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12. August 2017

Von der Talwiese ins Bundesligastadion

Sechstligist 1. FC Rielsingen-Arlen erwartet Titelverteidiger Borussia Dortmund im DFB-Pokal.

  1. Tobias Bertsch reckt den südbadischen Verbandspokal in die Höhe. Foto: Achim Keller

FREIBURG. Ein Traum wird wahr für die Verbandsliga-Fußballer des 1. FC Rielasingen-Arlen. Den großen Traditionsklub und zugleich Titelverteidiger Borussia Dortmund loste Glücksfee Sebastian Kehl dem südbadischen Verbandspokalsieger für die Partie an diesem Samstag (15.30 Uhr) in der ersten Runde des DFB-Pokal zu. Die Titelsammlung der Borussia kann sich sehen lassen: Champions League Sieger, achtfacher Deutscher Meister, viermaliger DFB-Pokal-Sieger, einmal den Weltpokal eingeheimst sowie einmal den nicht mehr existierenden Europapokal der Pokalsieger und sechsmal Deutscher Superpokalsieger.

Dementsprechend groß ist die Vorfreude auf das Highlight des Jahres in dem Ort mit 12 000 Einwohnern. "Hier herrscht derzeit absoluter Ausnahmezustand", erzählt der Rielasinger Trainer Jürgen Rittenauer. Seit Tagen gibt es im Verein und im Ort nur noch ein Thema: Das Pokalspiel gegen den BVB. "Die Spannung steigt. Das ist ein riesen Ding für uns."

Dass die heimische Talwiese mit ihrer Infrastruktur diesem Kaliber nicht gewachsen wäre, leuchtete sofort jedem ein. Dortmund ist schließlich ein Zuschauermagnet. Doch welche Ausweichmöglichkeiten standen zur Verfügung? Am Bodensee keine, ein Umzug in die nahe Schweiz ist durch die Statuten des DFB verboten. Die Entscheidung fiel letztlich auf das Schwarzwaldstadion des einzigen südbadischen Bundesligisten SC Freiburg. Zwar gut 100 Kilometer entfernt, doch die praktikabelste Lösung. Die Verantwortlichen des Sportclub mussten sich auch nicht lange bitten lassen: Unterstützung eines Amateurklubs bei seinem größten Highlight der Vereinsgeschichte ist für die Freiburger selbstverständlich. Mittlerweile sollen gut 21 000 Karten für die Begegnung verkauft sein. 25 bis 30 Busse werden von Rielasingen Richtung Freiburg rollen.

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Sorge, dass seine Spieler vor dieser großen Kulisse in Ehrfurcht erstarren, hat Rittenauer jedoch nicht. "Ob 15 000 oder 20 000 Zuschauer macht da keinen Unterschied. Die Jungs sollen das Spiel einfach genießen. So etwas werden sie in ihrem Kickerleben vermutlich nie wieder erleben." Allzu viele Vorgaben will er seiner Mannschaft dabei nicht mit auf den Weg geben. "Die Jungs sollen sich auf das Wesentliche konzentrieren und einfach ihr Bestes geben", erklärt der 31-jährige Rittenauer. Er vertraut dabei hauptsächlich auf die Akteure, die dieses Ereignis überhaupt möglich machten, drei Neuzugänge werden auf der Bank Platz nehmen. Ein eigenes Tor zu erzielen und nicht zu viele zu kassieren, nicht zweistellig unterzugehen, wäre ein perfektes Ergebnis für den Sechstligisten. "Die Partie ist ja eigentlich ein Himmelfahrtskommando, selbst wenn alle Dortmunder einen rabenschwarzen Tag erwischen, sind sie als Champions-League-Teilnehmer immer noch ein ganz anderes Kaliber als ein normaler Bundesligist", zeigt er sich realistisch, um zugleich dennoch anzufügen: "Wir vertreten hier aber auch die ganze Region Südbaden, stehen daher in der Verantwortung uns gut zu präsentieren."

Samstagmorgen wollen sie um 10.30 Uhr am Bodensee aufbrechen, unterwegs noch einen Halt einlegen um Mittag zu essen. "Der Ablauf soll möglichst wie üblich sein, um den Jungs etwas die Nervosität zu nehmen", so Rittenauer. Dann kann das Großereignis angepfiffen werden.

Voraussichtliche Aufstellungen: Rielasingen-Arlen: Klose – Berger, Bertsch, Compagnucci Almeida, Kayantas – Matt, Niedhardt, Stark, Strauß – Wellhäuser, Winterhalder. Dortmund: Bürki – Piszczek, Sokratis, Bartra, Zagadou – Sahin – Dahoud, Castro – Pulisic, Schürrle – Aubameyang. Schiedsrichter: Dietz (München).

Autor: Benedikt Hecht