Tourismus-Boom

Fast 20 Prozent mehr Übernachtungen in Freiburg im ersten Quartal 2018

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mi, 16. Mai 2018 um 12:28 Uhr

Freiburg

Der Freiburg-Tourismus boomt weiter. Von Januar bis März übernachteten gegenüber dem ersten Quartal 2017 19,5 Prozent mehr Menschen in Hotels. Das ist die größte Steigerung Baden-Württembergs.

Von Januar bis März wurden knapp 250 000 Übernachtungen registriert, davon 231 000 in der Hotellerie. Gegenüber dem ersten Quartal 2017 bedeutet das für die Hotels ein Plus an Übernachtungen von 19,5 Prozent – das ist die größte Steigerung aller Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg.Der Landesschnitt liegt bei 6,4 Prozent plus, so das Statistische Landesamt. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch für die Hoteliers: Die Zimmerpreise und damit die Erlöse seien gesunken, sagen sie.

Inzwischen gibt es 64 Hotels in Freiburg

Der Hotelmarkt ist stark in Bewegung. Im Jahr 2017 wurden mehrere neue Kettenhotels in der Stadt eröffnet. Mittlerweile bieten in Freiburg 64 Hotels ihre Dienstleistung an – mit insgesamt rund 6350 Betten. Das sind 1150 Betten mehr als noch zu Beginn des vergangenen Jahres. Die Bettenauslastung in den Hotelbetrieben lag im ersten Quartal laut Statistischem Landesamt bei 40,3 Prozent.

Die Entwicklung wird unterschiedlich bewertet. Franziska Pankow, Abteilungsleiterin Tourismus bei der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) freut sich über die Zuwächse. "Es hat die befürchteten Einbrüche für die alteingesessene Hotellerie nicht gegeben", sagt sie. So hätten die Hotels im März eine Auslastung von 49,4 Prozent erreicht. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im gleichen Monat des Vorjahres.

"Das ist ein ruinöser Wettbewerb."Dehoga-Vorsitzender Christoph Glück
Christoph Glück, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) spricht von einem zweischneidigen Schwert. Einerseits brächten die neuen Kettenhotels eigene Gäste nach Freiburg, andererseits gehe der Zimmerpreis in den Keller: "Das ist ein ruinöser Wettbewerb." Das kann auch Pierino Di Sanzo, Direktor im Dorint an den Thermen, bestätigen. Hotels könnten zwar die Auslastung halten, die Umsatzeinbußen lägen jedoch bei 15 bis 20 Prozent. Die Low-Budget-Angebote passten nicht zum angestrebten hochwertigen und nachhaltigen Tourismus. Sowohl die Hoteliers als auch FWTM-Tourismusmanagerin Pankow plädieren dafür, dass weiter am vorliegenden Tourismuskonzept gearbeitet werden müsse.

Mehr zum Thema: