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15. November 2011 00:03 Uhr
Länderspiel
Deutschland – Niederlande: Eine Partie auf Augenhöhe
"Warum sollten wir vor den Niederländern Angst haben?", fragt Joachim Löw: Der Fußball-Bundestrainer freut sich auf das Freundschaftsspiel gegen den Erzrivalen, das am Dienstagabend stattfindet.
Tags zuvor schon bemüht sich Oliver Bierhoff um Brisanz-Abbau. In den 80er Jahren seien Duelle mit dem Oranje-Team durchaus "fast wie Krieg" gewesen, räumt er ein. Auch Frank Rijkaards Spuckattacke auf Rudi Völlers nationale Lockenpracht im WM-Achtelfinale 1990 ist nicht nur dem Nationalmannschaftsmanager noch in unguter Erinnerung. "Aber inzwischen hat die Rivalität bei Länderspielen stark abgenommen", so Bierhoff.
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Die jungen deutschen Nationalspieler können sich an die Zeit dieser bisweilen unsportlichen Zweikämpfe ohnehin nicht erinnern. Zudem sind sie mit niederländischen Gastarbeitern fußballerisch groß geworden, spielen mit ihnen im gleichen Verein. Jeder hat umgehend ein Beispiel für den netten Niederländer von nebenan parat. Selbst ein auf dem Platz nachweislich eher ruppiger Zeitgenosse wie Mark van Bommel wird von seinen deutschen Kollegen zur Kategorie "Freund" gezählt. Manuel Neuer, im Ruhrgebiet nicht allzu weit von der niederländischen Grenze geboren, berichtet zudem fast schon schwärmerisch von Kinderfreizeiten auf Ameland und lustigen Ausflügen nach Amsterdam. Doch damit nicht genug der Charme-Offensive.
Joachim Löw überhäuft den niederländischen Fußball geradezu mit Komplimenten. In Sachen Ausbildung seien unsere Nachbarn spitze. "Das, was sie spielen, beherrschen sie", lobt Löw. Besonders imponierend sei für ihn, wie es dieses vergleichsweise kleine Land über Jahrzehnte hinweg geschafft habe, permanent mit 20 Topspielern im Weltfußball vertreten zu sein. "Natürlich haben auch wir über die Jahre hinweg davon gelernt", gibt Löw zu.
Als die Bauchpinselei den niederländischen Journalisten zu Kopf zu steigen droht, ist es aber genug mit der Lobhudelei. Ob Deutschland denn dann so eine Art zweite Niederlande geworden sei, will einer der Fragesteller wissen. Einen derartigen Plagiatsvorwurf lässt Oliver Bierhoff nicht auf sich sitzen. "Nein. Das wollen wir überhaupt nicht. Sonst werden wir in Endspielen ja immer nur Zweiter", kontert er gewitzt. Und Joachim Löw legt Wert auf die Feststellung, dass er – und somit auch das Spiel der deutschen Elf – "von meiner eigenen Philosophie geprägt ist". Parallelen gebe es durchaus, aber auch reichlich Abweichungen.
Bundestrainer Joachim Löw
Am Ende ist also doch wieder ein wenig Brisanz in der Sache. Auch wenn Joachim Löw sicherheitshalber noch einmal schlichtet ("Das Ergebnis ist nicht das Allerwichtigste") – Oliver Bierhoffs Zielsetzung ist eindeutig: "Wir wollen ein Zeichen setzen, dass die Deutschen kein Spiel verlieren." Schon gar nicht gegen die Niederlande.
Autor: René Kübler
