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03. Februar 2012 09:54 Uhr

Stress für Wintersportler

Feldberg: Zu wenig Parkplätze für Skifahrer

Ein Jubiläum der besonderen Art im Skigebiet Feldberg: Seit 50 Jahren wird über die dortigen Parkprobleme diskutiert, eine Lösung ist auch weiterhin nicht in Sicht, obwohl 80 Prozent der Tagesgäste mit dem Auto anreisen.

  1. Alles zugeparkt: ein ganz normaler Wintertag am Feldberg Foto: Privat

  2. An Chaostagen wird auf der Sperrfläche geparkt. Foto: Privat

  3. Parken am Straßenrand Foto: privat

  4. Fünf Meter, eigenwillig interpretiert. Foto: privat

Am Feldberg finden nur Frühaufsteher einen Parkplatz. An schönen Wintertagen tummeln sich dort etwa 10.000 Skifahrer und Snowboarder auf den Pisten, 80 Prozent dieser Tagesgäste kommen einer Befragung zufolge mit dem eigenen Auto. Spätestens um 10 Uhr sind alle Parkplätze belegt – damit verwandelt sich der Wintersporttag in einen Chaostag. Dann steht vor dem Spaß auf der Piste, die ärgerliche und nervige Suche nach einer Abstellmöglichkeit für das Auto und ein weiter Anmarschweg in wenig bequemen Skistiefeln zu den einzelnen Skiliften.

Mit dem Auto lässt sich die Ausrüstung leichter transportieren

Das Skigebiet Feldberg wird durchschnitten von der wichtigen Verkehrsader B 317. Als Gründe für die Anreise mit dem Auto gaben die Wintersportler den leichteren Transport der Ski- und Snowboard-Ausrüstung an, zudem ist das Auto nun einmal die schnellste Verbindung zwischen Haustür und Einstieg in die Bergbahn. Viele Besucher reisen auch mit der Familie an. 60 Prozent sind Urlauber und 40 Prozent Tagesausflügler. Von den Tagesausflüglern kommen 30 Prozent aus einem Umkreis von weniger als 20 Kilometer; jeder Dritte hat einen Anfahrtsweg von bis zu 50 Kilometern und 5,5 Prozent wohnen mehr als 150 Kilometer vom Skigebiet entfernt. Zu den Haupteinzugsgebieten zählen die Städte und Gemeinden im Rheingraben bis ins Rhein-Main-Gebiet.

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Die tägliche Frequentierung des Skigebietes Feldberg ist an schönen Tagen beträchtlich. Der Spitzenbesuch kann im Winter etwas mehr als 10.000 Skifahrer und Snowboarder betragen. In dieser Zahl nicht enthalten sind die Langläufer, Spaziergänger oder Schneeschuhläufer, die die verschneite Landschaft am Höchsten genießen möchten. Bereits im Januar 1992 wurden an Spitzentagen im Schnitt 2300 parkende Autos, 50 Busse und 40 Wohnmobile gezählt. Diese Zahlen sind sicher nicht kleiner geworden, denn seither sind neue touristische Angebote geschaffen worden. Bequeme Bahnen mit größerer Förderkapazität entstanden, Beschneiungsanlagen sorgen für eine größere Schneesicherheit, das gastronomische Angebot ist größer und auch das Land Baden-Württemberg hat das Haus der Natur gebaut und mit attraktiven Ausstellungen ausgestattet.

