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08. Dezember 2008

"Yes we can" auf die badische Art

Karlsruher SC bezwingt Bremen und verlässt die Abstiegsplätze

KARLSRUHE (dpa). Barack Obamas Motto hat dem Karlsruher SC zur ersehnten Trendwende verholfen. "Yes we can", stand in Anlehnung an den Wahlkampfslogan des künftigen US-Präsidenten auf dem Plakat, das die Spieler nach dem verdienten 1:0 -Heimsieg gegen den enttäuschenden Vizemeister Werder Bremen über den Rasen des Wildparkstadions trugen. "Auf zum Klassenerhalt", hieß es auf dem Banner weiter – und der Glaube daran war nach dem ersehnten Befreiungsschlag durch das Siegtor von Stefan Buck in der 83. Minute wieder da.

"Die Tabelle ist für mich zweitrangig. Aber es ist natürlich ein besseres Gefühl, nicht 17 Mannschaften von unten anschauen zu müssen", gestand KSC-Trainer Edmund Becker, nachdem sein Team vor 29 373 Zuschauern die "schwarze Serie" von neun Spielen ohne Sieg beendet und die Abstiegsränge wieder verlassen hatte. "Wir haben gezeigt, wozu diese Mannschaft imstande ist", lobte Kapitän Christian Eichner, warnte aber: "Wir sollten auf dem Boden bleiben. Es ist noch nichts Großes passiert."

Mit Leidenschaft und Siegeswillen hatte der Abstiegskandidat den kraftlos und uninspiriert wirkenden Bremern Anschauungsunterricht erteilt. Vor dem vorerst letzten Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand am Dienstag boten die Norddeutschen, die in dieser Saison beständig zwischen Rausch und Kater pendeln, erneut ein Bild des Jammers. Tief frustriert versetzte Claudia Pizarro in der Schlussminute Martin Stoll einen Schlag an den Hals und sah von Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) Rot. Diego, dessen Würgegriff gegen Eichner der Referee übersah, wurde durch die Fernsehbilder überführt und muss ebenfalls eine längere Sperre fürchten. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ermittelt bereits. Am Ende einer verkorksten Hinrunde rufen die Bremer den sportlichen Notstand aus. "Ich habe keine Angst vor dem Wort Krise. Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", schimpfte Manager Klaus Allofs. "So wie wir uns präsentieren, hat das keine Zukunft", befand Per Mertesacker.

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Dagegen blicken die Karlsruher wieder voller Optimismus der Rückrunde entgegen. "Wir müssten jetzt eine Serie starten", forderte Torwart Markus Miller. Manager Rolf Dohmen versprach für das neue Jahr frische Kräfte: "Wir werden auf jeden Fall zwei, drei Spieler holen." Gesucht werden vor allem ein Offensivspieler sowie ein Innenverteidiger. "Wir wollen uns punktuell breiter aufstellen. Immerhin haben wir den kleinsten Kader der Bundesliga", erklärte Dohmen.

Kandidat für eine Rückkehr zum KSC bleibt der 2007 zu Borussia Dortmund abgewanderte Giovanni Federico. "Er hat immer einen Koffer hier stehen", sagte Dohmen. Zunächst müsse der 28-Jährige, der beim BVB in dieser Saison kaum zum Zug kommt, aber seine Vertragslage bei den Dortmundern klären. Weitere Namen von möglichen Neuzugängen wollte der KSC-Manager nicht nennen. Jeder neue Spieler werde jedoch Bundesliga-Erfahrung vorweisen können. "Der Handlungsspielraum ist so groß, dass wir für unsere Verhältnisse vernünftige Spieler holen können", sagte Dohmen.

Autor: dpa