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09. November 2011

Mit Seil und Karabiner

Die große Rettungsübung an der Feldbergbahn verläuft ohne Probleme.

  1. Die Bergretter sicherten die Passagiere der Feldbergbahn, bevor sie schließlich abgeseilt wurden. Foto: Hans-Jochen Köpper

  2. Gekonnt und schnell seilten sich die Helfer der Bergwacht zu den verschiedenen Gondeln der Feldbergbahn ab. Davor hatte der Betriebsleiter der Feldbergbahn, Martin Käfer(rechtes Foto), Übungsalarm ausgelöst. Foto: Hans-Jochen Köpper

  3. Markus Raif (rechts), seine Kinder und Schwiegereltern haben als freiwillige zu Rettende einen spannenden Ferientag erlebt. Foto: Hans-Jochen Köpper

  4. Foto: Hans-Jochen Köpper

FELDBERG. "Die Bahn steht und kann nicht mehr angefahren werden. Es sind viele Menschen in den Gondeln." So lautete die Nachricht, als der Betriebsleiter der Feldbergbahn, Martin Käfer, am Freitagnachmittag um 14.04 Uhr Alarm auslöste. Da diese Ansage auch über die Außenlautsprecher ins Freie übertragen wurde, blieben sogar einige Wanderer verunsichert stehen – es war aber nur eine Übung, die erfolgreich gemeistert wurde.

Innerhalb von 30 Minuten trafen dann bei schönstem Herbstwetter und rekordverdächtigen 14 Grad Außentemperatur insgesamt 45 Bergretter aus verschiedenen Orten ein, die im Anschluss von Einsatzleiter Stefan Schaake am Seebuck in die Lage eingewiesen wurden. Nachdem sich die zehn Rettungsteams an die einzelnen Stützen verteilt hatten, stand fest, dass es eine umfangreiche und anspruchsvolle Rettungsaktion geben würde.

In zwölf Kabinen befanden sich insgesamt 37 Menschen, vom Säugling bis zum 70-jährigen Rentner. Sogar ein Rollstuhlfahrer und ein (Stoff-)Hund warteten in luftiger Höhe auf ihre Bergung. Unter ihnen war auch eine Familie aus Jestetten im Landkreis Waldshut. "So ein Erlebnis hat man natürlich nicht alle Tage", schreibt Markus Raif. Dabei hatte der Tag am Seebuck mit einer Enttäuschung begonnen: Zusammen mit den beiden Kindern und den Schwiegereltern (69 und 70 Jahre alt), wollte er mit der Feldbergbahn fahren, die aber wegen Revisionsarbeiten geschlossen war, wie es auf einem Schild hieß. Nach dem Besuch im Haus der Natur, hätten sie aber festgestellt, dass die Bahn doch fährt – aber nur für die Rettungsübung. Und so waren die Gäste als Freiwillige plötzlich mitten im Geschehen.

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Was die Familie zusammen mit anderen zu Rettenden nun erlebte, war echte Profiarbeit, von der sich auch der Beobachter des Regierungspräsidiums, Joachim Schäfer, zusammen mit Vertretern der örtlichen Feuerwehr ein Bild machen konnten. Die Bergretter erklommen zunächst zügig die Seilbahnstützen, dann seilten sie sich gut gesichert talwärts entlang des Tragseils der Bahn bis zu 100 Meter weit ab. Schließlich standen sie wie selbstverständlich auf den Gondeln, als hätten sie nie etwas anderes getan.

Die Fahrgäste, die sich allesamt freiwillig zur Übung gemeldet hatten, wurden zunächst beruhigt, bevor die Türen geöffnet wurden.

Innerhalb einer Stunde war es dann geschafft: Alle 37 Personen waren ohne Probleme mittels speziellem Rettungsgerät aus den Kabinen abgeseilt worden und konnten unverletzt die Übung beenden.

Martin Käfer betonte, dass die Wahrscheinlichkeit eines solch gravierenden Schadens an der Bahn verschwindend gering sei. "Allerhöchstens wenn das große Antriebsrad einen Lagerschaden hat oder das Getriebe kaputt geht, kann ich mir diesen Supergau vorstellen. Ein Stromausfall dagegen ist kein Problem, da springt das Notstromaggregat ein", erläuterte er.

Die Feldbergbahn wird regelmäßig gewartet sowie immer wieder großen Revisionen unterzogen. Das Fazit der Übung lautete: Falls einmal ein Notfall eintreten sollte, stehen die Bergretter parat und können eine solche Lage gut bewältigen.

Autor: Hans-Jochen Köpper