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06. Februar 2012

Zufriedene Gründer, fröhliche Gäste

Die närrische Geburtstagsparty der Schindlejokel bot auch den passenden Rahmen für Ehrungen und Geschenkübergaben.

  1. Dicht gedrängt sitzen die Gäste des Jubiläumsabends in der Jokelhalle. Sie wollten nicht nur Geschenke abgeben und den Ehrungen lauschen, es war hier auch viel wärmer als draußen. Foto: Helmut Häringer

  2. Einen schönen Jubiläumsabend feierten die Schindlejokel. Zunftmeister Manfred Tritschler und Zunftsudlerin Beate Reich bekamen die silberne Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg (Foto links unten). Die Männer unten rechts waren vor 50 Jahren dabei, als die Narrenzunft Niederwinden gegründet wurde. Foto: Fotos: Helmut Häringer

  3. Diese Männer und waren vor 50 Jahren dabei als in der Veranda vom Bären die Narrenzunft Niederwindemer gegründet wurde. dafür gabs vom Zunftmeister Manfred den Jubiläumsorden. Foto: Helmut Häringer

  4. SAndra und Ramona, die auch im Ballet „Smiling Smarties“ zeigten mit ihrer „Tisch Akrobatik“ was Körperbeherschung ist. Da waren die Narrenräte ganz schön neidisch und fühlten sich wie 50. Foto: Helmut Häringer

WINDEN. Zum Geburtstagsfest hatten die Schindlejokel viele Einladungen verschickt, und fast alle waren gekommen: Weggefährten, Paten, Nachbarzünfte und Prominente. Es wurden Geschenke und nette Worte ausgetauscht, es wurde geehrt und man hat zusammen den Start des langen Geburtstagswochenendes gefeiert. Wie bei den Schindlejokel üblich, dauerte das Programm bis nach Mitternacht.

Als Zunftmeister Manfred mit Narrenräten und den Jokelgesellen in die kleine Niederwindemer Halle einzog, war Schwarz-Rot die dominierende Farbe. Ehrenzunftmeister Hubert Dufner hatte einmal gesagt, "Eine Narrenzunft ist erst eine richtige Narrenzunft, wenn sie 50 Jahre alt ist". Diese Marke hat der Jokel jetzt erreicht und deshalb konnte Zunftmeister Manfred seine Gäste stolz begrüßen. Mittlerweile hat die Narrenzunft 336 eingetragene Jokel und mehr als 100 Kinder in der Zunft – große Zahlen für so ein kleines Dorf. Die "Smiling Smarties", die Balletttruppe der Jokel, sorgte dann zunächst einmal für etwas Bewegung.

Der Auftritt der Gründungsmitglieder und der Ehrennarren war ein besonderer Moment. Ehrenzunftmeister Hubert und seine Gründungskollegen trugen die ersten Narrenratskittel, vorne mit der "11", hinten mit dem Rad. Ehrenzunftmeister Hubert dankte allen Mitgliedern und Helfern der Narrenzunft für die über 50 Jahre geleistete Arbeit. Die Theatergruppe der Narrenzunft veranschaulichte die Geschichte der Fasnet in Niederwinden von der wilden Fasnet mit Domino und anderen Verkleidungen bis zur Figur des Schindlejokel: In den kalten Wintermonaten wurde aus heimischem Fichten- und Tannenholz Schindeln für Biberschwanzdächer gemacht. Dieses Handwerk ist das Vorbild für den Schindlejokel. Damit es nicht ausstirbt, ist Tim Fischer bei den letzten Meistern des Fachs in die Leere gegangen und zeigte als der jüngste Schindlemacher sein Handwerk auf der Bühne.

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Der wichtigste Verein für die Narrenzunft ist natürlich der Musikverein Niederwinden. Schließlich laufen die Jokel der Musik an der Fasnet die ganze Zeit hinterher. Deshalb waren auch alle Musiker zur närrischen Geburtstagsfeier eingeladen. Sie überbrachten nicht nur musikalisch ihren Gruß, sondern auch elf Kuverts, überreicht von den elf Schönheiten des Musikvereins. Die Rede dazu war lang, so dass die Turnshow "Table Akrobatik" von Sandra und Ramona danach umso willkommener war. Und schon war wieder eine Runde Ehrungen fällig: Vom Verband Oberrheinischer Narrenzünfte erhielt die Narrenzunft das "Verbandswappen in Silber". Die Narrenräte Timo Hettich und Christoph Maier wurden mit dem bronzenen, Andreas Weis und Thomas Walter mit den silbernen Verbandsorden geehrt. Bürgermeister Clemens Bieniger hatte nicht nur eine gefüllte Holzschlegel-Sparbüchse und nette Worte der Gemeinde mitgebracht, sondern auch etwas aus Stuttgart: Im Namen des Ministerpräsidenten überreichte er die silberne Ehrennadel des Landes an Zunftsudleri Beate Reich und Zunftmeister Manfred Tritschler.

Endlich einmal geklärt wurde, wer denn jetzt der Getti und wer die Gotti der Jokel ist. Der Patenonkel ist der Johlia aus Gutach und hatte einen Fresskorb mit einem Johlia-Puzzle zur geistigen Ertüchtigung mitgebracht. Die "Götti", die Spitzbuben aus Oberwinden, hatten aus süßem Teig einen Holzschlegel und einen Spitzbubenregenschirm gebacken. Sie wollten damit sagen, "Wir haben Euch zum Fressen gern". Auch die Waldkircher Krakeelia hatten an die Jokel gedacht und gratulierten. Stellvertretend für die Windemer Vereine übergab Wolfgang Häringer einen ganzen Sack voll mit Kuverts. Für all die vielen Unterstützer der Narrenzunft, die nicht im Narrenrat sind, aber trotzdem unersetzlich, griff Zunftmeister Manfred noch einmal in sein Gabensäckchen: Herbert Schonhard und Berthold Weber dürfen jetzt den ovalen Schindleorden tragen; Bürgermeistergattin Heidi wurde dafür geehrt, dass sie ihren Mann immer passend zur aktuellen Lage ausstaffiert. Viele weitere Unterstützer durften eine Dreiliterflasche Rotwein mit nach Hause nehmen.

Die Tanzgruppen "Dolce Vita" und "Sunrise" die früher die Fasnet mitgestalteten, ließen es sich nicht nehmen, noch einmal aufzutreten. Dann ging mit dem Narrenmarsch der offizielle Teil der Geburtstagsfeier zu Ende – inoffiziell wurde aber noch lange zur Musik von "Harald und Jasmin" getanzt und gefeiert.

Autor: Helmut Häringer