Ein Jahr mit Höhen und Tiefen

Joachim Hahne

Von Joachim Hahne

Mo, 09. Juli 2018

Bezirksliga Schwarzwald

Bezirks-Schiedsrichterobmann Guido Seelig kritisiert bei der Jahreshauptversammlung die Selbstüberschätzung einiger Referees.

FUSSBALL. Sportlich erfolgreich war die vergangene Saison. Trotzdem lief längst nicht alles rund in der gerade zu Ende gegangenen Spielzeit 2017/18 für die Schiedsrichter-Vereinigung Schwarzwald, die in Lenzkirch-Kappel auf das vergangene Jahr zurückblickte. Und dies, obwohl die Zahl der Abmeldungen erfreulicherweise zurückging und Verbands-Schiedsrichterobmann Manfred Schätzle den Referees des Bezirks nicht nur für die gute Zusammenarbeit dankte, sondern auch eine "sehr gute Lehrarbeit" attestieren konnte.

Mangelnde Leistungsbereitschaft und Zuverlässigkeit gepaart mit eigener Selbstüberschätzung waren drei Punkte, die Schatten hinterlassen haben, wie beim Jahresrückblick auf das Schwarzwälder Schiedsrichterwesen deutlich wurde. "Schiedsrichter, die nur fordern und die eigenen Interessen in den Vordergrund stellen, bekommen von mir keine Aufmerksamkeit mehr", so Bezirksobmann Guido Seelig bei der Jahreshauptversammlung in Kappel. Keinen Hehl machte der Chef der Schwarzwälder Pfeifenmänner auch aus seiner Enttäuschung darüber, dass trotz Einladung des Ortsvorstehers von Kappel dieser am Samstag in der "Hochfirsthalle" von Lenzkirch-Kappel entschuldigt fehlte und auch kein Vertreter des FC Lenzkirch vor Ort war.

"Schiedsrichter, die nur

fordern, bekommen von mir

keine Aufmerksamkeit mehr."

Guido Seelig
Kuno Kayan (Rietheim) dankte den Schwarzwälder Unparteiischen für ihren Einsatz, "denn das Amt des Schiedsrichters ist schwierig, aber mit eurer Leistung habt ihr die erfolgreiche Arbeit im Bezirk unterstützt". Darüber hinaus informierte der Bezirksvorsitzende über die in der neuen Spielzeit beginnende Einführung des digitalen Spielerpasses auf Bezirksebene. "Von den Aktiven bis zur Jugend soll der Umstellungsprozess bis zum Start der Saison 2019/20 abgeschlossen sein", so Kayan.

Trotz gemischter Gefühlswelt freut sich der Bezirks-Schiedsrichterausschuss über die sportlichen Erfolge. So konnten die Aushängeschilder der Schwarzwälder Schiedsrichterriege, Tobias Döring (FC Klengen) als Vierter der Regionalliga Südwest und dem nur knapp verpassten Aufstieg in die dritte Bundesliga sowie Noemi Topf (FC Pfaffenweiler) als Sechste der Männer-Verbandsliga auf eine sehr erfolgreiche Spielzeit zurückblicken. Topf wird in der künftigen B-Juniorinnen-Bundesliga eingesetzt und hat damit die Chance, in die zweite Frauen-Bundesliga aufzusteigen. In der Verbandsliga sind die Schwarzwälder Schiedsrichter neben Topf noch durch Jürgen Schätzle (Schönwald) und Sven Pacher (Donaueschingen), der als Dritter den Aufstieg in die Oberliga denkbar knapp verpasste sowie Jonas Hirt (Schönwald) und Aufsteiger Sasa Matosevic (Villingen) vertreten.

In der Landesliga ist die Schiedsrichtervereinigung Schwarzwald mit sieben Schiedsrichtern in der Spielzeit 2018/19 am Start. "Dabeibleiben, Weitermachen und Wiederkommen", darauf komme es an, machte Verbands-Schiedesrichterobmann Manfred Schätzle den überbezirklichen Unparteiischen Mut für einen Start mit Zuversicht, "denn wir sind in allen Spielklassen mit Schiedsrichtern vertreten, die unser Vertrauen genießen".

Ein Ziel für die neue Saison ist weiterhin die Gewinnung neuer Schiedsrichter. Denn zum Ablauf der Saison 2017/18 ist der Mitgliederbestand um zehn Referees auf 152 aktive Regelhüter auf dem Platz zurückgegangen. Schwerstarbeit hatten die Schiedsrichter-Einteiler Markus Bienek (Aktive) und Marcel Haberbosch (Jugend/Frauen) zu verrichten, bis die 4 498 Spiele, die es in der vergangenen Saison auf Bezirksebene zu leiten galt, mit Unparteiischen besetzt waren. Und dies, obwohl es durch Spielgemeinschaften und Mannschaftsabmeldungen insgesamt 424 Begegnungen weniger zu besetzen galt, als im Schiedsrichter-Berichtszeitraum 2016/17.

"Extrem enttäuscht bin ich über die Rückgabequoten in den einzelnen Gruppen", monierte Bienek. Diese liegt nun bei 15,8 Prozent und zeigt eine fatale Fehlentwicklung auf. Nimmt man nur die Liga- und Kader-Schiedsrichter ins Blickfeld, dann liegen die Rückgaben im Gruppendurchschnitt sogar bei 36,2 Prozent.

Bezirkslehrwart Jonas Hirt (Schönwald) blickte auf eine schwierige, durchwachsene Saison zurück. Zwar habe sich der Dialog mit den Vereinen deutlich verbessert, "die Schiedsrichter-Gewinnung muss aber auch in der nächsten Spielzeit ein Ziel sein", führte Hirt aus. Hierbei müsse das Ehrenamt des Schiedsrichters künftig in der Außenwirkung positiver dargestellt werden.

Für die ausgeschiedenen Lehrwarte Frederic Aich und Sandro Pinna konnten mit Konstantin Konegen und Benedikt Fleig zwei neue Schiedsrichter gewonnen werden. Kritisch äußerte sich Hirt auch zum mangelnden Besuch einzelner Schiedsrichter bei den Lehrabenden: "So geht es nicht weiter." Von den Beobachtern auf Bezirks- und Verbandsebene wurden insgesamt 181 Beobachtungen vorgenommen.