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21. März 2017

Die Wehrleute weniger belasten

Bei der Versammlung der Feldberger Feuerwehr werden verschiedene Lösungen angesprochen / Neue Fahrzeuge werden angeschafft.

  1. Ottmar Basler (links) und Günter Mahler (Mitte) wurden für 60 Jahre in der Wehr geehrt. Herbert Klumpp (rechts) nimmt am Programm 65 plus teil. Foto: Tina Hättich

FELDBERG. Rund 1200 Einsatz- und weitere 1400 Probenstunden hat die Feldberger Feuerwehr vergangenes Jahr bewältigt, wie bei der Hauptversammlung am Sonntag berichtet wurde. In diesem Zusammenhang wurde auch über die Entlastung der Wehrleute gesprochen. Außerdem wurden Investitionen in den Fuhrpark vorgestellt.

Schriftführer Thomas Braxmeier gab einen Einblick in die 2016 absolvierten Einsätze. 68 Mal waren die Kameraden gefragt, davon einmal bei einem Brand in Feldberg. Dreimal brannte es in umliegenden Gemeinden und die Feldberger rückten zur Unterstützung aus. 36 technische Hilfeleistungen gab es – neben Verkehrsunfällen auch das Entfernen von Bäumen von der Straße – sowie sechs sonstige Einsätze. 22 Alarmierungen von Brandmeldeanlagen seien eindeutig zu viel und diese gelte es zu minimieren, waren sich alle Verantwortlichen einig. Bei keinem dieser Einsätze habe es sich um einen reinen Fehlalarm gehandelt, jedoch sei in allen Fällen die Hilfe der Feuerwehr nicht erforderlich gewesen. Viele der Brandmeldeanlagen seien nicht auf dem neuesten Stand. Es werde zusehends schwieriger, die Kameraden im Fall eines solches Alarms zu motivieren, doch forderte Kommandant Markus König seine Truppe auf, auch diese Alarmierungen immer zu 100 Prozent ernst zu nehmen.

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Aktuell besteht die Wehr aus 55 Aktiven, 28 Mitgliedern der Altersmannschaft und 19 Nachwuchskräften in der Jugendfeuerwehr. Martin Dzwiza berichtete von den Jüngsten. In 26 Proben habe man sich vor allem auf das Ablegen der Jugendflamme vorbereitet. Außerdem seien acht Proben gemeinsam mit der Jugendwehr Lenzkirch absolviert worden. Man habe am Kreiszeltlager in Löffingen teilgenommen und sich mit dem Kinderprogramm bei den Infotagen sowie mit einem Arbeitseinsatz beim Dosentag beteiligt. Höhepunkt des vergangenen Jahres war die 24-Stunden-Übung, bei der die Aktiven um zwei Uhr einen realen Einsatz hatten und von den Jungen tatkräftig angefeuert wurden. Betreut wird die Jugendwehr von Tobias Dörflinger, Kay Borrmann, Cynthia Kürner, Felix Greve und Matthias Lickert unter der Leitung von Roland Kürner und Michael Konnes.

Feldbergs Bürgermeister Stefan Wirbser dankte der Wehr vor allem für die Einsätze bei den zahlreichen touristischen Veranstaltungen und sagte seine Unterstützung bei den anstehenden Investitionen in den Fuhrpark zu, denn "eine leistungsgerechte Feuerwehr zu erhalten ist Pflichtaufgabe jeder Gemeinde". So soll für Einsätze im Tiefschnee und zu abgelegenen Hütten ein spezielles Geländefahrzeug, ein Argo 8 mal 8, angeschafft werden. Auch das Löschfahrzeug soll nach 33 Jahren im kommenden Jahr ersetzt werden. In diesem Zusammenhang müsse man, so König, auch über eine Erweiterung des Gerätehauses nachdenken, da auch in den Umkleidekabinen Platzmangel herrsche.

1200 Einsatz- und weitere 1400 Probenstunden hat die Feldberger Wehr 2016 bewältigt. Es gäbe wenige ehrenamtliche Institutionen, die sich in diesem Umfang an 365 Tagen im Jahr engagieren. Auf Dauer sei es daher unumgänglich, über eine Entlastung der Feuerwehrleute nachzudenken. Dies bestätigte auch der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Christoph Zachow. Es sei sowohl die Einstellung eines oder mehrerer hauptamtlich Tätigen, als auch die Auslagerung gewisser Arbeiten denkbar. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Gotthard Benitz, der der Feldberger Wehr modernste Ausstattung, hervorragende Ausbildung und tolle Nachwuchsarbeit bescheinigte, sprach von Plänen, die Messtechnik zu zentralisieren. Auch soll ein Schlauchpool ins Leben gerufen werden, der die Säuberung und Überprüfung der Schläuche künftig weniger zeitintensiv werden lasse.

Bernhard Andris warnte davor, die Wehrleute zunehmend zu Baumbeseitigern, Verkehrsreglern und Türöffnern werden zu lassen. Man müsse der immer umfangreicher werdenden Arbeit rechtzeitig Einhalt gebieten, bevor die Helfer ausgebrannt seien.

Günter Mahler berichtete humorvoll von den Tätigkeiten der Altersmannschaft, die sich auf regelmäßige Treffen und zwei Ausflüge im Jahr beschränken.
Wahlen: Mahler wurde, gemeinsam mit Ottmar Basler, für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet. Herbert Klumpp, der mit Erreichen des 65. Lebensjahrs eigentlich in die Altersmannschaft wechseln würde, nimmt nun am Projekt 65 plus teil und wird sich weiterhin aktiv engagieren. Über eine Auszeichnung für die Teilnahme an 22 der 23 stattgefundenen Proben freuten sich Ernst Kaiser und Uli Gehr.
Beförderungen: Cynthia Kürner (Oberfeuerwehrfrau) sowie Marcel Klumpp, Tobias Steurenthaler (alle ehemalige Feldberger Jugendwehrler). Matthias Lickert und Kay Borrmann wurden zu Oberfeuerwehrmännern ernannt. Kevin Klumpp und Richard Lakmann sind jetzt Feuerwehrmänner. Neu aufgenommen wurden Tim Schidlowski und Alexander Dietz.

Autor: Tina Hättich