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27. Dezember 2011
Wettskandal in Italien: „Wir haben mehr erfahren als erwartet“
Im italienischen Fußball-Wettskandal packen immer mehr Verdächtige aus.
CREMONA (dpa). Die erdrückenden Beweise und die zermürbende Untersuchungshaft haben immer mehr verdächtige Fußballer im italienischen Fußball-Wettskandal zu Geständnissen getrieben. Nun auch den prominentesten Verdächtigten: Der ehemalige Kapitän des Erstligisten Atalanta Bergamo, Cristiano Doni, gestand Spielmanipulationen. Der 38-Jährige gab zu, bei zwei Spielen seines Klubs in der vergangenen Saison der Serie B Abspracheversuche unternommen zu haben. Damit habe er den Aufstieg seines Vereins in die Serie A sichern wollen. Atalanta habe davon nichts gewusst. Dem Verein droht dennoch der Zwangsabstieg.
Nach seinem Geständnis wurde der Anfang der Woche neben 16 weiteren Personen verhaftete Doni aus der Haft entlassen. In seiner Heimat in Südtirol steht er seitdem unter Hausarrest. Am 11. Januar wird der Fußballer erneut vor Untersuchungsrichter Guido Salvini aussagen. Mit den ersten Verhören bis Weihnachten war Salvini sehr zufrieden: "Wir haben mehr erfahren als erwartet", erklärte der Ermittler. Medienberichten zufolge bestritt Doni jedoch, Mitglied der internationalen Wettbetrügerbande zu sein, die nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Cremona mehrere Dutzend Spiele in den italienischen Profiligen manipuliert haben soll. Er räumte jedoch ein, auf ein Ergebnis seines Klubs gewettet zu haben. Dies ist Fußballprofis verboten.
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Gegen Doni und die übrigen mutmaßlichen Wettbetrüger wird bereits seit dem Sommer in Cremona ermittelt. Damals hoben die Fahnder in einer ersten landesweiten Razzia die mutmaßliche Bande aus, zu der auch der ehemalige italienische Nationalstürmer Beppe Signori gehören soll.
Der italienische Fußballverband (FIGC) hatte Doni bereits im Sommer wegen der Verwicklung in den Wettskandal für dreieinhalb Jahre gesperrt. Doni hatte die Vorwürfe bislang stets bestritten. Sein Verein startete mit sechs Strafpunkten in die neue Saison. Vor Doni hatten in der vergangenen Woche bereits Alessandro Zamperini vom Drittligisten Ravenna und Filippo Carobbio vom Drittligisten Spezia ihre Beteiligung an Wettmanipulationen gestanden.
Entscheidend für den Erfolg der Staatsanwaltschaft war der Hinweis des Drittliga-Fußballers Simone Farina aus Gubbio. Diesem soll Zamperini vor dem Pokalspiel zwischen Cesena und Gubbio vor zwei Monaten 200 000 Euro für die Manipulation der Partie geboten haben. Farina lehnte jedoch ab und zeigte den Bestechungsversuch beim italienischen Fußballverband (FIGC) und der Staatsanwaltschaft an.
Autor: dpa
