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06. Februar 2012
Die Narren auf hoher See
Brauchtumsabend der Grafenhausener Hexen wieder mit einem unterhaltsamen Programm.
KAPPEL-GRAFENHAUSEN. Traditionell ist der Brauchtumsabend der Grafenhausener Hexen zwei Wochen vor der Fasent terminiert und ebenso traditionell ist, dass die Festhalle proppevoll und die Stimmung super ist.
Die Besucher wurden in diesem Jahr von den Leichtmatrosen Kai Schießle und Dominic Debacher und unter der Regie von Zeremonienmeister Alexander Utz auf eine fünfstündige närrische Seereise mitgenommen. Den Anfang machten die kleinen Matrosen vom Hexesome und die etwas größeren Hexenteenies, die abwechselnd und auch miteinander auf Seemannslieder tanzten. Die "Reiseveranstalterin" Jessica Strickler unterhielt mit ihren lustigen Begebenheiten und berichtete unter anderem von dem Mitbürger, der im Baumarkt vergeblich die bestellte Ware abholen wollte und dann feststellte, dass er den Auftrag in einem anderen Baumarkt getätigt hatte. Als "Hexenmaidli" überzeugten auch in diesem Jahr Carla Koßmann und Melanie Sattler. In ihren gekonnt vorgetragenen Reimen berichteten sie von den Gemeindestraßen, die so alt (und ramponiert) sind, dass man sie eigentlich unter Denkmalschutz stellen müsste.Werbung
Der Hexentanz als Klassiker des Brauchtumsabends wurde neu konzipiert und beeindruckte mit Schattenspieleffekten. Einen sehr ausdrucksstarken Auftritt zeigten Daniela und Clarissa Stippich als "Stippich Sisters", die auf die 900-Jahr-Feier der Gemeinde zurückblickten. Viel Anerkennung gab es für die schlagfertige Darbietung der "Jugend von heute" und für die Junghexen, die einen Tanz unter Einsatz von anscheinend fremdgesteuerten Armen und Beinen auf die Bühne zauberten.
Nach der Pause gehörte die Bühne der Gruppe "Fährpläy". Mit einer überzeugenden schauspielerischen Leistung und zündenden Wortspielen wurde auf vergnügliche Art und Weise das Geschehen an der Rheinfähre ins Elsass glossierte. Gegen eine angemessene Geschäftsbeteiligung ließ sich der Fährmann erweichen einen Bankräuber auf der Flucht wieder über den Rhein zu schippern und ein älteres Ehepaar hatte Probleme zum Essigkauf ins Nachbarland zu kommen.
Wenn je ein Bein von zwei verschiedenen Personen in einer Strumpfhose stecken, dann entsteht ein vergnüglicher Tanz, wie ihn die 13 Akteure der "Partey Pipelz" vorführten. Was Männer erleben, wenn sie ihre Frauen zum Einkaufen in die Stadt begleiten, präsentierten die "Fünf lustigen Vier".
Natürlich durfte auch das Ballett nicht fehlen. Das Junghexenballett "No Limit" hatte sich Irokesenperücken angezogen, während das Hexenballett, äußerst elegant gekleidet, den Schlusspunkt setzte. Einer der Höhepunkte war das Männerballett. Elf Ballerinas tänzelten – teilweise schwergewichtig – über die Bühne und warfen Beine und Röcke nach oben. Für die fastnachtliche Gaudi wurde stürmisch eine Zugabe gefordert.
Autor: Walter Batt


