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12. September 2017

TuS Bonndorf ist das Bezirksligateam der Stunde

Querpass vor dem eigenen Tor – so was hat Hölzlebrucks Trainer Andreas Binder in 45 Jahren Fußball noch nicht erlebt.

  1. Bitterer Moment eines Trainerlebens: Hölzlebrucks Coach Andreas Binder war nach der Last-Minute-Heimniederlage stinkig. Foto: Wolfgang Scheu

FUSSBALL (jb/off). "Hoppla", sagt Nils Boll. So eindrücklich ist der Trainer des Bezirksligisten TuS Bonndorf von seinen Fußballschülern schon lange nicht mehr überrascht worden. Mit gemischten Gefühlen hatte er seine TuS-Elf in die erste englische Woche der neuen Saison geführt, hatte sich Sorgen gemacht um die Beständigkeit, sich geärgert über den blöden Mittwochspieltag und hatte vor der Fahrt auf das legendäre Tennenbronner Schächle im Idealfall einen Punkt erwartet. Und jetzt das: mit drei Siegen binnen acht Tagen avanciert der TuS zur Überraschungsmannschaft der Liga und klettert auf Rang vier.

Die anfängliche Verunsicherung ist wie weggeblasen, "die Jungs trauen sich was", so Boll "und endlich verwerten wir auch die Chancen". Zehn unterschiedliche Torschützen hätten die zwölf TuS-Tore erzielt, vermutet der Übungsleiter. Die Aufwärtsentwicklung sei unverkennbar und ist nicht zuletzt gesundem Konkurrenzkampf geschuldet. Zwischen 15 und 16 Mann zählt Boll pro Trainingseinheit: "Das sind alles gute Leute, da fällt die Auswahl schwer." Der Wankelmut, den er noch zum Saisonstart beklagt hatte ("mal spielen wir gut, dann wieder geht die Ordnung völlig verloren"), scheint vergessen. Beim 3:1-Erfolg in Tennenbronn agierten die Bonndorfer abgebrüht wie ein Spitzenteam und gerieten nach dem 1:2 nur zehn Minuten lang unter Druck, ehe Plum mit dem 3:1 alles klar machte.

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Die 2:3-Heimniederlage des SV Hölzlebruck in der Bezirksliga gegen Aufsteiger SG Riedöschingen/Hondingen hat HSV-Trainer Andreas Binder aufs Gemüt geschlagen, das gibt er unumwunden zu. "Ärgerlich und unnötig" sei sie, zumal seine Mannschaft bei Halbzeit noch mit 2:0 vorne lag. Auf eine Manöverkritik unmittelbar nach dem Spiel verzichtete Binder wohlweislich, "weil ich stinkig war, wäre es vielleicht eskaliert", sagt er. Bis zum Training am Mittwochabend dürften die düstersten Wolken abgezogen sein, "wir werden das Spiel dann in Ruhe aufarbeiten", kündigt der Coach an.

Auch in den ersten 45 Minuten hat der SV Hölzlebruck nicht gut gespielt, die beiden Tore zum 2:0 übertünchten jedoch, dass der Gegner ebenfalls zwei, drei gute Möglichkeiten im ersten Durchgang hatte. "Wir haben sie nicht beherrscht. Die haben ihre Chancen aber nicht genutzt, wir waren da effizienter", sagt Binder. Der Anschlusstreffer fiel nach einer Aktion, die der Hölzlebrucker Coach "in 45 Jahren in diesem Sport so noch nie erlebt" hat: Statt den Ball bei einem Zweikampf ins Toraus zu bugsieren, spielte ein Hölzlebrucker Akteur den Ball quer vor dem eigenen Tor. Es sollte ein Rückpass zum Torwart werden, der jedoch den Anschlusstreffer einleitete. "Wenn er die Kugel ins Toraus schiebt, passiert gar nichts. Dann gibt es halt Eckball", klagt Binder, "man muss nicht immer alles spielerisch lösen, zumal der Rückpass zum Torwart auch noch schlecht gespielt war". Es passte irgendwie zu diesem gebrauchten Nachmittag, dass sich die Hölzlebrucker die Niederlage im allerletzten Augenblick einfingen. Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung unterband die Heimelf den Konter durch ein taktisches Foul. Der anschließende Freistoß prallte an der Mauer ab, fiel hinter sie und aus zwölf Metern traf ein Gästespieler zum 3:2. Eine Last-Minute-Niederlage, Andreas Binder war bedient.

Franco de Rosa, neuer Trainer des A-Kreisligisten SV Göschweiler, fasst die 2:6-Heimniederlage seiner Elf gegen Bezirksliga-Absteiger SV Hinterzarten in einem Wort zusammen: "Katastrophe." Dabei habe seine Mannschaft gut begonnen, "schließlich hatten wir uns was ausgerechnet". Doch drei Torwartfehler bescherten den Gästen nach einer knappen halben Stunde die 3:0-Führung. Entnervt blieb der Keeper danach in der Kabine, doch auch der Ersatzmann konnte das Debakel nicht verhindern. "Nach dem vierten Ding gingen die Köpfe nach unten", so de Rosa. Am Sieg der Hinterzartener habe es nichts zu deuteln gegeben. "Das ist eine richtig gute Mannschaft" und HSV-Torjäger DoCabo sei ein enorm treffsicherer Angreifer. Aus bislang vier Spielen hat der SVG vier Zähler geholt. "Wir sind zufrieden", so De Rosa, der das 2:6 gegen den HSV als Ausrutscher abhakt. Der Wille zur Leistung sei in seiner Mannschaft unverkennbar, jüngst zählte er 17 Mann beim abendlichen Training. Am Mittwoch gibt es die Chance, den Patzer rasch zu korrigieren – beim SSC Donaueschingen.

Autor: jb