Furtwangen, die 08-Reserve und Schonach imponieren mit Siegesserien

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Do, 07. Dezember 2017

Landesliga Staffel 3

Herbstbilanz der Schwarzwälder Landesligisten / Trainer Christian Leda hört bei DJK Donaueschingen auf / Obereschach und DJK Villingen im Abstiegskampf.

FUSSBALL-LANDESLIGA (zwi). Der FC Löffingen geht als Tabellenzehnter in die Winterpause (die BZ berichtete). Von den übrigen sechs Schwarzwälder Landesligisten hat die Hälfte sich klar in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt, die U 23 des FC 08 Villingen ist sogar Spitzenreiter Pfullendorf dicht auf den Fersen. Die DJK Donaueschingen hat sich nach ihrem Fehlstart ins Mittelfeld verbessert, wogegen Aufsteiger Obereschach und die DJK Villingen nach Kräften um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Entsprechend unterschiedlich fällt die Herbst-Bilanz der Trainer aus.

FC 08 Villingen II (2.)

Sechs Siege in Folge, sieben Spiele ohne Niederlage – mit ihrer imponierenden Erfolgsserie haben die Villinger sich als Tabellenzweiter in eine glänzende Ausgangsposition für die zweite Saisonhälfte gebracht. "Rundum kann man sehr zufrieden sein", sagt Marcel Yahyaijan. "Aufstieg ist nicht das Ziel, aber wir wollen jedes Spiel gewinnen und guten Fußball spielen". Hauptziel der zweiten Mannschaft sei immer die Entwicklung der jungen Spieler mit Blick auf das Heranführen an den Oberliga-Kader, betont der Villinger Coach. Die Mehrzahl des im Sommer komplett umgekrempelten Kaders sei "21 oder jünger". Die Mannschaft habe "die vorgegebene Spielphilosophie gut umgesetzt", lobt Yahyaijan. 15, 16 seiner 22 Spieler sieht er auf einem ähnlichen Niveau. Von 16 Spielen zwölf gewonnen hat außer den Nullachtern nur der SC Pfullendorf. Die meisten Tore (54), die wenigsten Gegentreffer (15), folglich auch das beste Torverhältnis (plus 39) weist indessen der Tabellenzweite Villingen auf. Wichtig sei es nun, das bislang Erreichte in der Frühjahrsrunde zu bestätigen, was in der Vergangenheit nicht immer gelang. Pietro Morreale, Volkan Bak, Marcel Jerhof, Fabio Chiurazzi und Johannes Wehrle kamen in dieser Runde schon zu Einsätzen im Oberliga-Team, das als Aufsteiger Furore macht und ebenfalls als Tabellenzweiter "überwintert". Für Crudo, Dresel und Jallow sieht ihr Trainer ebenfalls eine "Chance nach oben".

FC Schonach (4.)

Der beste Aufsteiger des Vorjahres (Tabellensiebter) pendelt in seiner zweiten Landesliga-Saison bisher zwischen Platz eins und fünf. "So schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben" wollte Schonachs Trainer Enrique Blanco zu Rundenbeginn. Hat er dieses Ziel inzwischen nach oben korrigiert? "Nicht, solange wir keine 40 Punkte haben", verneint er und ergänzt: "Dann kann ich mir alles vorstellen". Aktuell sind die "Teutonen" aus dem Skidorf bei 34 Punkten aus 16 Spielen angelangt. Nach Blancos Einschätzung spielen noch sechs, sieben Mannschaften um den Aufstieg mit – da ist der Tabellenvierte mittendrin. Die Offensive scheint das Prunkstück zu sein: Alexander German (16) und Manuel Passarella (15) haben zusammen zwei Drittel der 46 Tore geschossen. "Für mich zählt der komplette Kader", sagt indessen Blanco, denn für diese zweitbeste Trefferzahl in der Liga habe die ganze Mannschaft gearbeitet. Die erste Saisonniederlage nach drei Siegen bewertet der Trainer als "Schritt nach vorne", weil sein Team viel daraus gelernt habe. Dass sie mit dem 1:4 in Pfullendorf so deutlich ausfiel, schmerzt ihn noch immer etwas, weil seine Schonacher gegen eine sehr gute Mannschaft 70 Minuten ganz stark gespielt hätten. Danach gewannen sie fünfmal in Folge und blieben auch in den nächsten fünf Spielen unbesiegt. Viele seiner Spieler hätten vor drei, vier Jahren noch in der Kreisliga gespielt, erinnert Blanco, um die positive Entwicklung zu verdeutlichen. Dass meist acht Einheimische in der Startelf standen und wieder drei junge Spieler eingegliedert wurden, macht ihn stolz.

