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29. August 2009

Faller Modellbau ist das Geld ausgegangen

"Auftragslage eigentlich gut"

FREIBURG. Ein kleines Erdbeben für so manchen Modelleisenbahner: Der Ausbau ihrer Orte und Landschaften ist gefährdet. Die Gütenbacher Modellbaufirma Gebrüder Faller GmbH hat am Freitag beim Amtsgericht Villingen-Schwenningen Insolvenz angemeldet. Dies hat das Unternehmen gestern bestätigt.

Geschäftsführer Horst Neidhard, der seit 2006 alleiniger Geschäftsführer ist, sagte am Freitag, dass es schon seit 2003 Umsatzeinbrüche gebe. In den vergangenen zwei Jahren hätte sich die Lage jedoch stabilisiert. Die Wirtschaftskrise habe jetzt dazu geführt, dass Faller umfangreiche Außenstände hat. Die Auftragslage sei eigentlich gut. Der Fachhandel habe wegen der Kreditklemme jedoch Probleme mit der Zwischenfinanzierung bei der Abnahme der Ware, die bereits produziert worden sei. Folge: Auch bei Faller fehlt das Geld.

Das Unternehmen beschäftigt 129 Mitarbeiter, etwa 40 weniger als noch vor einigen Jahren. In Teilen des Betriebes wird derzeit kurz gearbeitet.

Neidhard sagte, das Unternehmen leide unter Altlasten. Zum einen gebe es große Verpflichtungen wegen der Betriebsrente, die in guten Zeiten eingeführt worden sei. Zum andern müssten die Betriebsabläufe optimiert werden. Und das koste viel Geld.

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Geschäftsführer rechnet mit Sanierung aus eigener Kraft
Dass der Stuttgarter Rechtsanwalt Volker Grub vom Gericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt worden sei, stimme ihn optimistisch, sagte Neidhard. Auch dieser werde alles tun, um den Betrieb weiter zu führen. Er gehe davon aus, dass das Unternehmen von innen heraus saniert werden kann, ohne dass ein Investor herangezogen werden muss. Neidhard erwartet, dass auch nach der Sanierung die Umsätze nicht wesentlich geringer sein werden als jetzt. Eine Kapazitätsreduzierung sei nicht nötig.

Das Traditionsunternehmen wurde 1946 von den Brüdern Edwin und Hermann Faller gegründet. Inzwischen werden jährlich 1,2 Millionen Modellhäuschen hergestellt. Neuentwicklungen wie das Faller-Car-System bringen zusätzlich Bewegung auf die Modellanlagen.

Auch der Modelleisenbahnbauer Märklin hat bereits im Februar Insolvenz angemeldet. Nach Einschätzung des Insolvenzverwalters stehen die Chancen jedoch relativ gut, dass Märklin gerettet wird. Im Oktober soll eine Entscheidung über den Investor fallen.

Autor: Klaus rütschlin