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06. Februar 2012
Brauchtum, Spaß und Heiterkeit
Auch im 55. Jahr der Schergässler hat es beim Zunftabend Hochkarätiges in der Bütt und auf der Bühne gegeben.
LAHR-REICHENBACH. Ein Feuerwerk närrischen Frohsinns haben die Reichenbacher Schergässler beim 51. Zunftabend am Samstag in der Geroldseckerhalle entfacht. Hochkarätiges in der Bütt und auf der Bühne riss 600 begeisterte Besucher von den Stühlen. Brauchtum, Spaß und Heiterkeit bestimmten das Programm im 55. Jahr der Fasentzunft.
Ehrenmützenträger Helmut Dold und Oberzunftmeister Martin Meier führten durch das vierstündige Programm. Dem Narrenvolk bot die Zunft mit ihren zahlreichen Aktiven aus den eigenen Reihen die ganze Bandbreite närrischen Frohsinns: Stimmungsraketen am Fließband, tosender Beifall und reichlich Zugaben bestätigten einmal mehr, dass Reichenbach zu den Narrenhochburgen der alemannischen Fasnacht zählt.Von der Zunftabendband Skunks musikalisch flott gemacht, lüfteten die Schergässler nach dem Einmarsch das bis dahin bestgehütete Geheimnis am Schutterstrand: Michaela und Heiko Lauer heißt das Baronspaar, das bis Aschermittwoch das Zepter schwingt. Vor ihren Augen und denen der Politprominenz im Saal hieß es dann Bühne frei für ein Zunftprogramm, zu dessen Gelingen auch der Schergässler-Nachwuchs beitrug. Der Tanz der Mini-Minis und der Maxi-Minis war eine bühnenreife Leistung. "Nordpol trifft Südpol" war das Motto der Kleinsten, die in hübschen Kostümen als Pinguine und Eisbären über die Bühne watschelten und sich mit den Eskimos choreografisch verbündeten. Vom Eisbären-Rap der Minis war es ein Sprung zu den Maxis, die als Tänzerinnen das Publikum in die Welt der Filmmusik entführten.
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Mit "Saturday Night Fever" und "Flash- Dance" vermittelten die jungen Showgirls einen Hauch von Glitzer und Glamour. Schlag auf Schlag ging es weiter im närrischen Programm, in dem die Richebacher Tratschwieber, die es faustdick hinter den Ohren hatten, nicht fehlen durften. Über das Neueste vom Schutterstrand wussten Paula und Marie zu berichten. Keiner blieb verschont, wobei sich Einheimische wie "Hergloffene" wunderten, wie viele Fettnäpfchen zwischen Rathaus, Schule und Kirche aufgestellt waren.
Wenn sich das geschliffene Wort in der Bütt mit Live-Musik und wohlklingendem Gesang verbindet, ist Tanja Mühlhaus nicht weit. Für die mit viel Talenten ausgestattete "Lady Fasent" wurde der närrische Jahresblick auch im 23. Jahr zum Markenzeichen ihrer Polit-Show, bei der sie musikalisch von Rainer Kammerer begleitet wurde. Nach der kritischen Retrospektive mit Herz und Verstand zog das Buure-Quartett die Aufmerksamkeit auf sich: Die Band vom Schutterstrand sang mit Witz und eigenen Kompositionen über Kuhstall, Bibiliskäs und Riwwerli-Hose und erntete dafür viel Beifall. Den hatte auch der Lahrer Hinkende Bote alias Rolf Hügel auf seiner Seite. In geschliffenen Worten hielt er den Zeitgenossen den Spiegel vor. Als Meister der Verbalattacken sparte der "Mahner von Anstand und Sitte" nicht mit Seitenhieben auf Politik und Wirtschaft. Im Sturm eroberten danach die Schergässler-Hästrägerinnen als gefährliche Piraten die Narrenbühne. Nach ihrem fulminanten Showtanz waren es die Neuen, die in alter Besetzung für viel Spaß und Comedy auf einem Kreuzfahrtschiff auf der Schutter sorgten. Komik und Parodien an Bord wechselte ab mit herzerfrischen Melodien zur Fasnacht, die Kapitän Jürgen Glatz und der Erste Offizier Thomas Fischer anstimmten.
Autor: Wolfgang Beck


