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08. Mai 2014

Gratulieren und Spenden

BEI UNS DAHEIM: Erich Bizenberger feiert seinen 70. Geburtstag.

  1. Erich Bizenberger wid 70 Foto: Ute Kienzler

FELDBERG. Der Spitzname seines Großvaters war der Namensgeber. Als Erich Bizenberger zusammen mit seiner Frau Elisabeth 1977 eine Bäckerei mit angegliedertem Café in Feldberg-Bärental übernahm, taufte er den Betrieb auf "Café zum g’scheiten Beck" um. Mit den Jahren stieg der Bekanntheitsgrad, auch wegen seiner Umtriebigkeit.

Morgen, Freitag, 9. Mai, feiert Bizenberger seinen 70. Geburtstag; einen großen Geschenketisch wird es aber nicht geben. Bizenberger und seine Familie haben sich etwas Besonderes ausgedacht: An diesem Tag wird sein Café ab 10 Uhr geöffnet sein, jeder ist eingeladen zu Kaffee und Kuchen, eine Rechnung gibt es jedoch nicht. Statt dessen steht eine Spendendose bereit, deren Inhalt dem Bundesverband Kinderhospiz in Lenzkirch übergeben wird. Auch Freunde und Bekannte werden gebeten zu spenden, statt ein Geschenk zu machen.

Die Ausbildung zum Bäcker und Konditor hat Bizenberger in seiner Heimatstadt Rottenburg bei Tübingen absolviert, ohne zu wissen, dass er später einmal noch zu weiteren Tätigkeiten berufen sein würde. Was zunächst nach Berufsaufgabe klingt, hat ihn eher weitergebracht. Wegen einer Mehlallergie musste er beruflich umsatteln, was er schaffte, indem er sein Hobby zur Profession machte. Schon als 13-Jähriger schaute er seinem Vater bei der Schnapsherstellung über die Schulter und fand Gefallen daran. Beweis für sein Talent ist die Schnapsbrennerei, die er vor 20 Jahren aufbaute und dem Café angliederte. "Bei der Schnapsbrennerei entscheidet die Qualität des Obstes über die Qualität des Schnapses, bei der Likörherstellung ist jedoch meine Kreativität gefragt, und mein Wissen als Konditor über die Verarbeitung von Früchten kam mir dabei zugute," erklärt Bizenberger und verweist stolz auf seine 15 Likör- und 40 Schnapssorten.

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Der Verkauf seiner Schnaps- und Likörsorten war Bizenberger nicht genug, er wollte seinen Kunden auch zeigen, wie diese edlen Wässerchen hergestellt werden und seit zehn Jahren kann man das in seinem Schnapsmuseum sehen, die ganze Palette der Brenngeräte ist dort ausgestellt.

Warum die Etiketten der Flaschen von dem Cartoonisten Peter Gaymann entworfen wurden, erzählt Bizenberger gerne: "Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums eines Schweizer Hotels durfte ich dort meine Schwarzwälder Kirschtorten zubereiten, und am Nebentisch signierte Peter Gaymann seine Bücher. So haben wir uns kennengelernt und die Verbindung besteht heute noch." Mit Gaymann traf er wieder beim Bundesverbandes Kinderhospiz in Lenzkirch zusammen.

Da Bizenberger einen behinderten Bruder hat, weiß er um die Sorgen, die Eltern um ihre Kinder haben: "Die vielen Jahre der Selbstständigkeit waren für mich und meine Frau nicht immer einfach, doch angesichts einiger Krankheitsfälle im Bekanntenkreis relativierten sich die Sorgen. Wir möchten ein wenig Hilfe für andere leisten und sind dem Freundeskreis Kinderhospiz beigetreten."

Am meisten wird Bizenberger sich an seinem morgigen Ehrentag über die Gratulationen seiner engsten Angehörigen freuen – neben seiner Frau werden vier Kinder und zwei Enkelkinder ihre Glückwünsche aussprechen. Die freie Zeit, die Bizenberger bleibt, kann er dann nutzen, um auf eines seiner Oldtimer-Motorräder zu steigen und bei einer Fahrt durch den Schwarzwald seinen Gedanken freien Lauf lassen.

Autor: Ute Kienzler