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08. Februar 2010 17:12 Uhr

Suchaktion

Feldberg: Polizei entdeckt Snowboarder tot im Bachbett

Der seit Samstag am Feldberg vermisste Snowboarder ist tot. Die Polizei entdeckte die Leiche des 28-Jährigen im Bachbett der Alb. Offenbar hatte er noch mit dem Handy einen telefonischen Hilferuf an eine Freundin abgesetzt. Vergebens.

  1. Die Bergwacht suchte stundenlang vergebens nach dem vermissten Snowboarder. Foto: dpa

FELDBERG. Die Polizei fand die Leiche des 28-jährigen Automechanikers aus dem belgischen Eeklo am Montag um 11.58 Uhr im Bachbett der Alb, ein gutes Stück unterhalb der Talstation des Lifts Zeller I. Er trug seine Skikleidung. Todesursache und -zeit stehen nicht fest. Die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen blockiert weitere Auskünfte.

Der Fundort liegt auf Gemarkung Menzenschwand und laut Polizei ungefähr vier Kilometer vom Zeigerlift entfernt, wo der Mann nach einem Skiunfall die Piste verließ und im Wald verschwand. Die Stelle liegt auch außerhalb des Gebiets, das die Bergwacht in der Nacht zum Sonntag durchkämmte.

Nachdem am Sonntag Nebel die Suche aus der Luft verhindert hatte, konnte am Montagmorgen der Polizeihubschrauber bei klarer Sicht in die Luft gehen. Als die Meldung vom Fund beim Polizeiposten Feldberg einging, warteten dort Angehörige des Vermissten; er und seine Freundin gehörten zu einer sechsköpfigen Gruppe, die für drei Tage zum Skiurlaub in den Hochschwarzwald gefahren war und in Hinterzarten wohnte. Der Vater war am Wochenende nach Deutschland geeilt.

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Hat er die Rettung nicht erkannt?

Als sich der 28-Jährige am Samstag am Zeigerlift von der Piste entfernte, hielten sich die Freundin und die übrigen Begleiter am Fuß des Hangs auf. Sie bekamen von dem Skiunfall um 16.38 Uhr nichts mit. Nach Polizeiangaben hatte sich bei dem Belgier das Snowboard vom Fuß gelöst und war, da nicht gesichert, davon gegangen, bis es ein 13-jähriges Mädchen traf. Die Jugendliche trug schwere Prellungen davon und wurde in die Klinik nach Freiburg geflogen.

Hier könnte der Auslöser für den tragischen Fortgang gelegen haben: Nach Polizeiangaben war der 28-Jährige stark alkoholisiert, und möglicherweise fachten in dieser Verfassung das Unfallerlebnis und die Angst, für den Vorfall verantwortlich gemacht zu werden, Panik an, sodass er Snowboard und Rucksack liegen ließ und sich absetzte.

Handykontakt mit der Freundin

Welchen Irrweg der 28-Jährige danach hinter sich brachte, ist unklar. Die belgische Zeitung "Het laatste Nieuws" hat am Montag Angaben der Bergwacht bestätigt, dass es am Samstag noch Handy-Kontakt gab. Er habe seiner Freundin gesagt, er erfriere und brauche sofort Hilfe; seine Finger seien eingefroren und er könne nicht mehr weiter gehen, er habe Angst, im tiefen Schnee zu versinken. Später habe sie weiter versucht, ihn zu erreichen, einige Male mit Erfolg, aber nur kurz, möglicherweise, weil der Handy-Akku leer war. Irgendwann muss er die Bundesstraße 317 überquert haben.

Nicht mehr klären lassen wird sich, ob er die Straße in der Nacht erkannte oder ob er sie auf der Skibrücke passierte. Die Straße hätte ihm vielleicht den rettenden Weg weisen oder sogar ein Auto bringen können. Unklar ist, ob er es war, der sich Zutritt zur Talstation des Lifts verschaffte. Und wenn ja, warum er nicht den Schutz nutzte, sondern sich wieder auf den Weg machte.

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Autor: Peter Stellmach