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10. August 2012

Viel Mut zur Zuversicht

Bad Dürrheim vor einem "Reifejahr", Furtwangen gefestigt, Tennenbronn bereit zum Abenteuer.

  1. Vor zwei Wochen kämpften der Bad Dürrheimer Andreas Albicker (links) und Neustadts Neuzugang Philipp Simon im Pokal um den Ball. Am Samstag (Anpfiff 15.30 Uhr) treffen sie zum Landesliga-Auftakt im Jahnstadion erneut aufeinander. Foto: reinhardt

  2. Angriffslustig: Marcel Wetzig vom FC Furtwangen Foto: seeger

FUSSBALL-LANDESLIGA (zwi/dzä). Der FC Neustadt ist die fußballerische Nummer eins im Hochschwarzwald. In der vergangenen Saison belegte der FCN, der am Samstag im ersten Spiel der neuen Runde den Verbandsliga-Absteiger FC Bad Dürrheim erwartet, Rang sieben. Eine Platzierung, die sich Trainer Andreas Ackermann (siehe BZ-Interview in der Donnerstagausgabe) auch in der neuen Spielzeit vorstellen kann. Doch neben dem Team aus der Wälderstadt kämpfen fünf weitere Mannschaften von Schwarzwald und Baar um Punkte. Ein Ausblick.

FC Bad Dürrheim

"Eine schlagkräftige, spielstarke Mannschaft" bilden, die zusammenpasst und zusammenhält, so lautet das oberste Ziel von Reiner Scheu und der Führungsspitze des FC Bad Dürrheim. Nicht der sofortige Wiederaufstieg in die Verbandsliga, wie mancher Anhänger sich das wünschen mag. Der Trainer spricht von einem "Reifejahr" für sein neu formiertes junges Team. Ältester der 19 Feldspieler im 21-köpfigen Kader ist der 29-jährige Kevin Ketis, der vom Oberligisten Balingen zum FC wechselte, gefolgt vom Ex-Donaueschinger Matthias Weinmann (26). Die anderen sind 23 und jünger. Dafür sei die Mannschaft schon recht weit, sagt Scheu, der im Training fast immer 16 bis 18 Spieler zur Verfügung hatte und mit dem momentanen Leistungsstand "nicht unzufrieden" ist. Menschlich passten die verbliebenen und die neuen Spieler gut zusammen, hat Scheu erkannt. Deshalb würden sie sich nach außen bereits besser und geschlossener präsentieren als die Elf, die den Abstieg aus der Verbandsliga nicht mehr abwenden konnte. Auch im Umgang mit dem Ball strebt der Fußballlehrer einen veränderten Stil an: "Weg vom Kick and Rush" will er, die Salinenstädter sollen sich spielerisch steigern. Seine Mannschaft habe "schon einiges gelernt", werde aber "noch viele Punkte lassen aus Unerfahrenheit und Übereifer". So wie beim jüngsten Testspiel in Denzlingen, wo die Dürrheimer bei brütender Hitze nach 4:2-Vorsprung noch den Ausgleich kassierten. Gegen die starken Neustädter könnte Scheu zum Rundenauftakt auch mit einem Unentschieden leben. Eine bestimmte Punktzahl hat er sich für die Startphase nicht vorgenommen: "Wir wollen einfach guten Fußball spielen und immer das Maximale geben."

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DJK Donaueschingen

Wer vor dem Auftakt der neuen Saison nach einem Titelfavoriten fragt, hört immer wieder den Namen des ersten Gegners der DJK. Die bereits vergangene Saison sehr starken Rielasinger haben sich nochmals verstärkt und wollen offenbar mit aller Macht in die Verbandsliga. Da haben die Donaueschinger ganz andere Ziele: schnell viele Punkte sammeln, um nicht in die Rotlichtzone der Liga zu rutschen. "Gleich beim Favoriten zu spielen muss kein Nachteil sein. Wir haben da überhaupt nichts zu verlieren", sagt DJK-Trainer Georg Schandelmaier und baut darauf, dass der Favorit vielleicht auch einige Spiele braucht, um den Rhythmus zu finden. Dennoch reisen die Allmendshofener als Außenseiter an, zumal einige wichtige Akteure fehlen. "Das zieht sich durch alle Mannschaftsteile. Von der Vierer-Abwehrkette fehlen beispielsweise 50 Prozent", ergänzt Schandelmaier, der deshalb bisher nur sechs, sieben Stammplätze für die Anfangsformation vergeben hat. Klar ist, dass die DJK vor allem in der Defensive sicher stehen muss. In den Pokalspielen gegen Furtwangen und Frickingen klappte das schon ganz gut. "Wir müssen noch schneller von Angriff auf Abwehr umschalten", fordert Schandelmaier. "Und wir müssen noch mehr Tempo in unser Spiel bringen."

FC Furtwangen

Tim Heine blickt auf eine zweigeteilte Vorbereitung zurück: Die ersten drei Wochen mit dem 7:0 gegen den FC Kappel und dem 6:3 in Gütenbach gegen den Landesligisten Bahlinger SC II seien "ganz ordentlich" gewesen. "Eine Entwicklung war da, aber die wurde deutlich unterbrochen." Weil dann viele Spieler in Urlaub gingen, sank die Trainingsbeteiligung in den vergangenen zwei Wochen von zuvor knapp 20 auf zwölf, 13. Das wirkte sich auch auf das jüngste Testspiel gegen den Verbandsligisten Waldkirch aus, wenngleich die 0:5-Niederlage zu hoch ausgefallen sei. Seinen Kader möchte der Furtwanger Spielertrainer noch auf 22 Kicker reduzieren. Für die Stammelf seien derzeit "sieben bis acht Positionen klar". In jedem Fall steht Heine eine eingespielte und personell kaum veränderte Mannschaft zur Verfügung. Mit einem Durchschnittsalter um 23 Jahre handelt es sich um eine junge Truppe, in der der in Kürze 32-jährige Spielertrainer über die größte Erfahrung verfügt.

