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08. Februar 2012
Der Meister spaßt nicht
Borussia Dortmund zieht mit einem klaren 4:0-Erfolg über Holstein Kiel ins Pokal-Halbfinale ein.
KIEL (dpa). Borussia Dortmund hat das Kieler Pokal-Märchen beendet und ist dem ersten Double der Vereinsgeschichte einen weiteren Schritt nähergekommen. Der deutsche Meister erreichte am Dienstagabend durch das 4:0 (2:0) beim Viertligisten Holstein Kiel erstmals seit 2008 wieder das Halbfinale im DFB-Pokal.
Bei teilweise irregulären Platzverhältnissen und minus fünf Grad trafen der Pole Robert Lewandowski (11.) mit seinem vierten Pokal-Tor, Shinji Kagawa (18.), Lucas Barrios (80.) und Ivan Perisic (87.) für den überlegenen Tabellenführer der Bundesliga. Nach den überraschenden Zu-Null-Siegen gegen den Bundesligisten Mainz 05 (2:0) und davor gegen die Zweitligisten Cottbus (3:0) und Duisburg (2:0) fehlte dem kämpferisch überzeugenden Pokalschreck aus Kiel vor 11 522 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion diesmal ganz einfach die Klasse."Wir müssen Borussia Dortmund irgendwie auf unser Niveau runterziehen", hatte Kiels Trainer Thorsten Gutzeit vorher erklärt und gehofft, dass der knochenharte Boden die Spiellust der kombinationssicheren Dortmunder negativ beeinflussen würden. Erst drei Stunden vor dem Anpfiff war ein 8000 Quadratmeter großes Klima-Zelt über dem neu verlegten Rasen entfernt worden, das ein Anfrieren des Bodens hätte verhindern sollen – vergeblich. Der Untergrund glich einer Betonpiste.
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Seit ihrem Pokal-Coup am 21. Dezember gegen Mainz hatten die Kieler kein Pflichtspiel mehr bestritten. Erst am Sonntag geht der Alltag in der Regionalliga Nord mit der Dienstreise zum SV Meppen weiter. Nach einem dreitägigen Kurz-Trainingslager im dänischen Lögumkloster war von fehlender Spielpraxis beim Außenseiter allerdings nichts zu sehen.
Vier Tage nach der Rückkehr an die Bundesliga-Tabellenspitze sorgte der Meister dennoch früh für klare Verhältnisse. In der elften Minute gelang Lewandowski nach artistischer Vorarbeit des starken Perisic das 1:0. Nur sieben Minuten später veredelte Kagawa eine schöne Ballstafette über Kapitän Sebastian Kehl und Lukasz Piszczek zum 2:0. Genauso hatte es sich BVB-Coach Jürgen Klopp gewünscht. Im Energiesparmodus die Pflicht erfüllen und Kraft sparen für die nächste Liga-Aufgabe am Samstag gegen Bayer Leverkusen.
Souverän spulte das Dortmunder Starensemble sein Pensum ab und brachte die Gastgeber immer wieder in Verlegenheit. Kagawa (22.) und Moritz Leitner (35.) ließen jedoch gute Gelegenheiten liegen. Die mangelnde Chancenverwertung nahm BVB-Sportdirektor Michael Zorc noch relativ gelassen, dafür wetterte er gegen den Platz. "Teilweise sind es irreguläre Bedingungen. Besonders auf den Außenbahnen ist kein vernünftiger Fußball möglich. Die Verletzungsgefahr ist sehr groß", kommentierte Zorc und forderte entsprechende Regeländerungen, damit ein DFB-Pokal-Viertelfinale in vernünftigem Rahmen stattfinden könne.
Auch nach dem Wechsel behielten die Dortmunder ihr Übergewicht im Mittelfeld. Seit 14 Spielen in der Liga ungeschlagen, demonstrierte die Dortmunder Disziplin im Defensivverhalten die nötige Ernsthaftigkeit für diesen Pokal-Abend. Der eingewechselte Barrios und Perisic setzten die Schlusspointen.
Autor: dpa
