Champions League

FC Basel verblüfft mit fabelhafter Bilanz in der Gruppenphase

Winfried Dietsche

Von Winfried Dietsche

Do, 07. Dezember 2017

FC Basel

Der FC Basel verblüfft mit der besten Champions-League-Gruppenphase der Vereinsgeschichte.

FUSSBALL. Sechs Spiele, vier (Zu-null-) Siege, Champions-League-Achtelfinale: Dass der FC Basel, der sich im Sommer quasi neu erfunden hatte, zumal international gleich ein solch erfolgreiches Halbjahr hingelegt hat, zeuge "schon fast von übernatürlichen Kräften", befindet die "Neue Zürcher Zeitung" in einem ersten Erklärungsversuch. FCB-Sportchef Marco Streller äußert sich derweil – ganz irdisch – stolz auf den eben erst vom U-21- zum Cheftrainer aufgestiegenen Raphael Wicky, dem "ein Großteil des Erfolges" gehöre.

"Unglaublich stolz auf das Team und den ganzen Verein" zeigte sich in der Nacht des 2:0-Sieges der Basler im finalen Spiel der Gruppe A bei Benfica Lissabon indes Michael Lang. "Eine solch sensationelle Champions-League-Kampagne hat uns niemand zugetraut", gab der Führungsspieler, von dem junge Akteure wie Raoul Petretta – als Langs Pendant auf der linken Außenbahn einer der Shootingstars – in jedweder Hinsicht nur lernen können, inmitten der rot-blauen Jubeltänze zu Protokoll. Die "junge geile Truppe" habe auf dem Platz den Sieg errungen, nun werde sie "im Ausgang" auch die portugiesische Hauptstadt "erobern".

"Es ist unglaublich. Wir müssen alle erst realisieren, was wir erreicht haben", erklärte Wicky ("Ich bin ein Mensch mit verzögerten Emotionen") nach dem Schlusspfiff des Spiels vor der Presse. Die Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen zweieinhalb, drei Monaten sei in der Tat "sehr erfreulich". Solidarisch hätten die Spieler dabei auch schwierige Situationen gemeistert. "Aber man darf damit nicht zufrieden sein", merkte der 40-Jährige an und verwies auf die zwei heuer noch verbleibenden Super-League-Partien der Bebbi gegen St. Gallen und bei den Zürcher Grasshoppers.

Dazwischen richtet sich der Blick der Basler nach Nyon. Am Sitz der Uefa wird sich bei der Auslosung des Achtelfinales am kommenden Montag, 12 Uhr, zeigen, mit welchem Gruppensieger sich der FCB als Gruppenzweiter hinter Manchester United im neuen Jahr messen darf. Es ist das vierte Mal, dass die Rot-Blauen zu den besten 16 Clubs von Europa zählen. Nach 2011/12 und 2014/15 spielen sie zum dritten Mal im Achtelfinale, 2002/03 hatten sie die damalige Zwischenrunde erreicht. Mit dem Dreier von Lissabon schraubten die Basler bei ihrer achten Präsenz in der Gruppenphase ihre Ausbeute auf den neuen Rekordwert von zwölf Punkten (elf waren es 2011).

Benfica blieb die Enttäuschung der Gruppe A. Vor nur 22 500 Zuschauern im mehr als 60 000 Fans fassenden Estádio da Luz machten die Gastgeber im Duell der nationalen Doublegewinner deutlich, wieso ihnen in sechs Spielen kein Punkt und nur ein Tor (1:2 gegen ZSKA Moskau) gelang. So überstand der FCB die eine oder andere heikle Szene im und am Strafraum schadlos – und bewies seinerseits mit den Toren von Mohamed Elyounoussi (5. Minute) und Dimitri Oberlin (65.) einmal mehr seine imposante Effizienz.

Erster im Youth Cup: Beeindruckend trat parallel zu den Profis auch der Nachwuchs auf. Ein 0:0 bei Benfica reichte der U19 des FCB, um im Uefa-Youth-Cup den Gruppensieg zu holen – punktgleich vor Manchester United (elf) und klar vor den Lissabonnern (sieben) und den Moskauern (drei Zähler).