Im seelischen Gleichgewicht

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Di, 11. September 2018

Bezirksliga Schwarzwald

Björn Schlageter fahndet erfolgreich nach Balance, Tobias Urban hakt eine Packung einfach ab.

FUSSBALL (jb). Die Balance zwischen Abwehr und Angriff hatte der Trainer des Bezirksligisten TuS Bonndorf am vergangenen Freitag im Interview mit der BZ vermisst und sich dennoch zuversichtlich gezeigt: "Das wird schon, weil die Jungs lernfähig sind." Björn Schlageter sollte recht behalten. In Bräunlingen feierte der TuS am Wochenende einen hochverdienten 3:0-Erfolg. Cleverer und agiler wirkten die Bonndorfer gegen die zwar mutige, aber taktisch ein bisschen überforderte Aufsteiger-Elf des Kreisliga-A-Meisters FCB. "Wir haben richtig guten Fußball gespielt", freut sich Schlageter.

Vom Anpfiff weg waren die Bonndorfer die bestimmende Mannschaft, zur Halbzeit hätte es nicht nur 1:0, "sondern 4:1 für uns stehen müssen", so Schlageter. Allein: die Chancenverwertung bleibt das Manko. Im zweiten Durchgang waren die Bonndorfer Aktionen nicht mehr ganz so zwingend, doch in der Schlussphase hatte der TuS das ersehnte Glück im Abschluss: Morath (75.) und Plum (82.) machten mit ihren späten Treffern den 3:0-Erfolg perfekt. "Spielerisch haben wir uns deutlich verbessert", so Schlageters Fazit "und physisch werden wir immer stärker." Die Balance ist also gefunden – Schlageter fühlt sich seelisch im Gleichgewicht.

Nach dem furiosen 4:1-Heimerfolg vom Mittwochabend schien der SV Hölzlebruck reif für einen Spitzenplatz, doch statt einer erneuten Demonstration der Stärke gab es beim Vorjahresaufsteiger FV Marbach eine 0:4-Niederlage für die Elf von Tobias Urban. "Es war schon beim Warmmachen zu spüren, dass wir nicht in der Spur waren", so der HSV-Trainer. In den ersten fünf Minuten habe er gehofft, dass sich diese Ahnung als Trugschluss erweise, doch dann habe er rasch einsehen müssen, "dass das einfach nicht unser Tag war". Angefangen von der Passqualität bis zum Zweikampfverhalten habe in seinem Team einfach nichts gestimmt."Das war ein kollektiv schlechtes Spiel", so Urban, der sich erst gar nicht mit einer Analyse aufhält, sondern einen Schlussstrich zieht: "Schwamm drüber."

Entspannt, vergnügt und sorgenfrei hatte Grafenhausens Trainer Nils Boll vor einer Woche den 7:0-Heimerfolg seiner Elf gegen Ligaschlusslicht Oberbaldingen genossen. Beim Gastspiel seiner Elf beim FC Löffingen II erlebte Boll nur zehn Minuten Gelassenheit. Nach einem frühen Doppelschlag von Florian Haselbacher (14./22.), der den SVG mit 2:0 in Führung gebracht hatte, fühlte sich Boll mit seinem Team auf dem richtigen Weg. "Das hat sich gut angelassen, alles hat gepasst." Das 3:0 seiner Elf schien zum Greifen nah. Doch die Löffinger spielten nicht mit und kamen binnen drei Minuten zum 2:2.

"Danach war das eine einzige Zitterpartie", so Boll. Nur gut also, dass Florian Haselbacher in der 67. Minute per Foulelfmeter auch den dritten Grafenhausener Treffer markierte. Vor dem Heimspiel am Mittwochabend gegen Aufsteiger Aasen, das auf dem Hartplatz ausgetragen wird, weil der SVG-Rasen zwar im Mondlicht schimmert, aber nicht von Flutlicht erhellt wird, will Boll heute beim abendlichen Training vor allem die Treffsicherheit üben lassen. "Das Kreuzen vor dem Tor klappt schon gut, jetzt muss der Ball nur noch rein ins Netz."