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03. Februar 2012

"... und das für einen Tagessatz von 15 Euro"

Lutz Wagner referiert bei den Ortenauer Fußballschiedsrichtern / Baudendistel Ehrenmitglied.

  1. Lutz Wagner als Bundesliga-Schiedsrichter in einer angeregten Diskussion mit dem Freiburger Yacine Abdessadki. Foto: archiv: Meinrad Schön

FUSSBALL (th). Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner hielt bei der Halbzeittagung der Ortenauer Fußballschiedsrichter in Nesselried ein eindrucksvolles Referat. So soll ein Lehrabend sein, freute sich Bezirksschiedsrichterobmann Josef Hodapp und war begeistert vom kurzweiligen Vortrag des DFB-Koordinators für Regelumsetzung, Basisarbeit und Talentförderung beim DFB. Nach seinem Referat gab es für Lutz Wagner großen Beifall der rund 300 Ortenauer Kollegen.

"So soll ein Lehrabend sein", freute sich Bezirksschiedsrichterobmann Josef Hodapp und war begeistert vom kurzweiligen Vortrag des DFB-Koordinators für Regelumsetzung, Basisarbeit und Talentförderung beim DFB. Nach seinem Referat gab es für Lutz Wagner "Standing Ovations" der rund 300 Ortenauer Kollegen.
Lutz Wagner, der sich als leidenschaftlicher Schiedsrichter bezeichnete, stellte Regelkenntnis, Regelauslegung und Regelumsetzung in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Natürlich müsse man Regeln lernen, da sei jeder für sich selbst verantwortlich. "Unser Werkzeugkoffer", wie er es formulierte, "ist Grundvoraussetzung für unsere Arbeit."

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Lehrabende müssten aktuell, nachhaltig und leistungsfördernd sein. Man müsse eine Botschaft dabei für sich mitnehmen. "Was zu mir passt, das soll ich auch übernehmen", seine Empfehlung vor allem an die jungen Kollegen. Die haben seiner Meinung nach bei der Bewertung von Situationen während der 90 Minuten meistens nur eine oder zwei Lösungen parat, während ältere Schiedsrichter mehrere anwenden können.

Der Hesse Wagner, heute Mitglied des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, ist immer noch rund 200 Tage im Jahr für die Schiedsrichterei unterwegs. "Und das für einen Tagessatz von 15 Euro", merkte er an und sieht sich dabei an der Seite seiner Amateur-Kollegen. 80 000 Schiedsrichter sind in Deutschland gezählt, nur 4,05 Prozent pfeifen über der Kreisliga. Lutz Wagner weiß aber genau, wo die wahren Helden sind und zeigt sich darum gerne an der Basis. Unterhaltsam, lehrreich, mitunter witzig, gestaltete Wagner seinen Vortrag, den er mit laufenden Filmszenen aus dem Bundesliga-Alltag belegte und zugleich auflockerte. Abseitsbewertung, Notbremse, Videoeinsatz waren weitere Schwerpunkte in seinem Referat. Er outete sich als Befürworter des Videobeweises, aber nur bei der Frage Tor oder nicht. Der DFB-Lehrstab um Lutz Wagner hat nachgezählt: in der letzten Bundesligasaison kam es zu 174 Streitfällen. Davon entschieden die Schiedsrichter 98 richtig, 22 falsch und 54 blieben auslegungsbedürftig. Und dies bei insgesamt 612 Spielen mit bis zu 220 Entscheidungen pro Spiel. Wagner nimmt dabei seine Bundesliga-Kollegen in Schutz. "Eine einzelne Entscheidung sagt nichts über die Leistung des Schiedsrichters aus."

Im Anschluss an das Hauptreferat wurde Fritz Baudendistel (FV Herbolzheim) von Verbands-Schiedsrichter-Obmann Manfred Schätzle (Furtwangen) und BSO Josef Hodapp zum Ehrenmitglied der SR-Vereinigung Offenburg ernannt. Des Weiteren erhielt Baudendistel für über 15 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit die silberne Ehrennadel des SBFV.

Autor: bz