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09. August 2012 00:00 Uhr

Pokalkampf

FC Bayern und Dortmund kämpfen um den Supercup

Verletzungsmisere, Trainingsgerangel, Butt-Rücktritt. Der FC Bayern München hat derzeit einige Sorgen. Das bevorstehende Supercup-Duell mit Dortmund könnte kaum unpassender kommen.

  1. Noch haben die Herren Sportdirektoren gut lachen: Matthias Sammer (links) und Michael Zorc Foto: dapd

Doch Sportvorstand Matthias Sammer denkt optimistisch. "Wir sind überzeugt, dass wir an den richtigen Stellschrauben arbeiten", sagte er am Mittwoch in München und ergänzte: "Wenn es etwas zu gewinnen gibt, wollen wir dabei sein." Als der 44-Jährige auf dem Podium im Bauch der Münchner Arena redete, saß neben ihm sein einstiger Weggefährte und jetziger Kontrahent Michael Zorc. Hinter ihnen stand in großen Lettern auf einer Leinwand: "Der erste Titel der Saison". Vor ihnen stand auf einem Pult der begehrte Pokal. Dortmunds Sportdirektor nahm Sammers Worte gleich zum Anlass für einen Konter: "Ein schöner erster Pokal, den man da holen kann. Es lohnt sich, ihn ernst zu nehmen."

Eine Ansage, die Sammer vor der Partie am Sonntag (20 Uhr) betont gelassen hinnahm. Allerdings weiß auch er um die Gefahren einer neuerlichen Pleite gegen den immer mächtiger wirkenden Rivalen aus dem Ruhrpott. Eine sechste Schlappe in Folge gegen den BVB wäre dem aktuell recht empfindlichen Nervenkostüm der Münchner nicht gerade zuträglich. Zwar gilt für Kapitän Philipp Lahm immer noch: "Wir wollen endlich wieder die deutsche Meisterschaft gewinnen." Der Weg dorthin scheint jedoch steinig zu werden. Denn gleich sieben Spieler fallen bei den Bayern derzeit wegen Verletzungen aus oder sind angeschlagen. Darunter auch Bastian Schweinsteiger, den es mit einer leichten Bänderdehnung weniger schlimm erwischt hat. Mario Gomez dagegen kann nach seiner Operation am Sprunggelenk erst in drei Wochen wieder mit dem Aufbautraining beginnen.

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Wie gereizt die Stimmung derzeit bei den Bayern ist, zeigt die Trainingsrangelei zwischen Holger Badstuber und Emre Can, bei der der Nationalverteidiger dem Talent an die Gurgel ging. Sammer sprach zwar von einem kleinen Anfang in Richtung Aggressivität und Emotionalität. Doch er räumte auch ein, dass sich die Spieler ein solches Verhalten im Alltag "auf Dauer nicht leisten" können. Hinzu kommt der völlig überraschende Rücktritt von Jörg Butt als Leiter des Jugendleistungszentrums. Turbulente Wochen bei den Bayern – und damit erklärt sich, dass das Ergebnis des Heimspiels gegen den Deutschen Meister der vergangenen beiden Spielzeiten zum Gradmesser wird.

Bei den Dortmundern herrscht hingegen das altvertraute Bild. Worte wie "tiefenentspannt" sind kaum wegzudenken aus dem Vokabular von Trainer Jürgen Klopp. Zwar haben ihm zuletzt die drei Gegentreffer im "Liga-total-Cup" gegen Werder Bremen zugesetzt. Doch letztlich vertraut er auf die Stärken seiner Mannschaft. Wie groß das Selbstbewusstsein bei den Dortmundern ist, zeigt eine Aussage von Ilkay Gündogan. "Ich denke, dass die Borussia noch besser wird", sagte er gegenüber der Sport Bild. Dass Bayern die andauernde Dortmunder Ablehnung der Favoritenrolle kritisiert, stört ihn wenig: "Wir beschäftigen uns nicht mit Sprüchen, die uns über Medien aus irgendeiner Bundesliga-Stadt erreichen."

Ein tiefer Stich ins bajuwarische Selbstverständnis: irgendeine Bundesliga-Stadt – das ist genau das, was die Münchner nicht sein wollen. Sie sind deutscher Rekordmeister und wollen endlich wieder Titel holen. Der Supercup-Gewinn wäre ein Anfang.

Autor: dapd


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