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10. August 2012

Das Zittern soll am Hochrhein ein Ende haben

Fußball-Landesligisten peilen frühzeitig den Klassenerhalt an / FV Lörrach-Brombach erwartet FC Teningen / Wechselt Daniel Vollmer zum FC Steinen-Höllstein?.

  1. Die Landesligatrainer (von links): Joachim Trautwein, Joachim Boos und Ralf Moser Foto: Frey (2), Schön

  2. Foto: Meinrad Schön

  3. Foto: Andreas Frey

FUSSBALL. Viel hat nicht gefehlt, und der Fußballbezirk Hochrhein wäre in der an diesem Freitag eingeläuteten Saison 2012/2013 eine nahezu landesligafreie Zone gewesen. Schließlich dümpelten neben dem SV Herten vor allem der FC Zell und der FC Steinen-Höllstein monatelang im Tabellenkeller der Liga herum. Und trotz Tabellenplatz sechs bekleckerte sich auch der FV Lörrach-Brombach nicht mit Ruhm. Doch bis auf Absteiger Herten retteten sich am Ende alle drei Hochrheinteams. Dieses Trio wird in der neuen Runde durch Aufsteiger FC Tiengen ergänzt.

Mithin wollen die vier Vereine diesmal mit dem Abstieg möglichst nichts zu tun haben. Etwas höhere Ziele hat sich allein der FV Lörrach-Brombach gesteckt, zumal der neue sportliche Gesamtleiter Thomas Groß in den nächsten zwei bis drei Jahren sogar die Verbandsliga wieder ins Auge gefasst hat. Einstweilen lautet das Saisonziel aber: Möglichst weit vorne mitspielen. "Aber wir schielen nicht nach dem Aufstieg", versichert Pressechef Bernd Schleith. Vielmehr möchte der Doppelclub aus der Großen Kreisstadt in erster Linie mehr Konstanz in die Leistungen der Mannschaften bringen. "Dass sie dies drauf hat, hat sie in der Vergangenheit schon gezeigt", erklärt Schleith.

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Dabei setzen die Lörracher, die am Samstag (17 Uhr) im heimischen Grüttparkstadion zum Auftakt den FC Teningen erwarten, weiterhin auf ihren Nachwuchs. "Es ist erfreulich, dass fünf A-Junioren in der ersten Mannschaft spielen und sich weitere drei bis vier über die zweite Mannschaft beweisen können", sagt Schleith. "Aber nichts ist festgeschrieben, der Kader ist offen nach unten und oben; die Jungen geben Gas und machen Druck auf die Etablierten."

Allerdings hat sich auch die Erwartungshaltung im Umfeld verändert. Die Ansprüche seien gestiegen, räumt Schleith ein. Dem möchte man mit einem guten Saisonstart Rechnung tragen. "Dann läuft alles gleich viel besser." Auftaktgegner FC Teningen sei da gleich "eine große Hausnummer". Zumal sich die Breisgauer erheblich verstärkt haben. "Da müssen wir gegenüber dem Pokalsieg gegen Auggen noch eine Schippe drauflegen", weiß Schleith. Personell kann der FVLB aus dem Vollen schöpfen. Sergej Triller, Vedat Erdogan und Yannik Wagner sind zwar angeschlagen, doch hoffen die Lörrach-Brombacher, alle drei am Samstag einsetzen zu können.

Mit dem Teninger Ortsnachbarn RV Köndringen bekommt es der FC Zell am Sonntag zu tun, indes auswärts. Danach folgen drei weitere Partien in der Fremde, da der heimische Kunstrasenplatz derzeit neu gebaut wird. Daher haben die Wiesentäler erst am 8. September gegen Auggen erstmals Heimrecht. Entsprechend schwierig gestaltet sich auch die Trainingssituation. So musste das Team des neuen Trainers Joachim Boos auf Plätze in Schönau, Tegernau oder Utzenfeld ausweichen. Entsprechend durchwachsen war die Vorbereitung. Doch Bangemachen gilt nicht, auch wenn man materiell ("Bei uns wird nichts gezahlt") nicht mit anderen Vereinen mithalten kann und will. "Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben und uns möglichst im Mittelfeld etablieren", betont Vorsitzender Jürgen Philipp. "Die Qualität im Team ist da, und unsere vielen jungen Spieler haben das nötige Vertrauen." Für das Saisonziel Klassenerhalt setzen die Zeller, erläutert Philipp, in erster Linie auf die bewährten Tugenden Kameradschaft, Disziplin und Teamgeist. Den Anfang dafür wollen die Zeller schon in Köndringen machen.

Ebenfalls in der Fremde beginnt der FC Steinen-Höllstein. Nach einer "ordentlichen Vorbereitung" sieht Trainer Joachim Trautwein den Kader "gut aufgestellt", so dass er bei SF Elzach-Yach aus dem Vollen schöpfen kann. "Wir wollen diesmal mit dem Abstieg nichts zu tun haben und nicht nochmal solange zittern, Platz zehn wäre ein Fortschritt", betont der Coach. Der Anfang soll im Elztal gemacht werden. "Bislang waren wir mit Elzach auf Augenhöhe", weiß Trautwein. Zwar holten die Gastgeber im Bahlinger Giuliano Saggiomo einen exzellenten Spieler, den Trautwein einst selbst trainierte. "Bei seinen gefährlichen Freistößen verlasse ich mich auf die Fangkünste von meinem Torwart Frank Düster." Und auf die Abwehr, die in der Vorsaison elfmal zu null spielte.

Ausfallen werden zum Auftakt Giuseppe Gianguercio (Leistenprobleme), Kiyan Pourkhomamy (Achillessehne) und Ivan da Silva (Urlaub). Bei Neuzugang Daniel Zimara wartet Steinen-Höllstein noch auf die Freigabe. Bei Christopher Da Costa liegt jene hingegen jetzt vor. "Er hat einen guten Eindruck gemacht als Stoßstürmer, ich verspreche mir einiges von ihm", sagt Trautwein. Auch sonst habe man die Abgänge kompensieren können. Doch sei der Kader noch nicht komplett. "Wir wollen noch den einen oder anderen namhaften Spieler zu uns lotsen." Dem Vernehmen nach könnte einer vom Daniel Vollmer vom FC Zell sein, der diese Saison eigentlich kürzertreten wollte.

Autor: Jochen Dippel