Einstellung kritisiert und einen eindringlichen Appell an seine Profis gerichtet hatte: "Alle haben kämpferisch überzeugt. Das hat mir gefallen."

Auch die Tatsache, dass die zuletzt kritisierte Abwehr stabil stand und seine Stars einige Chancen herausspielten, wertete Heynckes positiv – mit einer Einschränkung: "Eine Mannschaft wie wir muss früh in Führung gehen, dann kann man die 90 Minuten viel leichter runterspielen."

So blieb es bis zum Schluss ein Zitterspiel, auch wenn sich die Wolfsburger einmal mehr als toller Gast in München präsentierten. Im 17. Bundesliga-Gastspiel setzte es bereits die 16. Niederlage bei bisher nur einem Remis (3:3 am 8. Dezember 2001). Nicht viel besser stellt sich für den harmlosen VfL die Auswärtsbilanz in dieser Saison dar. Mit mageren vier Pünktchen bleibt Wolfsburg das schlechteste Auswärtsteam der Liga.

Der weiterhin in München lebende VfL-Coach Magath sah trotz des Rückschlags nach zuletzt zwei Siegen "einen kleinen Schritt nach vorne". Allerdings musste er auch eingestehen, "schon ein bisschen enttäuscht" zu sein. "Ein bisschen mehr Mumm – und wir hätten aus unseren wenigen Möglichkeiten ein Tor machen können. So war es ein verdienter Sieg für Bayern." Meisterlich war er allerdings nicht.

Autor: sid