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06. Februar 2012
ECKSTOSS: Die Liga heizt sich selbst ein
Profifußballer und die große Kälte – ein Kapitel für sich.
Selbstverständlich ist Fußball keine Wintersportart und wird wohl nie eine werden. Aber das Tamtam, das in der Bundesliga an diesem Wochenende wegen der klirrenden Kälte gemacht wurde, war riesengroß – und es dürfte in Regionen wie Russland und Skandinavien mit einem milden Lächeln zur Kenntnis genommen worden sein. "Fußball soll bei Temperaturen ab minus 15 Grad, bei starkem Wind ab Temperaturen von minus 10 Grad nicht mehr gespielt werden. Bei starker Kälte muss der Schiedsrichter auf die angemessene Bekleidung der Beteiligten achten", ließ der Deutsche Fußball-Bund auf seiner Homepage zur Erläuterung mitteilen. "Es ist brutal. Das Aufwärmen ist schwer bei dieser Kälte", sagte Bayern-Star Franck Ribéry – und es darf durchaus einmal darüber nachgedacht werden, ob es viele Sportarten gibt, in denen sich Spieler teilweise so (fahr)lässig aufwärmen wie im Fußball – Kälte hin oder her. Die Kicker haben sich größtenteils dann doch nicht beschwert, denn sie zählen ja zu den Privilegierten im Stadion: Zum einen spielen sie in der ersten und zweiten Bundesliga auf einem Rasen, unter dem sich eine kuschelige Rasenheizung befindet. Zum anderen können sie – im Gegensatz zu den Zuschauern – ein Stück weit der Kälte durch intensives Rennen trotzen. Allerdings haben die Minusgrade vom Wochenende nicht zu signifikanten Unterschieden in Sachen Bewegung geführt, den Lauffaulen der Liga konnte auch Väterchen Frost keine Beine machen. Einige Kicker – wie Ribéry und Kevin Großkreutz (Dortmund) – traten sogar in kurzärmligen Trikots an. Wie sagte doch Jupp Heynckes, der Trainer des FC Bayern München, bevor er sich seine beheizbaren Schuhsohlen anwarf: "Wir sind ja Männer."
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Autor: Georg Gulde
