Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
28. Juni 2009 12:47 Uhr
Erste Runde im DFB-Pokal
Der SC tritt in Elversberg an
Auf den SC Freiburg wartet in der ersten Runde des DFB-Pokals eine lösbare Aufgabe: Das Team von Trainer Robin Dutt muss beim Regionalligisten SpVgg 07 Elversberg antreten.
Zu unterschätzen ist der Gegner allerdings nicht: Die SpVgg 07 Elversberg spielt in der Regionalliga West, in der sie gegen viele Zweite Mannschaften von Bundesliga-Teams antreten muss. In der abgelaufenen Saison belegte das Team von Trainer Djuradj Vasic immerhin den 11. Rang.
Auch anderen Partien versprechen Spannung: Titelverteidiger Werder Bremen fährt schon wieder nach Berlin, Nobody Neckarelz empfängt Branchenführer FC Bayern und in Offenbach steigt ein brisantes Rhein-Main-Derby. "Das ist wie ein Sechser im Lotto und das Spannendste in 88 Jahren Vereinsgeschichte", jubelte Clubchef Thomas Ulmer vom Sechstligisten SpVgg Neckarelz am Sonntag. Der nordbadische Verbandsligist habe nach der Auslosung am Samstagabend noch "fleißig bis in die Nacht hinein gefeiert", verriet der Präsident. "Das ist ein absolutes Traumlos. Die Euphorie ist grenzenlos und nicht mehr zu bremsen", sagte Trainer Peter Hogen. Da das Elzstadion nur 4500 Zuschauer fasst, will der klassentiefste Club im Wettbewerb gegen den deutschen Fußball-Rekordmeister und – Pokalsieger aus München nach Mannheim oder Sinsheim ausweichen.
Werbung
Im Vereinsheim "Zur Arena" im 6500-Einwohner-Ort Neckarelz hatten Bundestorwarttrainer Andreas Köpke und die zweimalige Weltmeisterin Renate Lingor beim Ziehen der Lose für die erste Pokal-Runde Partystimmung ausgelöst. Als der frühere Weltklasse-Keeper Köpke die kleine Plastikkugel öffnete und den großen Namen FC Bayern München als Gegner des Vertreters aus dem Neckar-Odenwald-Kreis verlas, sprangen die Fans auf Tische und Bierbänke – und jubelten über das "Spiel des Jahres" am ersten August-Wochenende. Als badischer Fußball-Pokalsieger hatte sich der "Hecht im Karpfenteich" ("Fränkische Nachrichten") für die erste Hauptrunde qualifiziert.
"Diese Mannschaft ist natürlich eine unbekannte Größe für uns", betonte FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger. "Aber auch wenn der Pokal bekanntlich seine eigenen Gesetze hat, müssen wir gegen diesen Gegner natürlich in die nächste Runde einziehen."
Attraktive Kontrahenten für die Partien vom 31. Juli bis 3. August bekamen auch die Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Union Berlin (Pokalsieger Werder Bremen) und Fortuna Düsseldorf (Hamburger SV), die Oberligisten Germania Windeck (Schalke 04) und Kickers Emden (1. FC Köln) oder der Viertliga-Verein SV Babelsberg 03 (Vorjahresfinalist Leverkusen) zugelost. Der deutsche Meister VfL Wolfsburg reist mit dem neuen Trainer Armin Veh zu Zweitliga-Absteiger Wehen Wiesbaden.
Die brisanteste Begegnung bescherte die ehemalige Frankfurter Bundesliga-Spielerin Renate Lingor aber ihrer früheren Wahl-Heimat. 50 Jahre nach dem packenden Endspiel um die deutsche Meisterschaft 1959 zauberte die "Glücksfee" erneut das Derby Kickers Offenbach gegen Eintracht Frankfurt aufs Tableau. "Eine bessere Saisoneröffnung hätten wir uns nicht wünschen können", meinte Frankfurts neuer Coach Michael Skibbe. "Sensationell. Ein cooles Los", befand Patrick Ochs. Der frühere Eintracht-Profi und heutige Kickers-Sportmanager Andreas Möller sagte: "Das ist eine riesige Herausforderung. Das wird ein Fußballfest für die gesamte Rhein-Main-Region."
Für Titelverteidiger Bremen indes beginnt die neue Saison da, wo die alte aufgehört hat – in der Hauptstadt. "Das ist eine schwierige, aber schöne Aufgabe", kommentierte Werder-Coach Thomas Schaaf den Ausflug in das umgebaute Stadion An der Alten Försterei. Und einen Monat nach dem Pokal-Triumph über Leverkusen im Olympiastadion ergänzte Nationalspieler Torsten Frings: "Wieder nach Berlin, da fahren wir gerne hin!" Das Finale 2010 findet am 15. Mai statt.
Autor: dpa
