Fehlstart für Vize-Meister

dpa

Von dpa

So, 26. August 2018

1. Bundesliga

Der Sonntag Fussball-Bundesliga Schalke 04 verliert ein turbulentes Spiel gegen Wolfsburg.

Einen Tag nach dem turbulenten Bayern-Sieg im Eröffnungsspiel gegen Hoffenheim verliert Vize-Meister Schalke in Unterzahl beim VfL Wolfsburg. Wieder sorgt der Videobeweis für Diskussionen. Die Aufsteiger Düsseldorf und Nürnberg verlieren.

Schalke 04 hat einen Fehlstart in die neue Bundesliga-Saison hingelegt. In der Nachspielzeit und auch in Unterzahl kassierte der Vorjahres-Zweite am Samstag das entscheidende Gegentor zur 1:2 (0:1)-Niederlage beim Beinahe-Absteiger VfL Wolfsburg. Umjubelter Torschütze war der Wolfsburger Neuzugang Daniel Ginczek (90.+5). VfL-Verteidiger John Anthony Brooks hatte die Wölfe zunächst in der 33. Minute nach einem Eckball in Führung gebracht. In der Schlussphase verursachte der US-Nationalspieler dann aber auch einen Foulelfmeter, den Nabil Bentaleb in der 85. Minute zum zwischenzeitlichen 1:1 verwandelte.

Neben diesem turbulenten Spielverlauf sorgte vor 26 621 Zuschauern auch der Videobeweis für Gesprächsstoff – und das binnen drei Minuten gleich zweimal. Im Falle des Schalker Verteidigers Matija Nastasic zückte Schiedsrichter Patrick Ittrich nach einem groben Foul zunächst die Gelbe Karte, ehe er den Serben nach dem Studium der Videobilder mit Rot vom Platz stellte (66.). Bei Wolfsburgs Wout Weghorst lief es kurz darauf genau umgekehrt. Erst sah der Niederländer wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit die Rote Karte. Nachdem Ittrich seine Entscheidung aber erneut überprüft hatte, bekam der Stürmer nur Gelb und durfte weiterspielen (69.). Die Schalker protestierten vehement.

Eigentlich hatte sich bei der Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco im Vergleich zu der erfolgreichen Vorsaison gar nicht allzu viel geändert. In der Startformation standen am Samstag nur drei Neuzugänge (Mark Uth, Suat Serdar und Salif Sané). Und auch taktisch setzte der Schalker Coach erneut auf Spielkontrolle, auf eine stabile Defensive und das Lauern auf gegnerische Fehler. Dem Champions-League-Teilnehmer gingen jedoch die Zielstrebigkeit und Abgeklärtheit der vergangenen Monate ab. Im Spiel nach vorne gelang dem Favoriten nur wenig. Immer wieder haderte Tedeso an der Seitenlinie mit unnötigen Ballverlusten im Spielaufbau oder unpräzisen Zuspielen in den Strafraum.

Auch in ihrer Königsdisziplin, dem Verteidigen, zeigten die Königsblauen ungewohnte Schwächen. Vor dem Wolfsburger Führungstor schlug Maximilian Arnold einen Eckball in den Strafraum, wo der US-Nationalspieler Brooks einfach unbemerkt einem halben Dutzend Schalker Verteidiger davonschleichen konnte. So frei wie der 25-Jährige in dieser Szene steht am Fünfmeterraum ansonsten nur der Platzwart, wenn er in der Halbzeitpause den Rasen pflegt.

Die Wölfe waren in diesem Spiel schon vorher mutiger, bissiger und auch spielstärker gewesen. Bereits in der 22. Minute musste Schalkes Torwart Fährmann einen Freistoß des Brasilianers William parieren.

Nach zwei völlig verkorksten Jahren im Abstiegskampf verzichteten Trainer Bruno Labbadia und der neue Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke in diesem Sommer ganz bewusst auf einen großen Umbruch. Sie versuchen stattdessen, ohne großen Erwartungsdruck endlich das Potenzial dieser teuren Mannschaft freizulegen. Und zumindest zum Saison-Auftakt zahlte sich dieses Vertrauen auch aus.

Wolfsburg spielte in der zweiten Halbzeit zunächst weiter nach vorne und hielt die Schalker so lange Zeit vom eigenen Tor fern. In Unterzahl kamen die Gäste erst in den letzten zehn Minuten wieder gefährlich auf. Breel Embolo vergab schon in der 83. Minute eine dicke Chance. Zwei Minuten später traf Bentaleb vom Elfmeterpunkt. Ein Punkt in Unterzahl wäre für die Schalker ein ordentliches Ergebnis gewesen. Doch dann bissen die Wölfe noch einmal spät zu.

Düsseldorf verliert Comeback

Derweil sind Fortuna Düsseldorf und Trainer-Routinier Friedhelm Funkel mit einer 1:2 (1:0)-Niederlage gegen den FC Augsburg auf die Bühne der Fußball-Bundesliga zurückgekehrt.

1925 Tage nach dem letzten Erstligaspiel war das Führungstor der Rheinländer durch Benito Raman in der 39. Minute zu wenig. Die Augsburger beendeten durch Martin Hinteregger (57.) und Rückkehrer André Hahn (76.) ihren kleinen Fluch: Nie zuvor war ihnen ein Bundesliga-Auftaktsieg gelungen.

Vor Spielbeginn wurde es am Samstag unter den 40 996 Zuschauern, darunter auch Bundestrainer Joachim Löw, sehr emotional: Mit einem Ehrenapplaus gedachte die Fortuna ihres Ende Juni im Alter von 76 Jahren gestorbenen früheren Managers Wolf Werner. dpa