Die Fans kommen in hellen Scharen

Peter Cleiß

Von Peter Cleiß

Di, 08. Januar 2019

Fussball International

Racing Straßburg liegt zur Halbzeit voll im Plan, was sich auch auf den Rängen bemerkbar macht.

FUSSBALL. Besser abschneiden als in der vergangenen Saison. Dies war zum Rundenbeginn als Ziel beim Erstligisten Racing Straßburg formuliert worden. Nach Abschluss der Vorrunde stellen die Elsässer zufrieden fest, dass sie derzeit voll im Plan liegen.

19 von 38 Spieltagen liegen hinter dem 54-jährigen-Trainer Thierry Laurey, der gerade erst seinen Vertrag bis Sommer 2020 verlängert hat, und seinem Team. Mit 26 Punkten steht Racing auf einem überraschend starken siebten Tabellenplatz, wobei einige Nachholspiele für hinter Racing platzierte Teams noch ausstehen. Beeindruckend ist die Zahl von 30 Treffern. Nur Spitzenreiter Paris SG hat mit 50 Saisontreffer mehr Tore erzielt. Auch die Zahl der Gegentreffer kann sich sehen lassen, mit deren 23 steht Racing in dieser Kategorie auf dem neunten Platz.

Die gute Zwischenbilanz ist sowohl der Formstärke einzelner Routiniers im Team zu verdanken, wie auch den erneut überzeugenden Neuverpflichtungen aus dem Sommer 2018. Jonas Martin hat sich im zweiten Jahr nach seiner Ankunft in Straßburg zum Taktgeber im Spiel entwickelt. Sowohl in der Defensive wie auch in der Spieleröffnung nach vorn ist Martin aus dem Team der Elsässer derzeit nicht wegzudenken. Neben ihm zeigt auch Kenny Lala eine Leistung, die nicht nur das Interesse anderer Clubs, sondern auch von National-Trainer Didier Deschamps weckte. In der Spitze hat Nuno da Costa trotz einiger Verletzungspausen drei Torvorlagen gegeben und vier Treffer erzielt. Noch vor Da Costa liegt der vom OSC Lille verpflichtete Lebo Mothiba mit acht Saisontreffer auf dem achten Platz der Torjägerliste. Er gilt als eine der Entdeckungen dieser Saison. Mit dem belgischen Nationalspieler Matz Sels steht ein wahrer Meister seines Faches zwischen den Pfosten. Der von Newcastle United verpflichtete Torhüter hat sich schon nach wenigen Monaten zu einer der großen Stützen der Mannschaft entwickelt.

Die Rekrutierungsabteilung von Racing leistet beste Arbeit

Insgesamt zeigt die Bilanz der Neuverpflichtungen der letzten zwei bis drei Jahre, dass Racing inzwischen auf eine hervorragende Rekrutierungsabteilung zurückgreifen kann. Deren Arbeit wird inzwischen aber auch wieder ergänzt mit Erfolgen der eigenen Nachwuchsarbeit. Was der junge Anthony Caci in der Defensive und der ebenfalls erst in diesem Jahr zu den Profis übernommenen Kevin Zohi in Spielen gegen Paris SG oder Olympique Marseille zeigten, macht deutlich, dass die Racing-Fußballschule auf dem besten Weg zurück zu alter Stärke ist.

Kein Wunder, dass die Straßburger derzeit keine Neuverpflichtungen während der Winterwechselfrist (bis 31. Januar 2019) plant. Coach Laurey sagt aber: "Sollte überraschend doch noch jemand gehen, werden wir natürlich reagieren."Obwohl die Elsässer derzeit nur noch vier Punkte hinter einem Platz für das internationale Geschäft stehen, aber immerhin zehn Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge haben, will noch niemand von neuen Zielen sprechen. Zu deutlich ist in Erinnerung, dass Racing in der vergangenen Saison ebenfalls mit gutem Zwischenstand in die kurze Winterpause ging, danach aber größte Mühe hatte, kurz vor Saison-Ende noch den Klassenerhalt zu sichern. Allerdings zeigt auch die Spielweise der Mannschaft, dass sie inzwischen nicht nur Einsatz und Fan-Rückhalt als Trumpfkarte aufbieten kann, sondern auch spielerische Klasse.

Nicht nur der 2:1-Sieg im letzten Heimspiel gegen Nizza war fußballerisch auf einem so schon lange nicht mehr gesehenen Niveau. Angesichts dieser Aussichten werden die Fans auch im Jahr 2019 in Scharen ins Meinau-Stadion pilgern und dafür sorgen, dass auch die Heimspiele in der Rückrunde vor vollem Haus stattfinden. In der Vorrunde meldete Racing bei neun von zehn Spielen ein ausverkauft. Bei der Auslastung des Stadions steht Racing damit auf Platz zwei hinter Paris SG. Ein besseres Argument für die Notwendigkeit der bevorstehenden Sanierung und Vergrößerung des Stadions kann es kaum geben.

2019 müssen die Straßburger mit einer Serie von Auswärtsspielen beginnen. Nachdem das Pokalspiel in Grenoble (Freitag, 4. Januar) verschoben worden war, starten sie ins Jahr mit dem Liga-Pokal-Viertelfinale bei Olympique Lyon (Dienstag, 8. Januar). Dann folgen zwei Meisterschaftsspiele beim FC Toulouse (Sonntag, 13. Januar) und in Monaco (Samstag, 19. Januar) bevor es gegen Bordeaux (Samstag, 26. Januar) im Meinau-Stadion zum ersten Heimspiel kommt.