Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

29. September 2011

Kompetent seit mehr als zehn Jahren

ITZ Caritas-Haus Feldberg als anerkannte Klinik von ADHS Deutschland ausgezeichnet.

  1. Geschäftsführer Udo Wankelmuth (links) nahm von Bärbel Sonnenmoser und Uwe Metz von ADHS Deutschland die Kompetenzauszeichnung für das ITZ Caritas-Haus Feldberg entgegen. Foto: Privat

FELDBERG (BZ). Die ADHS-(Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) Landesgruppen Hessen und Baden-Württemberg haben am vergangenen Wochenende im Caritas-Haus Feldberg ihre Mitgliederversammlung abgehalten. Dabei wurden auch verschiedene Vorträge zu dem Thema, wie ADHS und Pubertät, ADHS und Eltern-Kind-Bindung, sowie diverse Workshops abgehalten.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde dem Caritas-Haus Feldberg die Zertifizierung als "anerkannte Klinik" von ADHS Deutschland e.V. überreicht. Als Kompetenzzentrum für AD(H)S unterstützt die Klinik seit mehr als zehn Jahren deutschlandweit Familien mit Kindern, die von einer AD(H)S-Krankheit betroffen sind.

Einer der Schwerpunkte dabei ist das Stärken der Beziehung zwischen Eltern und Kindern und der enge Einbezug von Eltern als Trainer und Anleiter des Kindes. Da auch der Schulalltag Familien belastet, werden in der Klinik auch Lehrer und Lehramtsstudenten in Zusammenarbeit mit pädagogischen Hochschulen geschult.

Die Klinik führt Rehabilitationsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche für jeweils vier Wochen durch, die Kinder können dabei von einem Elternteil begleitet werden, die Jugendlichen führen die Maßnahme selbständig durch. Neben allen therapeutischen Angeboten steht eine eigne Klinikschule zur Verfügung, wo die besondere Krankheitssituation der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt wird und Freude am Lernen und Selbstmotivation geweckt werden.

Werbung


ADHS (Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätsstörung) ist die häufigste, psychiatrische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Aktuellen Einschätzungen zufolge sind in Deutschland etwa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren davon betroffen, wobei die Erkrankung bei Jungen etwa viermal häufiger diagnostiziert wird als bei Mädchen. Bei etwa 60 Prozent der Betroffenen bleiben wesentliche Symptome von ADHS auch im Erwachsenenalter bestehen.

Das Krankheitsbild ADHS ist in der Öffentlichkeit nach wie vor zu wenig bekannt, war sich die Runde im ITZ Caritas-Haus Feldberg einig. Selbst in Fachkreisen wird die Komplexität, Tragweise und Behandlungsbedürftigkeit dieser Erkrankung häufig nicht im erforderlichen Umfang wahrgenommen. Die Kennzeichen der Störung liegen vornehmlich in verschiedenen Bereichen, dem Wahrnehmungsbereich, dem Sozialbereich und dem motorischen Bereich. In der Regel kommen begleitend eine seelische Entwicklungsverzögerung hinzu, ein schnelles psychisches und physisches Ermüden, ein extrem ausgeprägter Gerechtigkeitssinn anderen gegenüber und eine erhebliche Beeinflussbarkeit durch andere. Die Symptomatik ist bei jedem Betroffenen individuell ausgeprägt. Gehäuft treten weitere Erkrankungen in Zusammenhang mit ADHS auf, im Kindesalter beispielsweise eine Lese-Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche und Motorik-Störung, im Erwachsenenalter können es Ängste, Depressionen und Suchtverhalten sein.

Autor: bz