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25. Januar 2012
Afrikas Rache an München
Blatter: Hoeneß ist schuld am Olympia-Debakel.
FREIBURG. Das Imperium schlägt zurück. Joseph Blatter, der allmächtige Chef des Fußball-Weltverbandes (Fifa), ist die andauernden Sticheleien aus München offenbar leid. Schon seit geraumer Zeit kritisieren Uli Hoeneß, der Präsident des deutschen Rekordmeisters Bayern München und der Vorstandsvorsitzende des Klubs, Karl-Heinz Rummenigge, das Amtsgebaren des Schweizers an der Fifa-Spitze, der nach Gutsherrenart den Weltverband führt und sich zudem immer mal wieder Korruptionsvorwürfen ausgesetzt sieht. Aufklärung verspricht der aus dem Wallis stammende Blatter zwar immer mal wieder. So richtig in Schwung kommt die Arbeit jedoch nicht, worauf Hoeneß und Rummenigge gelegentlich mal hinweisen.
Jetzt hat Blatter verbal zurückgeschossen, in einem Interview mit dem Fachblatt Kicker. Danach, Achtung!, ist Uli Hoeneß Schuld daran, dass München die Olympischen Winterspiele 2018 nicht bekommen hat, stattdessen Pyeongchang die Winterparty ausrichten darf. Als Grund nannte Blatter: "Hoeneß hat im Vorfeld der Fußball-WM 2010 in Südafrika derart gelästert, dass es kaum mehr zu steigern war." Dafür hätten sich die zwölf afrikanischen Vertreter im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bei der Olympiavergabe gerächt. Issa Hayatou, aus Kamerun stammender Präsident des afrikanischen Fußballverbandes, habe dies Franz Beckenbauer vor der Olympiavergabe unmissverständlich erklärt.
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Hoeneß und Rummenigge haben auf den verbalen Querschläger aus dem Zürcher Fifa-Hauptquartier bislang noch nicht reagiert. Vielleicht auch, weil es wegen dessen objektiver Dürftigkeit gar nicht notwendig ist. Die Olympiaabstimmung ging damals mit 25:63 Stimmen gegen die Südkoreaner verloren. Selbst mit den zwölf Stimmen aus Afrika, hätte es immer noch eine 37:51-Schlappe für München gegeben. Ob die fehlenden Stimmen hätten gekauft werden können, ließ Blatter wohlweislich offen.
Autor: Michael Dörfler
