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17. Mai 2010

Sorgen um Ballacks rechten Knöchel

Verletzung im Cup-Finale nach Foul von Kevin Boateng.

  1. Humpelt im englischen Pokal-Finale verletzt vom Platz: der deutsche Spieler Michael Ballack Foto: dpa

SCIACCA (sid). Michael Ballack saß mit dick bandagiertem Knöchel in London und war nach dem üblen Tritt von Kevin Boateng zum Warten verdammt, Fußball-Deutschland zitterte derweil am Sonntag um die WM-Teilnahme des DFB-Kapitäns – doch Bundestrainer Joachim Löw verfiel vor der endgültigen Diagnose am Montag noch nicht in Panik. "Im Moment haben wir noch die Hoffnung, dass er an der WM teilnehmen kann. Sicherlich hat er große Schmerzen und ist sehr in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Auch wenn kein Band gerissen ist, wird es einige Tage dauern. Wir brauchen aber jetzt erstmal Klarheit und hoffen, dass Michael nichts an den Bändern oder an der Syndesmose hat", sagte Löw am Sonntag im Trainingslager der Nationalmannschaft auf Sizilien. Die Untersuchung des rechten Sprunggelenks musste am Sonntag zunächst um 24 Stunden verschoben werden. Der dicke Knöchel ließ eine Kernspintomographie einfach nicht zu.

Der 33-Jährige hatte diese Blessur am rechten Knöchel am Samstag im FA-Cup-Finale mit dem FC Chelsea gegen den FC Portsmouth (1:0) erlitten, nachdem der frühere U-21-Nationalspieler Kevin Boateng in der 35. Minute Ballack mit einer brutalen Grätsche aus dem Spiel getreten hatte. Ballack hatte Boateng anschließend Absicht unterstellt. "Ich habe mir die Szene noch einmal angeschaut. Das sah schon nach Absicht aus", sagte Ballack, der nach dem Foul des früheren Bundesligaprofis von Hertha BSC Berlin und Borussia Dortmund in der 44. Minute ausgewechselt werden musste.

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Immerhin hat Ballack bis zum ersten deutschen WM-Auftaktspiel gegen Australien noch 28 Tage Zeit, so dass bei einem gutem Heilungsverlauf eines einfachen Bänderrisses eine WM-Teilnahme noch immer möglich wäre. Schwieriger wird es, wenn die Syndesmose beschädigt ist. Der Hamburger Marcell Jansen hatte nach so einer Verletzung fünf Wochen nicht mit dem Ball arbeiten können und am Sonntag erstmals wieder richtig mittrainiert.

Kein Verständnis zeigte der Bundestrainer für das rustikale Einsteigen von Boateng, der mit Ghana in der WM-Vorrunde im abschließenden Spiel auf Deutschland trifft. "Ich will niemandem Absicht unterstellen, aber es gibt da keine zwei Meinungen: Das war Rot! Boateng war ohne Chance auf den Ball. Situationen, in denen ein Spieler derart von der Seite oder von hinten reingrätscht, müssen mit Rot bestraft werden", sagte Löw, der aber zumindest berichten konnte, dass beim Telefonat mit Ballack am Samstagabend um 22.30 Uhr schon wieder eine gewisse Erleichterung zu spüren war, da nichts gebrochen sei. Nach Angaben von Löw wird die Kernspintomographie am Montag in London vorgenommen. Anschließend wird Michael Ballack mit dem deutschen Nationalcoach telefonieren und die weitere Vorgehensweise besprechen.

Autor: sid


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