Fussball-Bundesliga

STANDPUNKT: Schäfchenzählen am Samstagnachmittag

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

So, 14. Januar 2018

1. Bundesliga

Wenn es noch ein letztes winziges Fünkchen Hoffnung auf ein bisschen Nervenkitzel im Titelrennen der Fußball-Bundesliga gab, seit Freitagabend ist dieses zerstoben. Die Bayern aus München siegten auch in Leverkusen, die Schale bleibt, wo sie ist – an der Säbener Straße. Im sechsten Jahr in Folge kennen die Fans den künftigen Meister weit vor dem Aschermittwoch.

Gut ist das nicht, aber es gibt keinen Knopf, mit dem sich an anderes Programm in Gang setzen könnte. Ein sportpolitisches Konzept, das die Dominanz des Rekordmeisters brechen könnte, wäre so unvernünftig, dass ein Nachdenken darüber nicht lohnt.

Die einzige Hoffnung ruht auf zwei Konkurrenten der Bayern: den Dortmundern und Leipzigern. Wenn in Westfalen und Sachsen wieder und endlich gelingt, woran die Vereinsverantwortlichen seit langem und kurzem basteln, könnte den Münchnern irgendwann der Widersacher erwachsen, der die Langeweile am Samstagnachmittag beendet.

Sonst ist leider niemand in Sicht, der an eine Machtverschiebung glauben lässt. Weder in Leverkusen, noch in Gelsenkirchen und schon gar nicht in Berlin.

"Das wahre Rennen um die Meisterschaft ist der Abstiegskampf", sagt ein Kollege indes immer wieder, und man kann ihm kaum widersprechen. Dort, wo auch der Sportclub aus Freiburg um das Überleben kämpft, ist die Bundesliga am spannendsten.

Gut ist das nicht, aber schon der Blick über die Republikgrenzen hinaus verhindert Neidgefühle: In Frankreich zieht Paris SG dank vieler Millionen vom Golf an der Tabellenspitze allen davon, in England dreht Manchester City einsam seine Runden, in Spanien ist der FC Barcelona das Maß aller Dinge. Nur in Italien gewinnen zwei Klubs Woche für Woche – einer aus Turin, der andere aus Neapel.

Aber besser als Schäfchenzählen ist noch immer Frankfurt gegen Freiburg . . .