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25. November 2008

Podolski will packen

Aufregung in München vor dem Champions-League-Spiel gegen Steaua Bukarest

  1. Will den Bayern-Dress im Winter endgültig ausziehen: Lukas Podolski Foto: dpa

MÜNCHEN (dpa). Ein Punkt gegen Steaua Bukarest reicht, aber der FC Bayern möchte beim Start in die "Wochen der Wahrheit" auch ohne den schon auf gepackten Koffern sitzenden Lukas Podolski mehr. "Das Spiel hat ungeheure Bedeutung für uns", erklärte Trainer Jürgen Klinsmann angesichts der Aussicht, am Dienstag (20.45 Uhr/Premiere) vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen.

Den Münchnern würde dazu gegen den bisherigen Punktelieferanten aus Rumänien schon ein Unentschieden reichen, aber Kapitän Mark van Bommel fordert einen Heimsieg: "Mir ist der Gruppensieg sehr wichtig. Dann hat man im Achtelfinale zunächst ein Auswärtsspiel", erläuterte der Niederländer.

Mit acht Punkten liegen die Bayern in Gruppe F gleichauf mit Olympique Lyon, Florenz (3) und Bukarest (1) sind abgeschlagen. Am letzten Spieltag dürfte es für die Bayern in Lyon zum Endspiel um Platz eins kommen. Wie wertvoll der Heimvorteil im entscheidenden Achtelfinal-Rückspiel sein kann, daran erinnerte der neuerdings angeblich auch von Real Madrid umworbene Bastian Schweinsteiger: "So sind wir 2007 schon gegen Real ins Viertelfinale gekommen." Nach einem 2:3 in Madrid besiegte man die "Königlichen" in München 2:1.

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Die Hoffnungen auf einen erwärmenden Champions-League-Abend ruhen in erster Linie auf dem "rosaroten Panther" Franck Ribéry – für Wirbel im Vorfeld sorgte aber einmal mehr Lukas Podolski. Der Nationalspieler, der nach einer Oberschenkelprellung zumindest wieder auf der Bank sitzen soll, zog am Montag für sich persönlich einen Schlussstrich unter zweieinhalb enttäuschende Jahre beim deutschen Rekordmeister. "Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich den Verein im Winter verlassen möchte", ließ der Angreifer via Bild wissen.

Der von Manager Uli Hoeneß noch am Wochenende verkündete Vorstandsbeschluss, im Winter "aus heutiger Sicht" keinen Profi abzugeben, schert Podolski nicht. "Ich habe den Verantwortlichen bereits mitgeteilt, dass ich im Winter weg will", sagte der 23-Jährige – ungeachtet eines gültigen Vertrags bis 30. Juni 2010.

58 Bundesligaspiele, zwölf Tore, die nackten Zahlen dokumentieren Podolskis Frust-Bilanz, die auch eine für den FC Bayern ist. Auch unter seinem einstigen Nationalmannschafts-Förderer Jürgen Klinsmann hat der unter Dauer-Heimweh ins Rheinland leidende Angreifer die "Platzhirsche" Luca Toni und Miroslav Klose nicht bedrängen können. Nun hat sich Podolski mediengerecht ins Verkaufs-Fenster gestellt und mögliche Interessenten – angefangen bei seinem Ex-Klub 1. FC Köln – können jetzt ihre Millionen-Angebote abgeben. Das letzte Wort aber hat der FC Bayern München, der trotz der jüngsten Ausleihe des US-Amerikaners Landon Donovan für seine hohen Saisonziele einen Ersatz für Podolski benötigen dürfte.

Autor: dpa