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02. März 2010

"Skier nie lange unbeaufsichtigt lassen"

BZ-INTERVIEW mit BGV-Abteilungsdirektor Ralf Krepper über den Diebstahl von Skiern.

  1. Ralf Krepper Foto: privat

HOCHSCHWARZWALD. Skifahrer am Feldberg sind gut beraten, ihre Sportgeräte im Auge zu behalten, wenn sie eine Pause einlegen. Sonst könnte es gut sein, dass sie zwar die Muskeln gelockert und den Bauch gewärmt, aber keine Bretter mehr haben. Ski- und Snowboarddiebstahl kommt – wie berichtet – immer wieder mal vor. Die Täter haben es in der Regel auf neue, trendige Skier und Boards abgesehen meist teuer und mit entsprechendem Schaden und Frust. Peter Stellmach fragte Ralf Krepper, Abteilungsdirektor vom Badischen Gemeinde Versicherungsverband (BGV) in Karlsruhe, was man tun kann.

BZ: Herr Krepper, neue Carver gekauft, 600 Euro hingeblättert, fünfmal gefahren und dann plötzlich ohne. Was empfehlen Sie den Skifahrern allgemein ?
Krepper: Grundsätzlich ist anzuraten, das Sportgerät nicht längere Zeit unbeaufsichtigt zu lassen, oder es mit einem kleinen Schloss am Skiständer zu sichern. Wer kein Schloss zur Hand hat, sollte einfach einen Ski mit seinem Skipartner tauschen und – mit einem gewissen Abstand voneinander – abstellen. Denn Zeit zum Suchen haben Diebe meist nicht !

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BZ: ... Und gibt es eine Versicherung, was kostet sie, lohnt sich die Ausgabe ?
Krepper: Eine reine Skiversicherung kann über den DSV abgeschlossen werden (Mitgliedschaft). Die Badischen Versicherungen bieten seit Sommer 2009 über die Exklusivdeckung der Verbundenen Hausratversicherung die Möglichkeit, den einfachen Diebstahl von Skiern, Snow-/Funboards und Schlitten abzudecken. Das ist ein Novum auf dem deutschen Versicherungsmarkt.
BZ: Ein Beispiel ?
Krepper: Normalerweise ist über die Hausratversicherung (auch Skisportgeräte gelten hier versichert) nur dann Versicherungsschutz gewährleistet, wenn die versicherten Sachen durch einen Einbruchdiebstahl abhanden kommen. Da man jedoch die Skier selten in einem abgeschlossenen Behältnis in einem Gebäude aufbewahrt, kommt es in Skigebieten meist zum sogenannten einfachen Diebstahl, der über eine Hausratversicherung nicht versichert gilt. Über die angesprochene Exklusivdeckung schließen wir den einfachen Diebstahl von Skiern und Co. wieder ein.
BZ: Was muss der Skifahrer beachten, um einen Schaden erstattet zu bekommen?
Krepper: Auf jeden Fall muss eine Meldung bei der Polizei erfolgen. Anschließend muss uns der Versicherungsnehmer nur noch den Schaden melden.
BZ: Wir fragen das, weil man sich ja den Fall ausmalen kann, dass jemand seine Bretter verschwinden lässt und sie als gestohlen meldet, weil er schon lange lieber neue kaufen würde und die Anschaffung gerne mit einem Zuschuss der Versicherung abfedern würde.
Krepper: Aus diesem Grund haben wir die Höchstentschädigung auf 250 Euro begrenzt, da wir für dieses Versicherungsmodell praktisch Vorreiter sind.
BZ: Wie viele Diebstahlsfälle flattern Ihnen jährlich auf den Tisch?
Krepper: Die Tarifvariante haben wir seit vergangenen Sommer – da konnte ja noch nicht viel passieren.

BZ: Kann ein bestohlener Skifahrer den Betreiber des Lifts in die Pflicht nehmen?
Krepper: Das ist grundsätzlich möglich, wird allerdings in der Regel zu keiner Haftung des Skiliftbetreibers führen. Dies deshalb, weil es ja nicht zu den Obliegenheiten des Liftbetreibers gehört, das Abhandenkommen der Ski zu verhindern.
BZ: Der BGV versichert auch Gemeinden. Wäre es denn nicht möglich, dass der Liftverbund Feldberg eine umfassende Versicherung abschließt, gespeist aus einem kleinen Aufschlag auf die Liftkarte?
Krepper: Das ist theoretisch möglich, aber rechtlich problematisch. Denn das versicherte Interesse liegt klar beim Privatmann, also beim Ski-Besitzer und nicht bei der Gemeinde. Hinzu kommt, dass der Skibesitzer ja durchaus die Möglichkeit hat das Abhandenkommen zu versichern. Würde die Gemeinde hier tätig werden, käme es unter Umständen zu Konstellationen der Doppelversicherung. Die beste Lösung ist immer noch die eigene Vorsorge – egal, ob durch Aufpassen oder durch Absicherung.
BZ: So, jetzt haben wir wunderbar Werbung gemacht für den BGV. Gewissensfrage – sind Sie Skiläufer? Versichert? Schon mal bestohlen worden?
Krepper: Ich halte es eher mit Laufen, aber nicht, weil mir die Skier gestohlen wurden. Toi, toi toi, ich wäre dagegen versichert, aber zum Glück war ich noch nicht von einem Diebstahl betroffen.

Autor: pes