Frühmorgens rollt die Blechlawine an

Der Hauptansturm erfolgt in den frühen Vormittagsstunden, wenn die Blechlawine quasi Stoßstange an Stoßstange auf den Berg rollt. Wer zu spät kommt, weil die 700 Parkplätze am Seebuck bereits belegt sind, der hat ein Problem. Er kann nicht einfach weiterfahren, denn die 800 Meter lange Stichstraße zum Seebuck, ist wohl die einzige Bundesstraße in Deutschland, die als Sackgasse endet. Also heißt es, alles zurück und es entwickelt sich ein zäher Parksuchverkehr auf der B 317 zwischen dem Caritas-Haus, Feldberg-Passhöhe mit Hebelhof und weiter hinunter in Richtung Fahl. Diese Parkplatzsuche bewirkt einen zähfließenden und teils stockenden Verkehr und führt zu einem Parkchaos über mehrere Kilometer hinweg. Verursacht durch in zweiter Reihe auf einen Parkplatz wartende Autofahrer, umständliche Wendemanöver auf der Bundesstraße. Die Rekordzeit für die Belegung der 700 Parkplätze am Seebuck ist übrigens um 8.45 Uhr – echte Skifahrer sind Frühaufsteher.

Eine vor einigen Jahren vorgenommene Kennzeichenerhebung mit 1846 Autos ergab folgendes Ergebnis: Mehr als 180 Fahrzeuge kamen aus Nordrhein-Westfalen und aus Rheinland-Pfalz. 146 aus Freiburg-Land, 110 aus dem Saarland, 105 aus dem Stuttgarter Raum, 85 aus dem Landkreis Lörrach, 80 aus Freiburg-Stadt, 78 Autos hatten gelbe Nummernschilder aus Holland und 77 trugen Kennzeichen aus Hessen.

Die Konkurrenz zu anderen Skigebieten drängt nach einer Lösung des Verkehrsproblems. Ein Königsweg dafür ist noch niemanden eingefallen. Seit vielen Jahren ist der Bau eines Parkhauses ein Thema. Baurechtliche Voraussetzungen dafür hat die Gemeinde Feldberg geschaffen. Aber die Investition übersteigt die Finanzkraft der kleinen Gemeinde, sie ist auf Zuschüsse angewiesen. Ein Investor und öffentliche Förderung wäre die Lösung und die Gemeinde könnte das Parkhaus über einen Mietkauf dann langfristig erwerben. Die Befürworter sähen gerne den Blechpark am Seebuck im Parkhaus verschwinden. Das Parkhaus könnte die Grundlast des ruhenden Verkehrs abfangen; Naturschützer sehen im Parkhaus das Ende vom Traum eines autofreien Feldbergs.

2500 bis 3000 Parkplätze

sind am Feldberg im Winter nötig. Der Großparkplatz Seebuck hat 700 Stellplätzen bei viel Schnee nur 250. In Feldberg-Ort gibt es 230 geordnete Parkplätze. Die übrigen Autos parken entlang der B 317 auf vier Kilometern Länge zwischen Herzbachkurve und der Kreuzlekurve, rund einen Kilometer vor dem Caritashaus. Daraus folgen zwei Kilometer Fußmarsch zu den Liftkassen und Lifteinstiegen. Durch den Umbau der Stichstraße mit Busspur sind 200 Parkplätze entfallen und auch das Haus der Natur steht auf früher genutzten Parkplätzen. Lösungen sollten den hohen Anteil von Familien bei den Besuchern berücksichtigen.

Im Winter bleibt die Hälfte der Besucher länger als sechs Stunden am Feldberg. Ein Viertel verbringt vier bis sechs Stunden und nur ein Fünftel tritt bereits nach maximal vier Stunden wieder den Heimweg an.

Der ÖPNV befördert an Spitzentagen rund 1000 Personen auf den Feldberg und wieder zurück. Wenn aber 150 Personen in Spitzenzeiten in den Bus wollen, aber nur 70 mitgenommen werden, müssen viele 30 Minuten auf den nächsten Bus warten und verpassen Zuganschlüsse.

Der Feldberg ist auch im Sommer ein lohnendes Ausflugsziel. Von Mai bis Oktober kommen etwa 150 000 Wanderer auf den Feldberggipfel. An Spitzentagen ist der Anteil von Kindern mit etwa 30 Prozent sehr hoch.

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Autor: rys