Reise unter Protest nach Madrid

dpa

Von dpa

Mi, 05. Dezember 2018

Fussball International

Boca Juniors versus River Plate: Das Stadion Santiago Bernabéu soll einen würdigen Rahmen geben.

BUENOS AIRES (dpa). Fußball ist in Argentinien Staatssache. Und so nutzte Präsident Mauricio Macri auch seine Bilanz des G20-Gipfels in Buenos Aires, um die Krawalle vor dem Finale der Copa Libertadores zu geißeln. "Wir wollen nicht die ganze Stadt militarisieren, um ein Fußballspiel austragen zu können", sagte Macri am Montag. Das Spiel zwischen River Plate und Boca Juniors soll am kommenden Sonntag (20.30 Uhr) im Stadion Santiago Bernabéu in Madrid stattfinden. Das Hinspiel war 2:2 (2:1) ausgegangen.

Macri äußerte sich vor allem entrüstet darüber, dass einige Fans Fifa-Chef Gianni Infantino beim Eintritt ins River-Stadion angespuckt hätten. "Das ist viel schlimmer, als wenn einige Gewalttätige Steine gegen einen Bus werfen", sagte er vor Journalisten. "Die Bestrafung, das Spiel nach Madrid zu verlegen, hat viel mehr hiermit als mit den Ereignissen auf der Straße zu tun."

Wegen heftiger Krawalle war das Spiel, das ursprünglich für den 24. November in der argentinischen Hauptstadt angesetzt war, zuerst vertagt und schließlich nach Madrid verlegt worden. Der Mannschaftsbus der Boca Juniors war kurz vor der Ankunft im River-Stadion mit Steinen beworfen worden. Mehrere Spieler wurden dabei leicht verletzt.

River Plate wurde daraufhin mit einer Geldstrafe von 400 000 Dollar belegt und zum Publikumsausschluss bei den ersten beiden Spielen von Turnieren in Südamerika verurteilt.

Schon jetzt ist klar, dass das 81 000 Menschen fassende Stadion von Real Madrid ausverkauft sein wird. Auch die Flüge in die spanische Hauptstadt sind für die Tage bis zum Sonntag bereits ausgebucht. Die breite Mehrzahl der 66 000 Zuschauer, die das Spiel ursprünglich im River-Stadion verfolgen wollten, wird allerdings leer ausgehen. Allenfalls bekommen sie den Nominalwert ihres Tickets zurück.

Beide Vereine reisen auch nur unter Protest nach Madrid. Boca Juniors verlangt weiterhin, den Titel ohne Rückspiel zugesprochen zu bekommen.