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15. Januar 2010
Fußballer Alexander Iashvili
"Guter Fußball ist immer ein Spektakel"
Menschen und Sport: Der Georgier Alexander Iashvili ist Kapitän des Karlsruher SC und fühlt sich in Baden wohl.
FUSSBALL. Mit Hallenfußball rennt man bei Alexander Iashvili offene Türen ein. "In der Halle", sagt der Kapitän des Karlsruher SC, "erkennst du sofort den Straßenfußballer." Wenn der Georgier mal im Urlaub in seiner Heimat weilt, geht er mit Freunden selbst gerne unter dem Dach kicken. Am Sonntag beim 36. Hallenmasters in Niederschopfheim wird er indes nur zuschauen und Autogramme geben.
Als Alexander Iashvili noch in Diensten des SC Freiburg stand, gab es ein Reizwort, das sofort dafür sorgte, sich mit ihm mitten in einem hitzigen Gespräch zu befinden. Der brasilianische Stürmer Ronaldo war für den SC-Angreifer damals mehr als ein Vorbild, ein echter Säulenheiliger. Wagte man Kritisches über den Star zu äußern, bekam man mit Iashvili Ärger. Mittlerweile sieht der 33-Jährige dies viel gelassener, aber beim Thema Straßenfußball taut er noch immer sofort auf: "Guter Fußball ist eben immer ein Spektakel." Anders hingegen ist es bei ihm mit der Politik. Dabei ist es keineswegs so, dass die den gebürtigen Tifliser nicht interessiert. Besonders vor dem Hintergrund, dass sich sein Heimatland Georgien im Sommer 2008 am Rande eines Krieges mit Russland befand. Doch offensichtlich ist ihm zu heikel, mit Journalisten darüber zu sprechen. "In Georgien ist doch alles wieder ruhig", sagt Iashvili und schon ist man wieder beim Fußball.
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Und beim Karlsruher SC. Dort besitzt Iashvili einen Vertrag bis zum Sommer 2013. "Ich habe für so lange Zeit beim KSC unterschrieben, weil ich mich in diesem Verein sehr wohlfühle. Und überaus gern bin ich dessen Kapitän." Dennoch will der dreifache Familienvater über etwaige ehrgeizige Ziele des Zweitligisten nicht mehr öffentlich spekulieren: "Wir haben uns zum Ende der Hinrunde stabilisiert und einige wichtige Spiele gewonnen. Jetzt sollten wir nicht gleich nach Platz drei schielen, sondern immer nur auf das nächste Spiel schauen. Wenn wir jedes gut vorbereitet und konzentriert angehen, werden wir erfolgreich sein." Nur Lob gibt es von Iashvili für den neuen KSC-Coach Markus Schupp: "Er weiß, wie er mit uns zu kommunizieren hat." Die Begeisterung, mit der seine Kollegen Anfang Januar im türkischen Trainingslager Belek gearbeitet hätten, könne die KSC-Fans optimistisch stimmen: "Leider konnte ich wegen einer Oberschenkelzerrung nicht das gesamte Programm mitmachen. Deshalb kam für mich das erste Rückrunden-Spiel in Aachen etwas zu früh." Doch schon bald will Iashvili das Karlsruher Offensiv-Spiel mit seinen Ideen und Tricks wieder beleben.
Als ein auffallend feiner Techniker galt Alexander Iashvili schon immer. Die schnellen Haken, die exzellente Ballbehandlung waren bereits seine Markenzeichen, als der Ärztesohn noch als Junior bei Dynamo Tiflis kickte. Der Vorzeige-Fußballklub des Kaukasus zehrte in der zweiten Hälfte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts jedoch mehr von den Erinnerungen an eine ruhmreiche Vergangenheit und blickte im unabhängig gewordenen Georgien in eine sportlich eher düstere Zukunft. Immer früher zog es die dort ausgebildeten Talente ins Ausland, Iashvili wechselte so schon als 19-Jähriger zum VfB Lübeck. Dort fiel er Volker Finke auf, der ihn während der Hinrunde der Saison 1997/98 nach Freiburg holte. Hier erlebte er seine erfolgreichsten Tage, 255 Mal lief er im SC-Trikot auf und erzielte in der 1. und 2. Liga immerhin 51 Tore für die Breisgauer. 2004 und 2008 wurde Iashvili auch zum georgischen Fußballer des Jahres gewählt. "Der SC Freiburg hängt mir immer noch am Herzen", behauptet er.
Zum langjährigen Ex-Trainer beim Sport-Club hält Iashvili weiterhin engen Kontakt, genau wie zu seinen beiden Mitspielern aus Freiburger Zeiten, Levan Kobiashvili und Levan Tskitishvili. "Wir sind wie eine Familie", sagt er. Als sie noch unter Finkes Fittiche versammelt waren, verbrachten sie miteinander viel Freizeit, was damals Iashvilis Ehefrau in einem Interview zur spitzen Bemerkung verführte: "Ach, diese Männer können eigentlich nur Fußball gucken."
sofort den Straßenfußballer."
Autor: Toni Nachbar
