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26. Januar 2010

Falsche Polizei kassiert ab

Täter erbeuten mit fadenscheinigen Geschichten hohe Beträge

Drei seltsame Betrugsfälle wurden in den letzten Tagen bekannt: Opfer waren jeweils russlanddeutsche Familien, die sehr viel Bargeld zu Hause aufbewahrten, die Täter waren russischsprachige Männer, die vermutlich zu einer Bande gehören. Die Beute betrug jeweils 10 000 Euro.

Die Täter wussten in allen Fällen über die Familienverhältnisse ihrer Opfer Bescheid. Sie jagten den Geschädigten zunächst mit schockierenden Anrufen einen Schrecken ein, so Jürgen Eichkorn vom Polizeiposten Landwasser. Die Russisch sprechenden Täter gaben sich am Telefon als deutsche Polizisten aus und erzählten fadenscheinige Geschichten: In einem Falle behaupteten sie, der Sohn der in Landwasser lebenden Familie habe einen schweren Unfall verursacht. Gegen eine sofortige Barzahlung von 10 000 Euro könnten eine Haftstrafe und hohe Schmerzensgeldzahlungen abgewendet werden. In Wirklichkeit hatte der Sohn zu der Zeit gar keinen Unfall, sondern war an seinem Arbeitsplatz. Die Täter verwickelten ihr von der Nachricht geschocktes Opfer so lange in ein Telefonat, bis ein Komplize an der Tür klingelte und das geforderte Geld direkt kassierte. Dem gutgläubigen Geschädigten blieb nicht einmal die Zeit, den Sohn zu kontaktieren, um die Geschichte auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.

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In einem anderen Fall behaupteten die Täter gegenüber einem älteren Ehepaar in der Gretherstraße (Sedanquartier), der Freund der Enkelin habe einen Unfall verursacht. Sie waren so dreist, zunächst 200  000 Euro zu fordern, am Ende bekamen sie 10 000 Euro in bar ausgehändigt. In einem dritten Fall in Haslach wurde der geschädigten Familie gegenüber behauptet, das Geld werde benötigt, um den Sohn vor einer Haftstrafe wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung zu bewahren. Natürlich stimmte auch diese Geschichte nicht. Die Telefonnummern der unbekannten Anrufer stammten jeweils von einem litauischen Prepaid-Handy, die Nummer konnte aber nicht zurückverfolgt werden. Ähnliche Betrügereien gab es 2009 im Raum Karlsruhe.

Autor: fz