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15. Juni 2012

Interview

Matthias Maier: "Kann mir kaum Besseres vorstellen"

BZ-Interview mit Matthias Maier, Kapitän des Freiburger FC, vor dem entscheidenden Aufstiegsspiel zur Verbandsliga.

  1. „Das Leben geht weiter“: FFC-Käpt’n Matthias Maier Foto: C. Zimmermann

  2. FFC Foto: Klein

FUSSBALL. Alles oder nichts heißt es morgen für die Mannschaft des Freiburger FC. Zum dritten Aufstiegsspiel zur Verbandsliga kommt der SC Offenburg ins "Freiburger Stadion" im Dietenbachpark und die Ausgangslage ist mittlerweile klar: Die Gastgeber müssen mit mindestens drei Toren Unterschied gewinnen, aber mindestens vier Tore erzielen, denn bei einem 3:0-Sieg des FFC wäre der FC Radolfzell aufgrund seiner drei in Offenburg erzielten Auswärtstore wieder in der Verbandsliga. BZ-Sportredakteur Claus Zimmermann befragte FFC-Kapitän Matthias Maier.

BZ: Wenn man in einer Aufstiegsrunde steht, ist man da in der Lage, sich auch für das Geschehen bei der laufenden Europameisterschaft zu interessieren?
Maier: Klar, als Fußballer interessiert man sich immer für solche Ereignisse. Bei mir ist es so, dass das Zuschauen die Lust noch weiter steigert, selbst auf dem Platz zu stehen.
BZ: Zu Aufstiegsspielen kommen schon mal Zuschauer in vierstelliger Zahl. Angesichts der schmalen Zufahrtsstraße zum Stadion und der geringen Zahl an Parkplätzen scheint da ein Chaos programmiert zu sein . . .

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Maier: . . . das stimmt. Daher wäre es sinnvoll, wenn möglichst viele Zuschauer mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln kommen würden.
BZ: Die Satzungsväter haben es sicher gut gemeint – aber in der aktuellen Aufstiegsrunde scheint die Regelung eher unglücklich, um nicht zu sagen ungerecht, zu sein. Denn wenn zwei Mannschaften punkt- und torgleich sind, ist das Team im Vorteil, das auswärts mehr Tore erzielt hat. Das heißt: Ein 3:0-Heimsieg des FFC gegen Offenburg wäre weniger wert, als der 3:0-Auswärtssieg des FC Radolfzell beim in dieser Runde offenbar weniger konkurrenzfähigen SC Offenburg.
Maier: Die Aufstiegsrunde ist von den Spielansetzungen her gesehen tatsächlich etwas unglücklich für uns gelaufen. Morgen wird es ein ganz anderes Spiel geben als in Offenburg, wo der SCO in der Schlussphase alles nach vorne werfen musste und so für Konter der Radolfzeller extrem anfällig war. Auf der anderen Seite dürfen wir uns nicht beschweren. Hätten wir in Radolfzell nicht noch den Ausgleich kassiert, hätten wir jetzt eine fantastische Ausgangsposition.
BZ: Ihre Mannschaft hat die Offenburger Heimniederlage am vergangenen Sonntag vor Ort verfolgt. Welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen?
Maier: Die Offenburger haben viele gute Einzelspieler, Radolfzell war aber die homogenere und robustere Mannschaft. Sicher ist, dass die Offenburger uns stark fordern werden. Immerhin hat ihnen im letzten Saisonspiel nur ein Tor zur Meisterschaft und zum direkten Verbandsliga-Aufstieg gefehlt. Da steckt schon viel Qualität im Team.
BZ: Gemessen an den Fähigkeiten des FFC in der regulären Runde scheinen vier Tore in einem Spiel keine unlösbare Aufgabe zu sein. Allerdings zeigte der FFC auch während 90 Minuten manchmal stark schwankende Leistungen. Und er tat sich mit der direkten Konkurrenz im Meisterschaftskampf leichter, als mit vermeintlich schwächeren Mannschaften.

"Zuschauen steigert

die Lust, selbst auf dem

Platz zu stehen"

Matthias Maier
Maier: Natürlich ist uns allen bewusst, welches Ergebnis notwendig ist, um den Aufstieg zu schaffen. Und ich bin auch davon überzeugt, dass wir in der Lage sind, dieses Ergebnis zu erreichen. Andererseits sollte man sich einmal überlegen, wie vermessen und arrogant es unter anderen Umständen erscheinen würde, wenn man in ein Aufstiegsspiel – beispielsweise vergangene Woche in Radolfzell – mit der Vorgabe gehen würde, vier Tore zu schießen. Wir sollten einfach versuchen, unsere bestmögliche Leistung zu bringen. Im Laufe der Partie wird man dann sehen, was möglich ist.
BZ: Welche Bedeutung hätte eine Rückkehr des Freiburger FC in die Verbandsliga für den Verein und für Sie persönlich?
Maier: Für den Verein und die Fans wäre es sicher ein schöner Erfolg. Langfristig sind für den FFC aber der anstehende Bau des Kunstrasenplatzes und die strukturellen Verbesserungen, die im Hintergrund ablaufen, wichtiger. In diesem Bereich haben der Vorstand und das Trainerteam in den vergangenen drei Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Ich persönlich würde mich besonders für unsere junge Mannschaft freuen. Ehrlich gesagt kann ich mir im Fußball kaum etwas Besseres vorstellen, als mit diesen Jungs aufzusteigen.
BZ: Sie spielen ja nicht nur für Ihren Verein, denn vom Abschneiden des FFC hängt auch der Klassenerhalt des SV Heimbach in der Landesliga und eventuell der SV Opfingen in der Bezirksliga ab.
Maier: Naja, der Klassenerhalt dieser Teams hing in erster Linie von ihren eigenen Ergebnissen in der abgelaufenen Saison ab. Dennoch würden wir Heimbach und Opfingen natürlich gern helfen, keine Frage.
BZ: Der ebenfalls traditionsreiche FC Emmendingen gelangte vor einem Jahr über die Aufstiegsrunde in die Verbandsliga, ist mittlerweile aber wieder abgestiegen. Was muss geschehen, damit dem FFC nicht ähnliches passiert?
Maier: Zuerst einmal müssen wir aufsteigen. Über alles andere mache ich mir jetzt noch keine Gedanken.
BZ: In welchem Gefühlszustand glauben Sie, morgen, gegen 16 Uhr, und in welchem gegen 18 Uhr zu sein?
Maier: Vor Spielbeginn wird’s eine Mischung aus Vorfreude und Konzentration sein. Gegen 18 Uhr werden wir hoffentlich mit unserer Leistung zufrieden sein. Wenn’s dann etwas zu feiern gibt, gibt’s wahrscheinlich kein Halten. Wenn nicht, geht das Leben weiter und wir nehmen nächste Saison einen neuen Anlauf.

MATTHIAS MAIER

Seit 2005 spielt der gebürtige Villinger beim Freiburger FC und klopfte mit ihm in der Saison 2007/08 an die Oberliga-Tür. Doch statt aufzusteigen, musste er in der folgenden Saison mit dem Traditionsverein den Weg in die Landesliga antreten. Seither ist Maier Kapitän der Mannschaft; in der zurückliegenden Saison war der 28-Jährige auch der Führungsspieler und mit zehn Treffern zweiterfolgreichster Torschütze nach Nino Tumminaro (15). Mit 21 Jahren war Maier studienhalber vom FC Villingen zum FFC gewechselt.  

Autor: cz

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