FC Furtwangen (5.)

Neun Siege, insgesamt zehn Spiele ohne Niederlage in Folge – auch für Furtwangens Trainer Markus Knackmuß ist das "eine fulminante Serie". Mit ihr verbesserten sich die Bregtäler kontinuierlich vom 13. bis auf den fünften Tabellenplatz. Die Winterpause unterbricht nun diesen beeindruckenden Lauf, "aber eine Pause zum Erholen tut jetzt auch mal gut", verrät der Ex-Profi lachend. Das bisherige Glanzlicht für ihn ist "die Summe der Siege an sich". Dabei starteten die Furtwanger mit drei Niederlagen. Ohne zehn bis zwölf Spieler sei es klar gewesen, "dass es schwierig wird" zum Auftakt. Dass die Mannschaft in die Erfolgsspur fand, sei auch ihrem Fleiß zu verdanken, außerdem konnte sie gegen Ende der Hinrunde oft in gleicher Besetzung spielen. "Absolutes Plus" ist für Knackmuß die mannschaftliche Geschlossenheit seines Teams, das auswärts zweimal sieben Tore bejubeln konnte: 7:0 in Obereschach, 7:3 bei der DJK Donaueschingen. Jetzt soll der FCF, der in den jüngsten vier Partien kein Gegentor zuließ, "die Lauerstellung bestätigen und wenn sich weiter nach vorne ’was tun sollte, nehmen wir’s gern an".

DJK Donaueschingen (9.)

Bei der DJK trat das ein, was Christian Leda gern verhindert hätte: der dritte Saison-Fehlstart hintereinander. Mit nur einem Punkt aus den ersten fünf Spielen rutschten die von vielen zum Favoritenkreis gezählten Allmendshofener bis auf den letzten Tabellenplatz ab. Die Misserfolge zum Start seien vor allem der Personalnot und dem "knackigen Programm" geschuldet gewesen. Als schwächste Leistung fand der DJK-Coach die 1:4-Niederlagen in der Anfangsphase auswärts beim FC 08 II und bei der SpVgg F. A. L. "hart an der Grenze des Zumutbaren". Das Gegenstück lieferte seine Elf mit dem 9:0-Triumph über Hilzingen ab. Torjäger Stephan Ohnmacht, der die ersten neun Spiele wegen eines Auslandsaufenthalts verpasst hatte, traf gegen den Aufsteiger viermal. Seit dem ersten Sieg am sechsten Spieltag ging’s bei der DJK aufwärts. Für die zweite Halbserie hofft Leda auf mehr Konstanz – für seinen Nachfolger. Weil der 30-Jährige in Kürze zum vierten Mal Vater wird und die Hochzeit ansteht, gönnt er sich und der Familie jetzt eine Auszeit vom Fußball.

SV Obereschach (13.)

Mit instabilen Leistungen kassierte der Neuling teils "heftige Niederlagen" wie das 0:7 daheim gegen Furtwangen, aber inzwischen sind die Obereschacher "in der Liga angekommen" und können mithalten. "Wir haben gesehen, dass es geht", sagt Mario Bibic. Wegen großen Verletzungspechs stand dem Aufsteiger fast nie der komplette Kader zur Verfügung, so konnte sich lange keine Stammformation herausbilden. Die schlechteste Vorstellung seiner Elf sah Bibic im Heimspiel gegen Markdorf (0:2), als sie "gar keine Gegenwehr gezeigt" habe. Die Leistung stimmte schon oft, nur die Ergebnisse nicht, betonte der SV-Trainer immer wieder. Deshalb standen die Obereschacher bis zum 13. Spieltag zehn Mal auf einem Abstiegsplatz. Seither haben sie sich auf Rang 13 verbessert, auch dank des ersten Heimsieges. Der war "sehr wichtig für den Kopf", sagt Bibic, der seiner Elf eine gute Entwicklung bescheinigt und den Klassenerhalt absolut zutraut.

DJK Villingen (14.)

"Enorm wichtig", um den Anschluss zu schaffen, war der zweite Saisonsieg für die DJK Villingen. Das 4:3 gegen Markdorf – nach 3:0-Führung sowie Ausgleich der Gäste – war gleichzeitig der erste Sieg unter Interimstrainer Jan Hirsch, der nach dem 14. Spieltag den entlassenen Ralf Hellmer ablöste. Den Spielern fehle noch das Selbstvertrauen, andererseits habe man bei der DJK nach der grandiosen Rückrunde der vergangenen Saison die Erfahrung, "dass noch viel möglich ist". Wo liegt das größere Problem, in Offensive (19 Tore) oder Defensive (41 Gegentore)? "Die Jungs müssen merken, dass sie als Einheit auftreten müssen."