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06. Februar 2012
Umzug
Offenburger Narrentag trotzt der bissigen Kälte
Beim 34. Offenburger Narrentag mussten Teilnehmer und Publikum satte Minusgrade aushalten / Bürgermeister Martini gefleddert.
OFFENBURG. Kalt war’s – pardon: saukalt! Doch weil die Sonne am Samstag tat, was sie konnte, wurde der 34. Offenburger Narrentag doch noch ein rundum erfolgreicher – mit Hunderten von Umzugskindern, so vielen wie schon lange nicht mehr, und allen rund 30 Offenburger Zünften. Der Kälte trotzten am Straßenrand zwar längst nicht so viele Zuschauer wie in den Vorjahren, ein paar tausend dürften es dennoch gewesen ein. Hier Splitter vom Tag.
Puppen: Weil er schon immer mal mit heißen Mädels in der Rattenfalle der Hexenzunft, dem mobilen Käfig, durch Offenburg fahren wollte, erfüllte die Zunft dem langjährigen Narrentag-Manager und baldigen Ruheständler Hugo Haag diesen Wunsch. Sie steckten ihn in die Rattenfalle, und tatsächlich lieferten ihm auch drei heiße Puppen Gesellschaft. Es waren allerdings aufblasbare.Gefleddert: Gehängt und gefleddert wurde – es bedurfte nicht viel Phantasie, auf seinen Namen zu kommen – der neue Baubürgermeister Oliver Martini. Keine Späße mit Namen, lautet eine alte Journalistenregel. Aber Manfred Wieland von den Bohlsbacher Krabbenaze ist eben keiner, also durfte er straffrei den Satz formulieren: "Er ist der erste Martini, der am Narrentag nicht nur gerührt, sondern auch geschüttelt wird." Sprachlich hat der neue Mann an der Spitze der Baubehörde noch einiges nachzuholen, nahm er doch beim Anblick von "Gutsele" das Wort "Karamellen" in den Mund. Igitt!
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Sibirische Kälte: Noch um 12 Uhr zeigte das Thermometer minus acht Grad. Erstaunlich deshalb, wie viele Leute sich zum Rathausplatz begeben hatten. Doch bei heißen Würsten und warmen Getränken, von Glühwein bis Hot Bull, in langen Unterhosen und dicken Skijacken konnte man, mit der Sonne im Bunde, der Eiseskälte doch wenigstens halbwegs trotzen.
Scheeserennen: Eine der Traditionsfiguren des Narrentages ist der unverwüstliche Uli Litterst von den Rebknörpli aus Fessenbach. Seit mehr als 20 Jahren moderiert er vor dem Rathaus das Rennen, das auch den lauffreudigen Autor dieser Zeilen mal als Sieger gesehen hätte, wenn nur das ungewohnte Schorletrinken nicht gewesen wäre. Rennsieger wurden am Samstag Tanja Piermeier und Thomas Panter von der Wolfonia Rammersweier.
Im Herzen ein Schwabe: Alle Jahre wieder an Fasent demonstriert Bürgermeister Christoph Jopen anhand seiner Kleiderordnung, dass er tief im Herzen nicht Rheinländer ist, sondern ein sparsamer Schwabe. Wohl keiner, der seit 1992 an der Fasent stets dieselbe Jacke trägt. Eigentlich wäre sie schon 1991 zu närrischen Ehren gekommen, doch fiel die Fasent wegen des Golfkrieges aus.
Gegen Gewalt: Joel Belmonte und Frank Sauter von den Weberhexen kommen angesichts des Erfolges des Bündnisses "Hästräger gegen Gewalt" geradezu ins Schwärmen. Schon viele Zünfte hätten sich der Aktion angeschlossen. "Es darf einfach nicht sein", so Belmonte, der auch noch bei den Urloffer Meerrettichdämonen aktiv ist, dass die Fasent mit Prügeleien und Alco-Exzessen immer mehr eskaliert. Gut zu wissen, dass die Polizei ebenfalls hinter der Aktion steht.
Autor: Hubert Röderer


