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03. Januar 2010 17:08 Uhr
Vor-Ort-Termin
Stächele auf dem Feldberg: Unterstützung fürs Parkhaus-Projekt
Bei einem Vor-Ort-Termin auf dem Feldberg hat sich Baden-Württembergs Finanzminister Willi Stächele über das Parkhaus-Projekt auf dem höchsten Schwarzwaldberg informiert. Bürgermeister Wirbser hofft, dass die Bauarbeiten schon im April beginnen.
HOCHSCHWARZWALD/FELDBERG. Den Tag hatte Stächele genau richtig gewählt: Am Samstag präsentierte sich der Feldberggipfel um die Mittagszeit bilderbuchmäßig mit einer ordentlichen Schneedecke, stahlblauem Himmel, dem entsprechenden Strom an Skifahrern und beginnendem Infrastrukturchaos.
Stächele ließ sich von Bürgermeister Stefan Wirbser einmal über den Platz fahren und das Ganze zeigen. Dann ging es in den Feldberger Hof zum Pressegespräch, zu dem auch Volker Haselbacher, Marketingchef vom Liftverbund Feldberg, stieß."Die Anfahrt war aufschlussreich", sagte Stächele. "Wenn ich da unten parken muss, da vergeht einem ja die Lust am Ski fahren." Mit "da unten" meinte er, entlang der B 317. "Das Parkhaus sorgt für eine geordnete Parkraumsituation", lautete sein Fazit, "da kannst du sie alle unterbringen, dann sind sie weg." Er als südbadischer Minister habe sich eingesetzt, dass die Landesregierung ihre im Herbst noch fragliche Zuschusszusage auch einhält. Die Statuten des Kommunalen Investitionsfond (KIF) haben es letztlich ermöglicht, drei Millionen Euro für das Parkhaus zur Verfügung zu stellen.
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Was denn die Chance für die Raumschaft sei, fragte der Finanzminister den Bürgermeister. Der holte aus, zeigte auf, dass der Feldberg seit 1891 die Wiege des mitteleuropäischen Skisports sei. "Seitdem haben wir im Winter Skifahrer hier oben und seit der Motorisierung auch Autos", sagte Wirbser. Chaotische Parksituationen gab es bereits Ende der 50er-Jahre. Davon zeuge im Gemeindearchiv ein Bittbrief von 1962 an den Innenminister Hans Filbinger.
Mit dem Bau des Hauses der Natur habe man 1999 in den geänderten Bebauungsplan ein Parkhaus aufgenommen. "Seit 2002 bemühen wir uns um das Parkhaus", erklärte er weiter. "Ohne Landesmittel können wir nicht bauen", stellte er dar. Die Gemeinde Feldberg habe kein Geld übrig im Haushalt. Was aus Kur- und Skibetrieb erwirtschaftet werde, das fließe in die Gemeinde. Feldberg verfüge über 450 Arbeitsplätze, die vom Tourismus abhängig seien. Am Feldberg arbeiten im Winter 110 Liftarbeiter und 160 Skilehrer; nur Garmisch-Patenkirchen habe mehr. Am 30. Dezember 2009 waren 5500 Skifahrer an den Liften. Für 4000 sei die Infrastruktur ausreichend. Im Winter 2008/2009 seien 440 000 Skifahrer, ohne andere Besucher, im Skigebiet am höchsten Berg des Landes gezählt worden. Ein Drittel der Skifahrer käme mit dem ÖPNV. An 47 Tagen sei der Parkraum ausgereizt gewesen, davon waren 20 Tage "Chaostage". Nicht nur im Winter gebe es Chaos, auch im Sommer gebe es das. Und hier sei es noch problematischer, da man keine Schneehaufen zum Regulieren zur Verfügung habe.
Das Parkhaus mit 1260 Parkplätzen auf fünf Stockwerken, neben dem Haus der Natur gelegen, bedeute ganz klar eine Qualitätsverbesserung und werde sicherlich auch mehr Kundschaft anlocken. Eineinhalb Stockwerke werden unterirdisch angelegt. Ein Stockwerk werde eigens für die SUV-Wagen und VW-Busse gebaut und zwar so, dass auch Dachskiboxen auf diesen Fahrzeugen geöffnet werden können. Die Parkplätze seien 40 Zentimeter breiter als die Mindestnorm es vorschreibt. Weg fallen tut der bisherige 600 Plätze umfassende Parkplatz (18 000 Quadratmeter Fläche) am Fuße des Gipfels, da dort dann das Parkhaus (8000 Quadratmeter Grundfläche) steht und 10 000 Quadratmeter Fläche werden für die Natur frei. Bauherr ist Häussler Baumanagement aus Stuttgart.
Wirbser hofft, dass im April mit dem Bau begonnen wird. Das Parkhaus muss zu Beginn der neuen Wintersaison fertig sein. Die Baukosten schätzt Wirbser, belaufen sich wohl auf 15 Millionen Euro. Die Gemeinde Feldberg ist Mieterin und die drei Millionen Euro aus dem KIF werden in die Miete reingesteckt. Damit wird die Miete für die Gemeinde erschwinglich werden, so Wirbser. Drei Millionen Euro seien das Minimum gewesen. Derzeit arbeiten die Juristen den komplizierten Mietvertrag aus.
- Hintergrund:Land gibt Millionen für Staufen und Feldberg
- Leitartikel: Rummel oder Naturschutz – der Konflikt am Feldberg
Autor: Eva Korinth