Vergangene Saison waren die Bregtäler als Neunter zweitbester Schwarzwälder Landesligist, nun will man sich verbessern: "Um Platz fünf" lautet die Zielsetzung. Aus den ersten vier Partien mit den Schwarzwald-Derbys gegen DJK Donaueschingen und FC Bad Dürrheim strebt Heine in seiner zweiten Saison als Spielertrainer mindestens sieben Punkte an. "Schnell in die Spur finden" und nicht gleich Boden verlieren wie in der vergangenen Saison sollen die Furtwanger. Zum Favoritenkreis auf den Meistertitel zählt Tim Heine neben den Bodensee-Teams Radolfzell, Pfullendorf, Rielasingen-Arlen und Hegauer FV auch Bad Dürrheim und Neustadt.

FC 08 Villingen U 23

Die Nullachter halten an ihrem Experiment fest: Alle Spieler, die für die erste oder zweite Mannschaft in Frage kommen, trainieren wie schon in der vergangenen Saison gemeinsam. Nicht nur in der Vorbereitungsphase, auch während der Runde will man bei diesem Konzept bleiben – der guten Erfahrungen wegen, wie Arasch Yahyaijan sagt. Er ist bei den Villingern der verantwortliche Trainer für die U 23. "Zweite Mannschaft sagen wir nicht gern, das klingt so nach Reserve", meint Yahyaijan. "Die Spieler sollen gar nicht das Gefühl haben, dass es zwei Mannschaften gibt." Martin Braun, Chefcoach des Oberliga-Teams, habe zu Beginn der Vorbereitung gesagt, es sei "alles offen". Das Trainerteam werde aufgrund der gezeigten Leistungen Woche für Woche entscheiden, wer in welcher Mannschaft spielt. Die prinzipielle Chance auf Einsätze in der Oberliga sei gut für die jungen Spieler. Diese würden im gemeinsamen Übungsbetrieb, meist in drei Gruppen, auch von den Arrivierten wie Kapitän Jago Maric akzeptiert und respektiert. "Die kommen alle super aus, charakterlich sind alle in Ordnung", lobt Yahyaijan. Der Teamgedanke ist offensichtlich auch im Trainerstab der Nullachter stark ausgeprägt. Yahyaijan, gleichzeitig Brauns Co-Trainer bei der Oberliga-Elf, hat Fitness- und Torwart-Trainer Claudio Sukale und Jörg Klausmann, den Coach der A-Junioren zur Seite. Die Trainer kennen schon die Stammbesetzung beider Mannschaften, räumt Yahyaijan ein. Das Durchschnittsalter des Teams, das Bezirksliga-Meister wurde, habe bei 20,8 Jahren gelegen, ähnlich sei’s nun in der Landesliga. Ein, zwei Akteure hätten in Training und Testspielen, die fast alle gewonnen wurden, positiv überrascht. Umgekehrt habe der ein oder andere die Erwartungen bislang noch nicht erfüllt. Der Start gegen SC Pfullendorf II und Vizemeister FC Radolfzell – für Yahyaijan die Titelfavoriten – sowie Mitaufsteiger Tennenbronn und Neustadt "wird schwer, aber dann weiß man schon, wie’s in der Liga ist". Das Ziel für die U 23 laute "wie immer: Die jungen Spieler sollen sich entwickeln, fußballerisch und als Mensch".

FV Tennenbronn

Nur vier Wochen Vorbereitungszeit blieben den Tennenbronnern nach der erfolgreichen Relegation. Deshalb schätzt der neue FV-Trainer Bernd Günter den Leistungsstand seiner Elf zum Auftakt auf 70 bis 80 Prozent. "Wir brauchen noch zwei, drei Wochen", so seine Einschätzung. Ein Vorteil sei, dass die recht spielstarke Mannschaft eingespielt ist. Im fast unveränderten Kader findet sich kein einziger Auswärtiger. "Als kleiner Dorfverein leben wir von der eigenen Jugendarbeit", betont Bernd Günter, der weder mit seinem Co-Trainer Eckhard Günter, Vereinschef Roland Günter noch den beiden Spielern Andreas und Simon Günter verwandt ist. Zwei der drei Testspiele fand er gut: den 2:1-Heimsieg gegen Königsfeld und den Vergleich mit dem Landesligisten Rottweil – trotz der 1:5-Niederlage. Von der Stammformation hat Günter sechs bis sieben Positionen "im Kopf". Schwächen sieht er in der Athletik: Im Zweikampf hätten seine recht klein gewachsenen Spieler sicher Nachteile. Die 19 Kicker bringen es auf ein Durchschnittsalter von 21,3 Jahren. Landesliga-Erfahrung hat keiner von ihnen, deshalb müsse man sicherlich Lehrgeld bezahlen. Fehler sind ausdrücklich erlaubt im Lernprozess. "Am Samstag um 15.30 Uhr beginnt für uns der Abstiegskampf", weiß Günter. Doch auf dem heimischen Kunstrasen wollen die Tennenbronner eine Macht werden und die Mehrzahl der angestrebten 36 bis 38 Punkte holen.

Autor: zwi, jb